Bitcoins kaufen: Warum es eine schlechte Idee ist

Bitcoins kaufen
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Bitcoins zu kaufen schien verlockend zu sein – doch hinter dem vermeintlich schnellen Geld lauern viele Gefahren. Außerdem schadet jeder Bitcoin-Kauf der Umwelt.

Bitcoins sind eine virtuelle Währung. Sie werden von Hochleistungsrechnern nur durch rein mathematische Rechenoperationen erzeugt. Dieses digitale System soll eine Alternative zu herkömmlichem Geld sein und die Probleme von realer Währung lösen.

  • Die Bitcoin-Währung sollte dadurch Vertrauen schaffen, dass sich das Netzwerk, die Blockchain, selbst kontrolliert. Durch komplexe Verschlüsselungen ist es fälschungssicher.
  • Um die Bitcoins vor einem Wertverlust (Inflation) zu schützen, ist die Menge der möglichen Einheiten von Anfang an auf 21 Millionen Stück begrenzt.

Das Entwicklerforum bereitet jedoch Interessierte darauf vor, dass der Bitcoin noch ein Experiment und nicht ausgereift ist. Auch rund zehn Jahre nach seiner Einführung hat der Bitcoin noch viele Probleme.

  • Dem Bitcoin als Zahlungsmittel fehlt die nötige Akzeptanz in der realen Welt. Es gibt nur wenige Geschäfte, in denen du mit Bitcoins bezahlen kannst.
  • Offiziell ist der Bitcoin keine Währung. Er unterliegt damit nicht den Auflagen der Finanzaufsicht wie Banken oder Wertpapierbörsen. Der Handel mit Bitcoins findet daher im unregulierten „Grauem Kapitalmarkt“ statt, in dem es unseriöse Händler leichter haben.
  • Durch Spekulation schwankt der Kurs des Bitcoin stark. Er ist somit keine sichere Geldanlage.

Doch ein weiteres großes Problem der Krypto-Währungen ist der immense Stromverbrauch für die benötigten Hochleistungsrechner. Der Strom kommt überwiegend aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken und belastet so das Klima durch den CO2-Ausstoß. Eine Studie veröffentlicht im Nature Research Journal sieht sogar die Klimaziele in Gefahr, sollte der Stromverbrauch durch die Krypto-Währungen weiter zunehmen.

Bitcoins kaufen ist leichter, als mit Bitcoins einzukaufen

Mit Bitcoins eine Pizza kaufen ist meist ein Werbetrick.
Mit Bitcoins eine Pizza kaufen ist meist ein Werbetrick. (Foto: CC0/pixabay/blackstarvideo)

Bislang gibt es nur begrenzte Möglichkeiten mit Bitcoins zu bezahlen. Meist sind es internationale Onlinedienste und Unternehmen in der IT-Technik, die die virtuelle Währungen akzeptieren.

In den USA sind Bitcoins weiter verbreitet und du kannst auch schon mal eine Pizza online mit Bitcoins bezahlen. In Deutschland hast du in Berlin die größten Chancen die virtuelle Währung auch im täglichen Leben zu verwenden.

Doch wenn du mit Bitcoins einkaufst, hast du unter Umständen mehr ausgegeben, als wenn du eine reale Währung benutzt hättest.

  • Der Kurs des Bitcoin schwankt stark und der Preis der Ware wurde zu einem dir unbekannten Zeitpunkt in Bitcoin umgerechnet.
  • Überweist du dann die angegebenen Bitcoins, kann sich der Kurs weg von dem ursprünglichen Umrechnungskurs entwickelt haben. Das kann durchaus auch innerhalb eines Tages passieren.
  • Der Grund für den großen Unterschied sind die schnellen und starken Kursschwankungen sowie Bearbeitungsgebühren, die noch zusätzlich zu einer Überweisung dazu kommen.

Bei regulären Währungen taucht das Problem nicht auf. Die Preise, etwa für eine Pizza, sind in der gleichen Währung kalkuliert, in der du sie kaufst. Du hast also keinen Unterschied, weil alle Werte in der gleichen Währung existieren. Erst die zweimalige Umrechnung zu mehr oder weniger unterschiedlichen Bitcoin-Kursen erzeugt einen Unterschied im Preis.

Bitcoins und der „Graue Kapitalmarkt“

Bitcoins sind kein offizielles Geld.
Bitcoins sind kein offizielles Geld. (Foto: CC0/pixabay/WorldSpectrum)

Bitcoin ist der bekannteste Name unter den zahlreichen Krypto-Währungen. Dabei ist Währung eigentlich eine falsche Bezeichnung. Die deutsche Banken und Finanzaufsicht, BaFin betrachtet Krypto-Währungen als ein „Finanzmittel der privaten Wirtschaft“. Dazu gehören unter anderem auch Regionalwährungen oder Tauschmittel, wie etwa Sammelpunkte oder Bonusmeilen der Fluggesellschaften.

Der Handel mit Krypto-Währungen läuft über Internetplattformen, in einem sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“. Die Betreiber benötigen in der Regel keine Lizenz von der Bankenaufsicht, wie sie Banken oder Aktienbörsen besitzen.

  • Es kann somit jeder einen Handel mit den Kypto-Währungen starten. Es gibt keine besonderen Auflagen, die für die Sicherheit der angelegten Gelder garantieren könnten.
  • So gab es 2014 auch schon eine erste spektakuläre Pleite einer großen Handelsplattform, Mt. Gox. Nach einem obskuren Hackerangriff, bei dem Bitcoins einfach verschwanden, meldete das Unternehmen schließlich Insolvenz an. Viele Nutzer verloren dabei ihr Bitcoin-Vermögen.
  • Verbraucherschützer warnen dann auch vor dubiosen Angeboten vor allem in den sozialen Medien. In den Angeboten locken Geschäftemacher ihre Kunden mit der Aussicht auf hohe Gewinne an. Hinter diesen Angeboten können sich Betrüger verbergen, oder auch verbotene Schneeballsysteme. Bei einem Schneeballsystem sollst du weitere Kunden anwerben und erhälst dafür eine Prämie.

Bitcoins kaufen viele nur, um schnell Geld zu verdienen

In dem Bitcoin sehen viele eine Möglichkeit für schnellen Reichtum. Sie kaufen Bitcoins, um sie dann zu einem höheren Kurs wieder zu verkaufen, die Kursdifferenz bleibt als Gewinn übrig. Das führt zu den rasanten Kursschwankungen der letzten Jahre.

Als 2009 Rechner die ersten Bitcoins erzeugten, hättest du für wenige US-Cent einen ganzen Bitcoin bekommen können. Seitdem finden sich scharenweise Käufer, so dass im November 2018 ein Bitcoin rund 4.000 US-Dollar kostet. Dazwischen erreichte der Kurs Ende 2017 seinen bisherigen Höchststand von kurzfristig fast 20.000 US-Dollar.

  • Diese starken Kursunterschiede zeigen, dass der Wertanstieg des Bitcoins rein spekulativ ist. Der Kurs lebt von der berühmt berüchtigten „Phantasie“ der Spekulanten.
  • Dem Bitcoin fehlt ein realer Gegenwert, wie ihn andere Tauschmittel haben. So kannst du zum Beispiel mit einer Regionalwährung Lebensmittel aus der Umgebung einkaufen und stärkst dadurch deine Region. Doch dies fehlt dem Bitcoin, du bist auf das Vertrauen der Anleger angewiesen. Es muss sich erst wieder ein Käufer finden, der dir die Bitcoins abkauft und dafür mehr bezahlt als du ausgegeben hast. Würden daher plötzlich alle Bitcoins verkaufen, fiele der Preis wieder auf wenige US-Cent zurück – oder sogar tiefer.
  • Den extremen Kursanstieg im November 2017 hielt der Nobelpreisträger Josef Stieglitz für eine große Spekulationsblase. Aus seiner Sicht ist der Bitcoin nur erfolgreich, weil der Handel keiner Kontrolle unterliegt. Er rief zum Verbot der Währung auf.
  • Auch das Bitcoin Entwicklerforum warnt Anleger davor, ihre Ersparnisse in Bitcoin anzulegen. Er rät, nur Geld zu investieren, dessen Verlust zu verschmerzen ist.

Virtuelle Bitcoins kaufen hinterlässt einen realen CO2-Abdruck

Die Bitcoin-Server verbrauchen Unmengen an Strom.
Die Bitcoin-Server verbrauchen Unmengen an Strom. (Foto: CC0/pixabay/ColossusCloud)

Um einen virtuellen Bitcoin zu erzeugen, brauchen die Rechner etwa zehn Minuten, um die komplexen Rechenoperationen durchzuführen. Dafür müssen Rechner in sogenannten Serverfarmen weltweit Tag und Nacht laufen, um das Netzwerk aufrecht zu erhalten. Die Rechner haben also einen extrem hohen Stromverbrauch.

  • Der  Bitcoin Sustainability Report vom Oktober 2018 rechnet vor, dass die Serverfarmen pro Transaktion soviel Strom verbrauchen, dass man damit einen Haushalt in den USA für 27 Tage versorgen könnte. Dabei ist der Stromverbrauch für Bitcoins sogar schon etwas gesunken.
  • Der Digiconomist errechnete den CO2-Ausstoß pro Bitcoin anhand der Daten einer der vielen Bitcoin-Farmen in China, die Strom aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken bezieht. Die produzierten Emissionen entsprechen etwa einem einstündigen Flug mit einer Boeing 747-700 oder einer Fahrt mit einem Hummer für 200 Kilometer.

Diese Umweltverschmutzung durch die schädlichen CO2 Gase haben meist keine Konsequenz für den Handel mit Bitcoins.

Auch der BUND sieht wegen dem hohen Energiebedarf im Bitcoin eine Gefahr für die Umwelt. Er zieht die Konsequenzen und nimmt keine Spenden mehr in Bitcoins an.

Was kannst du tun?

  • In „Grünen Fond“  kannst du umweltverträglich investieren und Geld anlegen.
  • Banken, die auf nachhaltige Geldanlagen spezialisiert sind, können dich beraten.
  • Das Nachhaltigkeitssiegel für Geldanlagen (FNG) gibt dir selbst eine gute Orientierung über die möglichen Fonds.

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(3) Kommentare

  1. Bitcoins kaufen hätte sich vor 4 Jahren noch gelohnt. Wer damals für 1.000 Euro Bitcoins gekauft hätte, wäre heute Multi-Millionär.
    Durch den derzeitigen Hype lohnt sich der Kauf doch gar nicht mehr – abgesehen davon, daß in absehbarer Zeit ein starker Kurs-Einbruch zu erwarten ist. Nämlich genau dann, wenn sich rumspricht, daß der Kauf keine wirklichen Gewinne mehr erwarten läßt und viele deshalb ihre überflüssigen Bitcoins los werden wollen.

  2. Also da wurde mal eben der Inhalt der Standardmedien übernommen, ohne die Gegenseite anzuhören.

    Bitcoin bedroht die Energiewende nicht, es finanziert dezentrale effiziente und günstig erzeugte Energie.

    Logisches Denken: Mining hängt sehr stark von den Stromkosten ab. Wo kriege ich den billigsten Strom? Da wo er aus der Natur (erneuerbar) kommt und im Übermaß gegeben ist. Also eben nicht aus Kohlekraftwerken oder Atomkraft.
    Da laufen also ganz andere Bösewichte herum.

    Bitcoin gefährdet die Banken und somit IHRE erfolgreiche Wirtschaft, die auf unserem Rücken getragen wird. „Folge dem Geld“. Den Spiegel und ähnliche Medien setze ich mit der BILD gleich. Aber das ist ein anderes Thema.

    Quelle1: https://bitcoinblog.de/2018/05/28/warum-der-hohe-stromverbrauch-von-bitcoin-vermutlich-kein-problem-fuer-die-umwelt-ist/

    Quelle2:https://anitaposch.com/wahrheit-bitcoins-energieverbrauch/

    MfG,
    ich

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