Baldrian: Wirkung und Nebenwirkungen des natürlichen Beruhigungsmittels

Foto: CC0 / Pixabay / traceydw

Baldrian gilt schon seit Jahrhunderten als Heilkraut. Es soll gegen Nervosität und Schlafstörungen helfen. Wir zeigen was dran ist und klären über Wirkung und Nebenwirkungen auf.

Baldrian: Das musst du über die Pflanze wissen

Blüht oft am Wegesrand: Baldrian
Blüht oft am Wegesrand: Baldrian
(Foto: Utopia / Lea Hermann)

Hohe kräftige Stile und rosafarbene Blüten – Baldrian wächst bei uns in Deutschland meist an Wegrändern im Wald, in Flussnähe oder in Parkanlagen. Über 250 verschiedene Baldrianarten gibt es. Er wächst nicht nur bei uns in Europa, sondern auch in Afrika, Asien und Amerika.

Die Wirkung des Baldrian ist schon länger bekannt: Allein der Name stammt vermutlich schon vom germanischen Gott „Baldur“ ab. Im Mittelalter wurde sogar angenommen, Baldrian würde Pest heilen. Und auch die bekannte Universalgelehrte Hildegard von Bingen behandelte mit Baldrian Brustfellentzündungen.

Heute gilt Baldrian als die Pflanze gegen Schlafstörungen schlechthin. In Tees, Tabletten, Tropfen und Saft sind Extrakte aus der Baldrianwurzel enthalten. Denn in ihr stecken die wichtigen Stoffe, die eine beruhigende Wirkung haben.

Wirkung des Baldrians

Tabletten mit Baldrianwurzelextrakt
Tabletten mit Baldrianwurzelextrakt
(Foto: Utopia / Lea Hermann)

Klinische Studien haben nachgewiesen, dass Baldrian bei folgenden Beschwerden hilft:

  • Schlafstörungen
  • Nervosität und Unruhe

So wirkt Baldrian: In der Wurzel das Baldrians stecken ätherische Öle, die eine beruhigende Wirkung auf den Körper haben. Die Stoffe in der Baldrian-Wurzel interagieren mit den Nervenzellen. Konkret haben die Stoffe einen Effekt auf den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA). So entsteht eine entspannende und entkrampfende Wirkung, allerdings nicht sofort, sondern nur bei regelmäßiger Einnahme.

Auch bei folgenden Beschwerden kann Baldrian eine Verbesserung bewirken:

  • Magenproblemen 
  • Schwindel
  • Prüfungsangst
  • Reizbarkeit
  • Überarbeitung
  • Konzentrationsschwäche

Eintritt der Wirkung: Die Wirkung des Baldrian entfaltet sich nicht sofort. Es dauert einige Tage bis zu vier Wochen, bis du einen Effekt spürst.

Baldrian einnehmen: Baldrian kann als Tee (zum Beispiel bei **Avocadostore), Tabletten, Tropfen, Saft und als Badezusatz eingesetzt werden. Um gegen Schlafprobleme vorzugehen, solltest du Baldrian eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafen einnehmen. Bei innerer Unruhe wird dreimal täglich Baldrian empfohlen, damit er seine Wirkung entfalten kann. 

Nebenwirkung des Baldrians

Rohe Baldrianwurzel
Rohe Baldrianwurzel
(Foto: CC0 / Pixabay / gokalpiscan)

Trotz der wissenschaftlich bestätigten Wirkung solltest du Baldrian nie ohne Grund und immer vorsichtig einnehmen. Da Langzeitstudien fehlen ist es ratsam, das Heilkraut ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als sechs Wochen in Folge zu verwenden. Denn auch Baldrian kann Nebenwirkung verursachen, wenn auch eher selten. Dazu gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Juckreiz

Auch die Wirkung von Beruhigungs- und Schlafmitteln kann durch Baldrian verstärkt werden. Um Wechselwirkungen zu vermeiden, solltest du keine weiteren Medikamente einnehmen. Das gilt auch für Alkohol – hier kann es zu Nebenwirkungen kommen. Eine Suchtgefahr besteht bei Baldrian allerdings nicht.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(3) Kommentare

  1. Toller Artikel mit allen relevanten Informationen. Kompliment!

    Wie der Artikel bereits erwähnt, muss Baldrian eine zeitlang genommen werden, bis er wirkt. Er hat also keine Sofortwirkung wie chemische Beruhigungs- oder Schlafmittel. Wer also sofortige Hilfe in diesen Angelegenheiten braucht, sollte sich von seinem Arzt oder Apotheker über chemische Alternativen beraten lassen.

    Ich persönlich bevorzuge die Darreichung als Saft (Schoenenberger in Apotheken und Reformhäusern, andere Anbieter sind mir leider nicht bekannt). Das sind ausgepresste Baldrianwurzeln, die pasteurisiert in Flaschen abgefüllt sind (also natürlich der Saft).

    Wer auf Baldrian-Trockenextrakte in Tabletten setzt, sollte auf hochdosierte Präparate achten. Oft sind die Gehalte zu gering. Eine gute Informationsquelle ist hier der Medikamententest der Stiftung Warentest (kostenpflichtig).

    Da ich persönlich sehr gerne Kräutertees trinke, kann ich aus persönlicher Erfahrung auch Lavendelblütentee empfehlen. Dieser wirkt hervorragend beruhigend und ausgleichend. Beim Geschmack gibt es die Gruppe, die ihn liebt, und die, die ihn hasst. Also bitte selbst herausfinden.

    Ich empfehle – ebenfalls aus leidvoller persönlicher Erfahrung heraus – auf Arzneitees aus der (Versand)apotheke zu setzen. Dieser Tee ist dann zwar drei- bis viermal teurer als der aus dem Kräuterteeladen (zumindest bei Lavendelblüten), dafür ist er aber zwingend rückstands- und wirkstoffkontrolliert. Lavendelblütentee wirkt deutlich schneller als Baldrianzubereitungen. Auch das ist ein Pluspunkt.

  2. Wenn du ins Reformhaus kommst für den Schoenenberger Pressaft, dann schau doch einfach mal nach den dortigen Kräutertees.
    Die Auswahl ist riesig und natürlich sind die auch rückstands- und Wirkstoff kontrolliert. Ebenso wie Sonnentor im Naturkostladen.
    Meines Wissens sind die Grenzwerte da noch strenger, als in Apotheken.