5 Argumente gegen konventionelle Banken

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Geld stinkt, wenn es in den falschen Händen landet. Leider wird genau dort häufig nicht verantwortungsvoll mit Geld umgegangen, wo es sich besonders anhäuft: bei unseren Banken.

Kein Geld für den Krieg

Atomwaffen, Kampfpanzer, Drohnen – mit Waffen werden Milliarden-Geschäfte gemacht. Vielleicht ist auch Ihr Geld daran beteiligt, denn viele konventionelle Banken unterhalten Geschäftsbeziehungen zu großen Waffenherstellern. Einerseits bestehen Verbindungen in Form von Unternehmensanteilen, andererseits finanzieren sie die Waffengeschäfte mit Krediten und Anleihen. Allein in Geschäfte mit Atomwaffen-Herstellern haben deutsche Finanzinstitute zwischen 2010 und 2012 circa 7,6 Milliarden Euro investiert. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie des niederländischen Verbands IKV Pax Christi und der internationalen Anti-Atomwaffenkampagne ICAN. Mit 3,5 Milliarden Euro war die Deutsche Bank demnach für knapp die Hälfte des Betrags verantwortlich. Auf das Konto der Commerzbank gingen 1,7 Milliarden Euro. Hinzu kommen Investitionen der Sparkassen Finanzgruppe, insbesondere der Landesbanken Bayern LB und Helaba, sowie der KfW und der DZ Bank (Dachorganisation von 900 Volks- und Raiffeisenbanken).

Mit Essen spielt man nicht

Inwieweit Nahrungsmittelspekulationen die Preise für Agrar-Rohstoffe beeinflussen, darüber wird gestritten. Sicher ist: wenn der Preis für Grundnahrungsmittel wie Getreide – aus welchen Gründen auch immer – ansteigt, bedeutet das für viele Menschen in Entwicklungsländern Hunger. Darauf zu wetten, dass aufgrund von Nahrungsmittelknappheit der Preis für Agrarrohstoffe steigen wird, halten wir darum für unmoralisch. Genauso so aber läuft eine Form der Nahrungsmittelspekulation – vereinfacht gesagt – ab. Eines der weltweit bedeutendsten Finanzinstitute, die mit börsengehandelten Rohstoffprodukten im Agrarbereich spekulieren, ist die Deutsche Bank. Die Allianz Versicherung ist das zweite große Finanzinstitut aus Deutschland, das hier noch im großen Stil aktiv ist. Andere große Banken haben den Handel mit Agrarrohstoffen inzwischen eingestellt oder angekündigt, dies Schritt für Schritt zu tun. Darunter sind die DZ Bank, die Dekabank (das Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen Finanzgruppe), die Commerzbank und einige Landesbanken.

Konventionelle Banken bremsen die Energiewende

Die Mehrheit der Deutschen will keine gefährliche Atomkraft. Dass der Ausbau der Kohleenergie den Klimawandel vorantreibt, ist auch jedem klar. Trotzdem investieren konventionelle Banken nach wie vor in beide Risiko-Technologien. Sie unterhalten Geschäftsbeziehungen zu den großen Atomkonzernen, verhelfen Firmen aus der Kohle-Industrie zum Börsengang, verwalten deren Vermögen und investieren in den Bau von Minen und Kraftwerken. An erster Stelle sind Deutsche Bank, Hypo Vereinsbank und Commerzbank zu nennen. Aber auch mit den Sparkassen und Volksbanken verbundene Geldinstitute stehen in Geschäftbeziehungen zur Atom- und Kohleindustrie.

Sie arbeiten im Dunkeln

Konventionellen Banken wird vorgeworfen, mit Tocher- und Zweckgesellschaften, die in „Steueroasen“ beheimatet sind, zweifelhafte Geldgeschäfte zu machen. Sogenannte Schattenfinanzplätze zeichnen sich durch kaum vorhandene Sicherheitsvorschriften für Finanzgeschäfte aus. Gewagte Spekulationen und undurchsichtige Fonds haben hier ihre Adresse. Die aktuelle Datenlage dazu ist dünn (weil undurchsichtig), darum nennen wir an dieser Stelle keine Banken namentlich. Vollkommen klar ist, dass grüne Banken nichts mit solchen Geschäften zu tun haben, weil sie vollkommen transparent arbeiten. Es wird offen gelegt, wohin ihre Gelder fließen und wer davon profitiert.

Mit Geld lässt sich Gutes bewirken

Grüne Banken spekulieren nicht mit Nahrungsmitteln, investieren nicht in Waffengeschäfte, bremsen nicht die Energiewende und arbeiten nicht im Dunkeln – aber sie tun mehr, als nur auf diese zweifelhaften Geschäftspratiken zu verzichten: sie investieren ihr Geld sinnvoll. Sie machen nur Geschäfte mit ethisch vertretbaren Unternehmen und fördern mit ihren Investitionen eine nachhaltige Entwicklung und soziale Projekte. Mit dem Wechsel zu einer grünen Bank tragen Sie dazu aktiv bei.

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(5) Kommentare

  1. Hallo, Utopia-Team! Ich bin nach diesem Artikel jetzt doch ein wenig irritiert: Unter der Überschrift „Kein Geld für den Krieg“ in diesem Artikel nennen Sie u.a. (zwar als letztes, aber genannt) die DZ Bank, die in Geschäfte mit Atomwaffen-Herstellern investiert. Heute habe ich auf Grund Ihres Artikels „Jetzt einfach wechseln: Mit diesen drei Banken machst Du alles richtig“ ein Konto bei der Triodos Bank beantragt. Zum Abheben von Bargeld benötigt man bei dieser Bank eine MasterCard Kreditkarte. Und diese Kreditkarte wird ausgestellt von: der DZ Bank… – Wie passt denn das zusammen??? Würde mich über eine Erklärung freuen. Danke und viele Grüße!

  2. Hallo C.Fink, wir haben für dich bei der Triodos Bank nachgefragt und folgende Antwort erhalten:

    „Hallo, vielen Dank für deine sehr berechtigte Frage. Es ist richtig, dass die DZ Bank unsere Kreditkarte ausstellt. Mehr aber auch nicht. Du kannst dir sicher sein: Dein Geld bleibt bei der Triodos Bank und hilft dabei, den positiven Wandel in der Gesellschaft voranzutreiben. Warum stellt die DZ Bank unsere Kreditkarten aus? Rein technisch verwenden wir in Deutschland die Plattform der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Für diese Plattform liefert die DZ Bank die Karten. Ich hoffe, dass dich dies nicht davon abhält, bei uns Kunde zu werden. Viele Grüße aus Frankfurt, Michael (Triodos Bank)“

    Wir hoffen, das hilft dir weiter.

  3. Bei der GLS-Bank zumindest nicht. Ich habe vor kurzem ein Bankkonto eröffnet und die GLS hat nicht nach meinem Einkommen/Vermögen gefragt. Anders sieht das bei den Kreditkarten aus. Dort wird eine Bonitätsprüfung vorgenommen. Diese steht bei mir gerade aus.

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