Weltwassertag 2019: Wasser und Abwasser

Foto: Pixabay / CC0 / Arek Socha

Wasser ist wertvoll – daran erinnert an jedem 22. März seit 1993 der Weltwassertag. Hier die wichtigsten Infos.

Wasser ist Leben. Ohne Wasser könnte nichts, auch nicht der kleinste Einzeller, überleben. Etwa zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt (daher der Name „blauer Planet“). Ein durchschnittlicher Mensch besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser.

Aber Wasser, besonders sauberes Trinkwasser, ist zugleich knapp – und nicht jedem Menschen zugänglich. 2,1 Milliarden Menschen haben laut UNESCO keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser, und 4,3 Milliarden Menschen müssen ohne sichere Sanitäranlagen auskommen.

Für uns, die wir direkt aus dem Wasserhahn trinken können und auch zur Klospülung aufbereitetes Trinkwasser verwenden, ist das beinahe unvorstellbar.

Themen am Weltwassertag: Wasser, Abwasser & Gewässer

Einen großen Teil des Wasser verbrauchen wir nicht zum Kochen, Waschen oder Duschen, auch wenn sich der Gedanke natürlich aufdrängt. Vielmehr verbrauchen wir viel Wasser indirekt, über den Wasserfußabdruck unserer Produkte:

Der Weltwasserbericht 2019 der UNESCO gibt an, dass Umweltschäden und mangelnde Wasserressourcen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich 45 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 40 Prozent der weltweiten Getreideproduktion bedrohen.

Deutschland geht es beim Wasser gut, fast alle Haushalte sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und haben Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. Dennoch sollten auch wir uns um unser Wasser sorgen, betont Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, denn …

…nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. Deshalb brauchen wir unter anderem eine neue Landwirtschaftspolitik.“

So ist etwa die Artenvielfalt in und um die Gewässer zurückgegangen.

„Viele Gewässer sind mittlerweile sehr weit davon entfernt, dass man sie noch natürlich nennen könnte“, sagte Maria Krautzberger, Behördenchefin des Umweltbundesamtes, der Neuen Osnabrücker Zeitung

Das Grundwasser weise vielerorts zu hohe Nitratbelastungen auf. „Der Verursacher ist hier weitüberwiegend die Landwirtschaft“, so Krautzberger weiter. Sie meint damit vor allem die konventionelle Agrarindustrie. Wegen der Folgen der unnachhaltigen Bodenausbeutung wurde Deutschland bereits vor dem Europäischen Gerichtshof verurteilt.

In Nordwestdeutschland mit intensiver Massentierhierhaltung sei die Nitrat-Belastung gar ein „agrarstrukturelles Problem“. Krautzberger weiter:

„Wir müssen also auch über die Zahl der Tiere reden, die in einer Region gehalten werden.“

Wo es weniger Nutztiere gebe, gebe es weniger Gülle und somit weniger Nitrat.

Der Weltwassertag am 22. März soll zum Umdenken bewegen – und wir sollten uns bei der Gelegenheit fragen, womit wir unseren Garten gießen, warum wir völlig unsinnige Wasserprodukte kaufen und ob das Ausmaß unserer industrielle Fleischproduktion nicht nur ethisch ein Problem ist, sondern längst auch unsere vorhandenen Ressourcen bedroht.

Interessantes zum Thema Wasser:

Der Weltwassertag erinnert daran, dass Wasser nicht überall so reichlich vorkommt wie bei uns
Der Weltwassertag erinnert daran, dass Wasser nicht überall so reichlich vorkommt wie bei uns. (Foto: Pixabay)

Geschichte des Weltwassertags

Der Weltwassertag (auch „Tag des Wassers“) entstand 1992 auf einer UN-Weltkonferenz zu den Themen Umwelt und Entwicklung. Dort wurde auch die sogenannte „Agenda 21“ beschlossen, ein Leitpapier für nachhaltige Entwicklungsmaßnahmen. Auf dieser Grundlage wurde mit einer UNO-Resolution der 22. März als Datum für den Weltwassertag festgelegt.

Seit 1993 wird der Weltwassertag weltweit begangen – jährlich unter einem anderen Motto. Seit 2003 koordiniert UN-Water als verantwortliche Organisation die diversen Veranstaltungen und Initiativen rund um den Globus. Seit 2005, dem Beginn des „Jahrzehnt des Wassers“ (2005-2015), erscheint jährlich ein Weltwasserbericht, der die aktuelle globale Versorgungssituation zusammenfasst.

Lies auch: 5 Argumente gegen Mineralwasser

Die Wasserhochburgen Europas

Sicheres, sauberes Trinkwasser gilt unter Experten als das kostbarste Gut der Zukunft. Angesichts von 71 Prozent Erdoberfläche, die von Wasser bedeckt sind, klingt das ziemlich übertrieben. Doch mit einem Süßwasseranteil von nur rund 2,5 Prozent, der zu etwa 70 Prozent als Eis auf Gletschern oder an den Polkappen gebunden ist, relativiert sich diese Zahl wieder.

Im Endeffekt bleiben also nur 0,75 Prozent des weltweit vorhandenen Wassers als potenzielles Trinkwasser über – und dieses ist noch dazu sehr ungleich verteilt. Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den „Wasserhochburgen“ der Erde, hier sorgen Niederschläge für entsprechenden Ausgleich zu Nutzung und Verdunstung von Süßwasser.

Das Trinkwasser kommt bei uns aus dem Wasserhahn, ein Privileg, das wir zu schätzen wissen sollten. Denn in vielen Trockengebieten der Erde sind lange Fußmärsche notwendig, um das täglich benötigte, saubere Wasser zu beschaffen. Der Weltwassertag ist eine gute Gelegenheit, sich daran zu erinnern – und mit unserem Wasser noch bewusster und schonender umzugehen (Infos auch auf worldwaterday.org).

Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den Wasserhochburgen der Erde
Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den Wasserhochburgen der Erde. (Foto: Pixabay CC0 Public Domain)

Wir können am Weltwassertag bei uns Wasser sparen – hier 12 Tipps dazu. Aber ist in unseren Breiten Wasser zu sparen überhaupt sinnvoll? Bei kaltem Wasser heißt die Antwort eher Nein, denn bei uns herrscht scheinbar kein Mangel. Und doch sind auch wir an der weltweiten Wasserknappheit beteiligt – über das sogenannte virtuelle Wasser.

„Wir sind Mitverursacher der großen Probleme in anderen Weltregionen – durch den Import etwa von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Herstellung teils gewaltige Wasserressourcen benötigt“, so Ulla Burchardt von der UNESCO. Lies dazu: Wasserfußabdruck: der wahre Wasserverbrauch unserer Produkte.

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