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Grüne Geldanlagen: So sparst du nachhaltig

Geldanlage, Geld anlegen
Foto: Pixabay, CCO Public Domain

Egal, ob Tagesgeldkonto oder Investmentfonds: Wenn du dein Geld ökologisch nachhaltig anlegen willst, stehen dir viele Möglichkeiten offen. Wir zeigen, worauf du bei den verschiedenen Geldanlagen achten solltest – und wie viel Gewinn du erwarten kannst. 

Angesichts schlechter Rentenaussichten wird das private Sparen immer wichtiger. Doch das bei Deutschen beliebte klassische Bank-Sparbuch ist in Zeiten historisch niedriger Zinsen sinnlos geworden. Welche anderen Möglichkeiten haben Sparer also? Und welche Angebote sind ökologisch nachhaltig? Ein Überblick.

Grüne Geldanlagen: Tagesgeld

Ein Tagesgeldkonto kannst du bei den meisten Banken eröffnen – meistens als reines Online-Konto. „Über Tagesgeld können Sparer jederzeit verfügen. Die Bank kann den Zins allerdings auch jederzeit ändern“, erklärt Ariane Lauenburg, Redakteurin der Zeitschrift Finanztest. Deshalb lohne es sich hier oft, auf Neukundenangebote zu achten. Die sind häufig höher verzinst, allerdings meist begrenzt auf einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten.

Noch ein Tipp: Nach Tagesgeldkonten solltest du am ehesten bei Online-Banken suchen – denn die können aufgrund ihres Geschäftsmodells höhere Zinsen für diese Geldanlage anbieten.

Vorteile: Du kannst immer noch auf dein Geld zugreifen. Und die Zinsen sind höher als beim Sparbuch.

Nachteile: Niedrigere Zinsen im Vergleich zu Festgeldkonten und Investmentfonds.

Zinsen: Bis zu 0,80 Prozent bei einer Direktbank.

So geht’s nachhaltiger: Tagesgeldkonten werden auch von Banken angeboten, die keine Kredite an Firmen mit ethisch fragwürdigen und umweltfeindlichen Praktiken vergeben. Insgesamt gibt es laut einer Umfrage von Finanztest in Deutschland zehn Banken, die etwa keine Kredite an AKW-Betreiber, Massentierhalter oder Waffenhersteller vergeben. Die Rendite ist aber auch bei diesen Banken mager: Die besten Zinssätze bieten die ProCredit Bank (0,10 Prozent), die PAX-Bank und die Triodos Bank (beide 0,05 Prozent). Dafür fließt dein Geld hier meist in soziale oder ökologische Projekte. Und wirklich fette Zinsen gibt es gerade ohnehin bei keiner Bank – ob nachhaltig oder nicht.

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Geld anlegen statt Spardose? (Foto: CC0 / Pixabay / katermikesch)

Mehr dazu in unserem Artikel: Mit diesen drei Banken machst du alles richtig.

Grüne Geldanlagen: Festgeld

Auch Festgeldkonten kannst du bei den meisten Direktbanken in Online-Form eröffnen.

Vorteile: Etwas höhere Zinsen als beim Tagesgeld.

Nachteile: Du musst dein Geld für einen bestimmten Zeitraum fest anlegen – und kannst über die Summe dann nicht verfügen.

Zinsen: Die Höhe der Zinsen hängt vom Kreditinstitut und davon ab, wie lange du dein Geld bei der Bank festlegst.

So geht’s nachhaltiger: Unter den nachhaltigeren Banken bietet die ProCredit Bank auch beim Festgeld die besten Zinsen: 0,20 Prozent bei einem Jahr Laufzeit, 0,30 Prozent bei zwei und 0,40 Prozent bei drei Jahren.

Grüne Geldanlagen: Investmentfonds

Deutlich höhere Gewinne als bei Tages- und Festgeldkonten kannst du als Anleger auf dem Kapitalmarkt erzielen. „Für den Einstieg in Aktien eignen sich Investmentfonds am besten“, sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Ein Fonds sammelt das Geld von Anlegern und investiert das Kapital dann nach einer vorher festgelegten Strategie. Mit sogenannten Fondssparplänen kannst du auch mit kleineren Beträgen einsteigen – zum Beispiel 50 Euro im Monat.

Vorteile: Es winkt eine deutlich höhere Rendite.

Nachteile: Wenn es schlecht läuft, verlierst du sogar Geld.

Rendite: Wie hoch die Gewinne bei einem Investment sein werden, lässt sich laut Oelmann schwer vorhersagen. Um dein Risiko zu verringern, solltest du dein Geld langfristig anlegen und das Risiko breit streuen. Das kannst du tun, indem du etwa nicht nur in eine einzige Aktie oder Branche investierst.

So geht’s nachhaltiger: 45 Fonds tragen aktuell das junge, aber weitläufig anerkannte Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG). Diese Fonds schließen Waffen und Kernkraft aus ihren Depots komplett aus. Ebenso müssen sie die vier Bereiche des sogenannten Globalen Pakts zwischen Unternehmen und den Vereinten Nationen berücksichtigen. Dazu gehören Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Zu den am besten bewerteten Fonds gehören derzeit unter anderem der „Triodos Sustainable Pioneer Fund“, „Steyler Fair und Nachhaltig – Aktien“ und der „Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix“. Eine Übersicht gibt es auf der Seite des FNG-Siegels.

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Welche Geldanlage ist wirklich „grün“? (Foto: CC0 Public Domain Pixabay)

Grüne Geldanlagen: ETFs

Sogenannte ETFs (Exchange-Traded Funds) sind Fonds, die nicht aktiv von einem Manager verwaltet werden. Sie investieren stattdessen einfach in alle Unternehmen, die in einem bestimmten Index, wie zum Beispiel dem Deutschen Aktienindex (DAX), gehandelt werden. Auch in ETFs kannst du über einen Fondssparplan investieren.

Vorteile: „ETFs sind kostengünstiger, da sie kein aktives Management haben und langfristiger erfolgreicher sind als viele aktive Fonds“, sagt Verbraucherschützerin Oelmann. Wer zudem mehrere ETFs kombiniere, könne sich so ein breit gestreutes Portfolio aufbauen.

Nachteile: Es gibt wenig bis gar keine nachhaltigen Optionen.

So geht’s nachhaltiger: Da sich in Indizes wie dem DAX Großkonzerne aus sämtlichen Branchen tummeln, ist es um die Nachhaltigkeit von ETFs nicht gut bestellt. Zwar gebe es eine kleine Auswahl an Indizes, die ethisch-ökologische Kriterien berücksichtigen, so Oelmann. „Wer jedoch ein ‚dunkelgrünes‘ Investment haben möchte, wird bei ETFs kaum fündig werden.“

Grüne Geldanlagen: Lebens- und Rentenversicherungen

Versicherungen sind wichtig, aber man sollte sie nicht zum Sparen abschließen. „Aktuelle Angebote, ob Lebens- oder Rentenversicherung, sind unflexibel und teuer“, sagt Oelmann. Hier kannst du nur darauf hoffen, dass deine Beiträge erhalten bleiben – und nicht mal das ist der Expertin zufolge selbstverständlich.

Vorteile: Keine – zumindest für Sparer.

Nachteile: Unflexibel, teuer, niedrige Zinsen.

Zinsen: Bei klassischen Verträgen liegen die Zinsen zwischen null und einem Prozent. Versicherer bieten aber auch Verträge an, die an Investmentfonds gebunden sind. Die erzielen mitunter Renditen von vier oder fünf Prozent. „Aber selbst dann müssen Anleger damit rechnen, dass vom Gewinn nur die Hälfte bei ihnen ankommt – weil ihn die hohen Kosten aufzehren“, erklärt Oelmann.

So geht’s nachhaltiger: Davon abgesehen, dass sich Versicherungen als Sparanlage nicht lohnen, gibt es für diese Produkte bislang auch kein vertrauenswürdiges Nachhaltigkeitssiegel wie das des FNG. Allerdings gibt es einige Anbieter, die zu nachhaltigeren Renten-, Lebens- und anderen Versicherungen beraten – lies dazu auch: Nachhaltige Versicherungen, Rente oder Krankenkasse

Das solltest du bei grünen Geldanlagen sonst noch beachten

Auch wenn es mit dem FNG-Siegel bereits ein etabliertes Label für nachhaltige Geldanlagen gibt, solltest du bei allen grünen Finanzprodukten genau hinschauen. Tipps dafür findest du auf der Plattform www.geld-bewegt.de von der Verbraucherzentrale Bremen. Eine kostenpflichtige Übersicht mit monatlich aktualisierten Zinsangeboten von Ökobanken findest du bei der Stiftung Warentest.

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