Zahnpasta für Kinder: Öko-Test findet Blei, Alu und PEGs

Foto: Öko-Test

Öko-Test hat Zahnpasta mit und ohne Fluorid für Kinder getestet. Viele Produkte sind empfehlenswert. Doch besonders einige Marken-Zahncremes enttäuschen im Test – sie enthalten Blei, Aluminium, PEGs und andere bedenkliche Stoffe.

Kariesvorsorge kann nicht früh genug beginnen: Sobald Kinder die ihre ersten Zähne bekommen, sollten diese auch geputzt werden. Doch welche Zahnpasta ist dafür am besten geeignet?

Öko-Test hat 66 Zahncremes für Kinder getestet: 47 Kinderzahncremes für Milchzähne und 19 Juniorzahncremes für die bleibenden Zähne. konventionell und Naturkosmetik zertifiziert, mit und ohne Fluorid. Viele findet Öko-Test empfehlenswert. Einige bekommen Punktabzug aufgrund fehlender Anwendungshinweise, die laut Öko-Test aber wichtig seien, damit Eltern ihre Kinder vor Karies schützen können.

Problemstoffe in Kinder-Zahnpasta: PEG/PEG-Derivate

Problemstoffe sind laut Öko-Test recht selten ein Thema. Doch auch hier gibt es Produkte, die schlecht abschneiden. Elf Kinder- und drei Juniorzahncremes fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
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Sie enthalten und Natriumlaurylsulfat, die als Tenside dienen und die Zahnpasta im Mund zum Schäumen bringen. PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen, Natriumlaurylsulfat gilt als hautreizend. Enthalten sind diese Stoffe zum Beispiel in folgenden Zahncremes:

  • Signal Kids Meine Freundin Conni mit Erdbeergeschmack, sie fällt im Test durch.
  • Colgate Kariesschutz-Zahnpasta, Minions, Minzgeschmack, sie erhält im Test ein „mangelhaft“ – und wird laut Anbieter nicht mehr ausgeliefert.
  • Odol-Med 3 Cool Kids. Im Test erhält sie ebenfalls ein „mangelhaft“.

Vorsicht: Giftiges Cadmium, Blei und Aluminium in Kinderzahnpasta

Giftiges Cadmium steckt in der Kinderzahncreme „Attitude Little Ones Toothpaste, Fluoride-Free, Strawberry“ von Bio-Spectra (die übrigens nichts mit „bio“ zu tun hat, auch nicht Naturkosmetik-zertifiziert ist). Sie ist im Test durchgefallen.

Ebenfalls durchgefallen sind die zwei Cremes von Pure Beginnings: Die Berry Toothpaste Fluoride Free und die Vanilla Mint Toothpaste Fluoride Free enthalten Blei und Aluminium, eine davon zudem Antimon. Diese Schwer- und Halbmetalle können aus mineralischen Putzteilchen wie Kaolin, Calciumcarbonat und Kieselgel stammen. Blei ist nervenschädigend, Cadmium krebserzeugend und Antimon wirkt giftig, wenn es in die Blutbahn gelangt. In Kosmetika sind diese Stoffe eigentlich verboten, die Behörden tolerieren laut Öko-Test aber kleine Spuren davon.

Aluminium reichert sich im Körper an und gilt als schädlich für das Nervensystem und die Fruchtbarkeit. In den Produkten von Pure Beginnings hat Öko-Test so viel gefunden, dass die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge weit überschritten ist.

In einer Zahncreme steckt Zink (Zendium Kids 1-6). Es wirkt antibakteriell, in Kinderzahnpasta sollte es aber nicht enthalten sein, sagt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Zuviel Zink kann schaden, normalerweise nimmt man genügend über Lebensmittel auf.

Kinderzahnpasta: Mit oder ohne Fluorid?

Zahnpasta mit oder ohne Fluorid? Fluorid macht Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies. Im Test bei Zeitschriften wie Öko-Test oder Stiftung Warentest gilt Fluorid daher als erwünscht. Die Wissenschaft ist sich aber nicht ganz einig, in welcher Form und Menge Fluorid verabreicht werden sollte. In sehr hohen Dosen kann es Knochen und Zähne sogar schädigen.

Kinderzahnpasta enthält daher meist wenig bis kein Fluorid. Auch viele Bio-Zahncremes kommen ohne Fluorid aus. Letztlich liegt die Entscheidung beim Einzelnen. Die meisten Naturkosmetik-Hersteller bieten Produkte mit und ohne Fluorid an.

Fluorid kommt ganz natürlich im Wasser vor
Fluorid kommt ganz natürlich im Wasser vor (Foto: Colourbox.de)

Lies dazu auch: Fluorid: Wichtig oder giftig für gesunde Zähne?

Punktabzug wegen fehlender Angaben

Auch Öko-Test hält im aktuellen Test Kinderzahnpasta mit und ohne Fluorid für empfehlenswert – in beiden Fällen müsse aber angegeben sein, wie Eltern ihre Kinder damit versorgen sollen.

Diese Angaben fehlen bei einigen Zahncremes. Die Kinderzahnpasta von Weleda etwa erhält deswegen (und wegen unnötiger Papierverpackung) von Öko-Test nur die Note „befriedigend“ – trotz tadelloser Inhaltsstoffe.

Die Naturkosmetik-zertifizierte Zahncreme von Urtekram (Children’s Toothpaste Original), erhält sogar ein „mangelhaft“. Auch ihr gibt es an den Inhaltstoffen nichts auszusetzen. Öko-Test bemängelt, dass Altersangaben, Informationen zu Dosierung und Anwendungshäufigkeit fehlen und kritisiert den fehlenden deklarierten Fluoridgehalt.
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Wir halten das getestete Weleda Kinderzahngel und die Urtekram Zahnpasta aber für empfehlenswert, an den Inhaltsstoffen gibt es nämlich nichts auszusetzen.

Gute Inhaltsstoffe bei zertifizierter Naturkosmetik

Wir empfehlen zertifizierte Naturkosmetik. Bei allen zehn getesteten Produkte konnte Öko-Test keine Mängel bei den Inhaltsstoffen feststellen. Trotzdem wurden einige Produkte abgewertet – wegen fehlender Anwendungsangaben und einer unnötigen Verpackung. Sicher: Optimal ist das nicht. Aber deshalb gleich bis zu vier Noten abzuziehen, halten wir für unverhältnismäßig.

Alle Infos gibts auf oekotest.de und in der neuen aktuellen Öko-Test-Ausgabe 03/2019.

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