Weltwassertag 2021: der Wert des Wassers

Foto: Pixabay / CC0 / Arek Socha

Wasser ist wertvoll – daran erinnert an jedem 22. März seit 1993 der Weltwassertag. Wir haben alle Infos zu diesem wichtigen Aktionstag.

Wasser ist Leben. Ohne Wasser könnte nichts, auch nicht der kleinste Einzeller, überleben. Etwa zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt (daher der Name „blauer Planet“). Ein durchschnittlicher Mensch besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser.

Aber Wasser, besonders sauberes Trinkwasser, ist zugleich knapp – und nicht jedem Menschen zugänglich. 2,2 Milliarden Menschen haben laut UNESCO keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser, und 4,2 Milliarden Menschen müssen ohne sichere Sanitäranlagen auskommen.

Für uns, die wir direkt aus dem Wasserhahn trinken können und auch zur Klospülung aufbereitetes Trinkwasser verwenden, ist das beinahe unvorstellbar.

Weltwassertag: Rund um Wasser, Abwasser & Gewässer

Seit 1993 wird der Weltwassertag weltweit begangen – jährlich unter einem anderen Motto. Seit 2003 koordiniert UN Water als verantwortliche Organisation die diversen Veranstaltungen und Initiativen rund um den Globus. Seit 2005, dem Beginn des „Jahrzehnt des Wassers“ (2005-2015), erscheint jährlich ein Weltwasserbericht der UNESCO, der die aktuelle globale Versorgungssituation zusammenfasst.

Und sie ist nicht gut: Der Weltwasserbericht 2019 der UNESCO gibt an, dass Umweltschäden und mangelnde Wasserressourcen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich 45 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 40 Prozent der weltweiten Getreideproduktion bedrohen könnten.

Weltwassertag 2021: „Valuing Water“ – „Wert des Wassers“

Unter dem Motto „Valuing Water“ also „Wert des Wassers“ steht der diesjährige Weltwassertag. Die Vereinten Nationen rufen dazu auf, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Das bezieht sich nicht nur auf den finanziellen Wert, sondern auch auf den ökologischen, sozialen und kulturellen Wert. Denn Wasser ist eine begrenzte Ressource, über dessen Wert wir uns bewusst werden sollen.

Trinkwasser knapp Hitze Dürre
Zum Weltwassertag sollten wir uns bewusst machen, dass Wasser nicht überall so reichlich vorkommt wie bei uns. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay -Couleur)

Der Weltwassertag am 22. März soll zum Umdenken bewegen – und wir sollten uns bei der Gelegenheit fragen, womit wir unseren Garten gießen und unser Auto waschen, warum wir völlig unsinnige Wasserprodukte in Plastikflaschen kaufen und ob wir wirklich so viel Fleisch essen sollten, während die industrielle Fleischproduktion längst auch Wasserressourcen bedroht.

Deutschland als „Wasserhochburg“

Sicheres, sauberes Trinkwasser gilt unter Expert:innen als das kostbarste Gut der Zukunft. Angesichts von 71 Prozent Erdoberfläche, die von Wasser bedeckt sind, klingt das ziemlich übertrieben. Doch mit einem Süßwasseranteil von nur rund 2,5 Prozent, der zu etwa 70 Prozent als Eis auf Gletschern oder an den Polkappen gebunden ist, relativiert sich diese Zahl wieder.

Im Endeffekt bleiben also nur 0,75 Prozent des weltweit vorhandenen Wassers als potenzielles Trinkwasser übrig – und dieses ist noch dazu sehr ungleich verteilt. Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den „Wasserhochburgen“ der Erde, hier sorgen Niederschläge für entsprechenden Ausgleich zu Nutzung und Verdunstung von Süßwasser.

Leitungswasser-trinken
Das Leitungswasser in Deutschland können wir problemlos trinken (CC0 / Unsplash.com / Jacek Dylag; Sandra Seitamaa)

Das Trinkwasser kommt bei uns aus dem Wasserhahn und wir können es meist bedenkenlos trinken – ein Privileg, das wir zu schätzen wissen sollten. Denn in vielen Trockengebieten der Erde sind lange Fußmärsche notwendig, um das täglich benötigte, saubere Wasser zu beschaffen. Der Weltwassertag ist eine gute Gelegenheit, sich daran zu erinnern – und mit unserem Wasser noch bewusster und schonender umzugehen (Infos auch auf worldwaterday.org).

Lies auch: Wir sollten endlich aufhören, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen

Bedrohung für unser Grundwasser

Deutschland geht es beim Wasser zwar gut, fast alle Haushalte sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und haben Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. Dennoch sollten auch wir uns um unser Wasser sorgen, betont Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, denn:

„Nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. Deshalb brauchen wir unter anderem eine neue Landwirtschaftspolitik.“

In Deutschland weist das Grundwasser vielerorts zu hohe Nitratbelastungen auf; vor allem aufgrund der Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft. Wegen der Folgen der unnachhaltigen Bodenausbeutung wurde Deutschland bereits vor dem Europäischen Gerichtshof verurteilt. Hier muss die Politik handeln und strengere Vorgaben für die Landwirtschaft erlassen. Gleichzeitig können wir mit unseren Konsumentscheidungen – etwa für Bio-Produkte und wenig Fleisch – ein Zeichen setzen.

Gülle steckt voller Nährstoffe für den Boden - und trägt so zur Eutrophierung bei.
Die industrielle Landwirtschaft trägt dazu bei, dass unser Grundwasser zu viel Nitrat enthält. (Foto: CC0 / Pixabay / Pascvii)

Wasser sparen – wie sinnvoll ist das?

Wir könnten den Weltwassertag außerdem zum Anlass nehmen, noch mehr Wasser zu sparen – hier 10 Tipps zum Wasser sparen im Haushalt. Aber: Ist in unseren Breiten Wasser zu sparen überhaupt sinnvoll? Bei kaltem Wasser heißt die Antwort eher Nein, denn im Prinzip herrscht bei uns kein Mangel. Wichtiger ist es, darauf zu achten, dass wir über Abfluss, Toilette oder Gully möglichst wenige Schadstoffe in den Wasserkreislauf einbringen, denn die Reinigung des Abwassers ist sehr energieaufwändig.

Warmes Wasser zu sparen dagegen macht Sinn, denn das Erhitzen verbraucht viel Energie. Den größten Umweltschutzeffekt können wir daher durch das Sparen von Warmwasser erreichen. 

Ein weitere Faktor: Über das sogenannte virtuelle Wasser sind wir auch an der weltweiten Wasserknappheit beteiligt. Denn wir verbrauchen mitunter enorm viel Wasser indirekt – über den Wasserfußabdruck unserer Produkte. Fleisch, Südfrüchte, Baumwolle und Elektronik etwa benötigen zur Herstellung sehr viel Wasser; oft in Ländern, in denen dieses eh schon knapp ist.

„Wir sind Mitverursacher der großen Probleme in anderen Weltregionen – durch den Import etwa von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Herstellung teils gewaltige Wasserressourcen benötigt“, so Ulla Burchardt von der UNESCO. 

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(1) Kommentar

  1. „Ist in unseren Breiten Wasser zu sparen überhaupt sinnvoll? Bei kaltem Wasser heißt die Antwort eher Nein…“

    Diese Aussage ist so NICHT richtig! Es gibt durchaus Regionen in Deutschland, wie z.B. in Oberfranken (Bayern), in denen sich der Grundwasserspiegel aufgrund der Trockenheit nicht mehr erholt und Jahr für Jahr immer weiter absinkt.

    Es ist deshalb sehr wohl geboten das kostbare Gut nicht unnötig zu verschwenden, indem man z.B. seinen Garten damit sprengt oder das Wasser unnötig laufen lässt.