Öko-Test Holzöle: Nur drei sind empfehlenswert

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Foto: © Lars Zahner - Adobe Stock

Öko-Test hat Holzöl zur Pflege von Möbeln und Parkett getestet. Bei vielen Hartwachsölen entweichen organische Verbindungen, die starke Kopfschmerzen hervorrufen können. Einige Holzöle enthalten außerdem potentiell krebserregendes Kobalt.

Ob Parkett auf dem Boden, ein massiver Holztisch aus Eiche oder ein helles, freundliches Ahorn-Bett – Holz findet sich heutzutage in zahlreichen Wohnungen. Gerade bei Parkett siehst du nach einiger Zeit aber Kratzer und Kerben, wenn du häufig drüber läufst.

Holzöle mit und ohne Wachs pflegen den Boden, beschichten ihn und schützen ihn vor neuen Kratzern. Noch besser schützen Hartwachsöle den Boden. Der Wachsfilm sorgt aber dafür, dass die Oberfläche nicht so sehr glänzt wie bei klassischen Holzölen.

Öko-Test hat die Inhaltsstoffe von 15 Hartwachsölen analysiert und geprüft, ob die Hersteller auf der Verpackung ausreichend über die richtige Anwendung informieren. Das Ergebnis ist ernüchternd: Vier Holzöle sind durchgefallen, immerhin drei Produkte sind „gut“ oder „sehr gut“.

Holzöle bei Öko-Test: Günstiges Hartwachsöl überzeugt

Das Ergebnis ist bedenklich: Aus allen Holzölen entweichen flüchtige organische Verbindungen. Sie gelangen beim Auftragen des Öls und auch noch lange danach in die Raumluft.  Beim Testsieger entweichen aber nur sehr wenige Stoffe in die Luft:

  • Das Remmerseco Hartwachs Öl Eco (farblos) wurde von Öko-Test mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet. Nach Angaben des Herstellers stammen mind. 90 Prozent der Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.
  • Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe hat Öko-Test nicht beanstandet. Das Öl eignet sich für alle Holz-Flächen im Innenbereich, auch Kork, Paneelen und Leisten.
  • Beim Remmerseco-Öl handelt es sich um eines der günstigsten Holzöle im Test: Pro Quadratmeter Fläche kostet das Öl ca. 1,40 Euro.

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Öko-Test kritisiert Kobalt im Holzöl

Wenn das Parkett frisch geölt ist, heißt es warten. Laut den Holzöl-Herstellern beträgt die Wartezeit mindestens 24 Stunden, doch auch dann darfst du noch nicht mit Schuhen auf das Parkett. Erst nach etwa zwei Wochen darf man das Parkett wieder belasten.

Um diese Zeit zu verkürzen, setzen viele Hersteller kobalthaltige Trockenstoffe ein. Allerdings kann Kobalt Allergien hervorrufen. Beim Schleifen gestrichener Oberflächen kann zudem Kobaltstaub entstehen. Dieser wird als krebserregend eingestuft. Leider enthalten auch viele Hartwachsöle Kobalt, die mit „Bio“, „Green“ oder „Natur“ werben. Deshalb sollten Kunden genau auf die Liste der Inhaltsstoffe schauen.

Die Deklaration der Inhaltsstoffe ist ein weiterer Mangel bei vielen Produkten: Die Inhaltsstoffe sind oft nur teilweise oder nur im Internet angegeben. Online stehen die Inhaltsstoffe dann in den Technischen Merkblättern, das nützt dem Verbraucher im Baumarkt aber nichts. Auch auf eine Atemschutzmaske beim Schleifen weisen die meisten Hersteller nicht hin.

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Krebsverdächtige Stoffe im Hartwachsöl

Kobalt ist nicht der einzige bedenkliche Stoff, den Öko-Test im Holzöl gefunden hat. In gleich vier Produkten haben die Verbraucher-Experten Naphthalin nachgewiesen. Im Saicos Ecoline Hartwachsöl „Natur“ (seidenmatt) sogar zusätzlich noch Butanonoxim.

Beide Stoffe gelten als krebsverdächtig und haben daher nach Auffassung von Öko-Test nichts in den Holzölen zu suchen. Hinzu kommt, dass aus allen vier Produkten flüchtige organische Verbindungen in die Raumluft entweichen. Einige der Stoffe sind besonders kritisch, da sie das zentrale Nervensystem sowie innere Organe schädigen können.

Alle Details findest du in der Ausgabe 05/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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