Carbon Disclosure Project einfach erklärt: Mit Daten zu mehr Umweltschutz

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Das Carbon Disclosure Project verspricht, Wirtschaft und Nachhaltigkeit zusammenzubringen. Wie sich das Projekt mithilfe von Daten für mehr Umweltschutz einsetzt, erfährst du hier.

Das Carbon Disclosure Project (CDP) macht den Einfluss, den große Firmen und Regionen auf die Umwelt haben, für alle transparent und offen zugänglich. Das Projekt stützt sich auf eine gemeinnützige Organisation, die mittlerweile an vielen Orten der Welt ihre Standorte hat, darunter in Berlin. Registriert ist die Organisation in Großbritannien, wo sie ihren Hauptsitz in London hat. Das Projekt wurde von Akademikerinnen und Akademikern aus Bereichen der Wirtschaft und Nachhaltigkeit ins Leben gerufen.

  • „Carbon“ ist englisch und bedeutet Kohlenstoff. Das Projekt bezieht sich allerdings nicht nur auf  CO2 Emissionen. Vielmehr geht es um sämtliche positiven und negativen Einflüsse, die Unternehmen, Städte und Regionen auf die Umwelt haben. Dazu zählt beispielsweise auch die Nutzung erneuerbarer Energien.
  • “Disclosure“ kommt ebenfalls aus dem Englischen und bedeutet Offenlegung oder Darstellung.

Wie können Daten zu mehr Umweltschutz führen?

Wie umweltfreundlich eine Stadt oder ein Unternehmen ist, wird durch das Projekt transparent gemacht.
Wie umweltfreundlich eine Stadt oder ein Unternehmen ist, wird durch das Projekt transparent gemacht. (Foto: CC0 / Pixabay / nikolabelopitov)

Der Prozess des Carbon Disclosure Projects besteht im wesentlichen aus drei Schritten:

  1.  Das Projekt bittet Unternehmen, Städte und Länder um Daten über ihren jeweiligen Umwelteinfluss. Diese Daten umfassen beispielsweise Treibhausgas-Emissionen und den Umgang mit Ressourcen wie Wasser. Wenn die Firma oder Stadt bei dem Projekt mitmachen möchte, sendet sie ihre Daten freiwillig ein.
  2.  Das CDP prüft nun die aus der Selbstauskunft generierten Daten kritisch. Anschließend analysiert es die Einflussfaktoren. Das Projekt zeigt der Stadt oder dem Unternehmen auf, in welchen Punkten sie noch nachhaltiger handeln können, und gibt ihnen dazu Ratschläge.
  3.  Schließlich kommen die Daten in einen öffentlich zugänglichen und kostenlosen Pool, wo sie jeder abrufen kann.

Nun können

  • Investoren besser entscheiden, in welches Unternehmen sie Geld investieren möchten. Da Nachhaltigkeit in Zukunft immer wichtiger wird, sind nachhaltige Unternehmen besonders attraktiv für Investoren.
  • die Unternehmen voneinander lernen. Wie bereits erwähnt, werden ökologische Konzepte und grünes Wachstum auch in der Wirtschaft wichtiger. Umweltfreundliche Prozesse bilden auf lange Sicht eine stabile Grundlage für Firmen und Unternehmen. So sind sie beispielsweise weniger abhängig von der Nutzung begrenzter Ressourcen, die in Zukunft möglicherweise nicht mehr in großen Mengen zur Verfügung stehen. Unternehmen können neue Innovationen einsehen, sich austauschen und lernen, nachhaltiger zu handeln.
  • politische Entscheidungsträger wichtige Informationen einsehen. Das CDP bietet seriöse Daten über Umwelteinflüsse im großen Maßstab. So können Regierungen von Städten und Regionen die Wirkung umweltpolitischer Maßnahmen einsehen. Dadurch werden neue Regelungen für mehr Umweltschutz seitens der Politik angeregt.

Vorteile und Einfluss des Carbon Disclosure Projects

Städte haben sich beispielsweise das Ziel gesetzt, Grünflächen zu erweitern.
Städte haben sich beispielsweise das Ziel gesetzt, Grünflächen zu erweitern. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Nach eigenen Angaben nehmen bereits über 7.000 Unternehmen, 620 Städte und 120 Regionen aus über 90 Ländern an dem Projekt teil. Sie können sich austauschen und gegenseitig zu weiteren Schritten motivieren. Zum Beispiel haben sich 40% der Städte das Ziel gesetzt, ihre CO2 Emissionen zu reduzieren. London plant sogar, bis 2050 eine Null-CO2 Emissionen-Stadt zu werden. 600 Millionen Menschen profitieren von den umweltpolitischen Maßnahmen ihrer Städte und Regionen, beispielsweise durch ein grüneres Lebensumfeld oder mehr Radwege.

Als Firma bei dem Projekt mitzumachen, ist vorteilhaft, um mit einer guten Umweltbilanz Investoren zu gewinnen. So fordern zunehmend mehr Investoren von Unternehmen, ihren Umwelteinfluss offenzulegen. Weiterhin können sie durch das Projekt bekannter werden und sich mit anderen Firmen vernetzen.

Durch die genannten Beweggründe werden immer mehr Städte, Regionen und Unternehmen angeregt, sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu engagieren.

Wenn du dich weiter über das Projekt informieren möchtest, kannst du die Website des Projekts besuchen. Als gemeinnützige Organisation freut sich das Carbon Disclosure Project auch über deine Spende.

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