Spiele mit Mission: 8 gelungene Games zu Umwelt & Klima

Bilder: Amanita/Videocult/Causa Creations.

Games, die Spaß machen, gut aussehen – und dabei auch noch wichtige Themen behandeln? Gibt’s! Wir haben acht Computerspiele für dich getestet, die sich nicht darin erschöpfen, möglichst viele Gegner unter die Erde zu bringen.

Meistens wollen Computerspiele vor allem eins: richtig gut unterhalten. Dass das oft gelingt, zeigt die ungebrochene Popularität der Games, mit denen die Computerspiele-Industrie jährlich Milliarden umsetzt. Die meisten Spiele haben bewusst kaum etwas mit der Wirklichkeit zu tun und behandeln fast nie gesellschaftliche Themen.

Sogenannte Serious Games dagegen – also Computerspiele, bei denen sich während des Zockens ein Lerneffekt einstellen soll – können oft vor allem eines: schief gehen. Weil gut gewollt eben nicht gleich gut gemacht ist. Mit dem peinlichen „Aufbruch Bayern“ (angeblich für 100.000 Euro aus Steuermitteln entwickelt) musste die bayerische Staatskanzlei das am eigenen Leib erfahren.

Manchmal heißt gut gewollt aber eben doch gut gemacht! Wir haben digitale Spiele zu Umwelt- und Klimathemen für dich recherchiert und getestet, die nicht nur wichtige Probleme ansprechen – sondern auch Spaß machen und dabei gut aussehen.

Ärger im Paradies: Botanicula

Botanicula ist mit Sicherheit das putzigste Spiel auf dieser Liste. Aber die Optik täuscht! Denn obwohl in dem niedlichen Paradies einer Baumkrone alles in bester Ordnung scheint, hat sich dort ein dunkles Wesen eingenistet, das dafür sorgt, dass die Blätter und am Ende der ganze Baum absterben.

Fünf ungleiche Freunde – ein Stock, ein Pilz, ein Samenkorn, eine Art Kürbisfrucht und ein geflügeltes Insekt – machen sich daran, ihren Baum zu retten. In dem klassischen Point-and-Click-Spiel gilt es, viele Rätsel zu lösen und einer Menge Gegnern zu entkommen – nicht nur dem Übel, dass sich im Baum eingenistet hat, sondern auch großen Insekten und Fressfeinden.

Botanicula stammt aus dem Entwicklerstudio Amanita Design, das schon andere fantastische Point-and-Clicks vorgelegt hat. Botanicula dreht die Schraube noch mal enger: Auf dem Baumwipfel, dem einzigen Schauplatz des Spiels, existiert ein ganzes Ökosystem voller eigenartiger Lebewesen, die manchmal hilfreich sind (und manchmal nicht). Allein deren Zusammenspiel zu beobachten, macht schon einen großen Reiz des Spieles aus.

Letztendlich geht es darum, genau dieses Ökosystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dass das mit Hilfe vertrackter Rätsel in einer zauberhaften Welt passiert, schadet nicht.

Mal schnell die Welt retten: Earth Games

Bei Earth Games handelt es sich um einen Zusammenschluss von Studenten, Game-Designern und Klimaexperten, die zusammen kurzweilige, wissenschaftlich fundierte Spiele zu Umweltthemen produzieren. Hauptsächlich handelt es sich dabei um mobile Spiele, die manchmal auf bekannten Spielemechanismen basieren.

Life of Pika beispielsweise ist ein Vertical Scroller, in dem man einen putzigen Pfeifhasen auf seiner Reise nach Norden – fort von seinem sich erwärmenden Lebensraum – unterstützen muss.

Climate Quest dagegen ist ein kurzes Taktik-Spiel im Stil der Civilization-Reihe, in dem es darum geht, Wissenschaftler dort zu platzieren, wo sie gebraucht werden. Wirf hier einen Blick auf die putzige 8-bit-Grafik:

A Caribou’s Tale basiert auf dem Spielprinzip des Arcade-Klassikers Breakout. Das Ziel: Eine Familie von Karibus zu ernähren, was sich, je wärmer das Klima wird, desto schwerer gestaltet.

Insgesamt 10 Spiele hat das Studio bislang entwickelt, alle sind kostenlos für iOS und Android verfügbar, kurzweilig und mit Liebe gestaltet.

  • Spiele: Life Of Pika, A Caribou‘s Tale, Climate Quest u.a.
  • Entwickler: Earth Games
  • System: iOS, Android
  • Preis: Kostenlos
  • Website von Earth Games

Kunst als Games verkleidet: Causa Creations

Cause Creations besteht aus den beiden Künstlern, Aktivisten und Game-Designern Tilmann Hars und Georg Hobmeier, die in wechselnden Kollaborationen sogenannte Social Awareness Games produzieren. Das Themenspektrum, das die Spiele behandeln, reicht von Beutekunst über das Lebens eines Straßenschuhverkäufers in Daressalam bis zum Antikriegs-Shooter.

Die Spiele The Resource Paradox und Burn The Boards beschäftigen sich dagegen mit Umweltthemen. The Recource Paradox ist ein Spiel über Landraub von Ölfirmen im ländlichen Indien. In dem klassischen Strategiespiel geht es darum, ein Dorf aufzubauen und zu verwalten, während die Luftverschmutzung immer schlimmer wird und der Boden immer knapper.

Gleichzeitig soll die Ölfirma daran gehindert werden, ihr Treiben fortzusetzen. Dies gelingt im späteren Spielverlauf entweder mithilfe bewaffneter Guerillatruppen oder durch Anwälte, je nach Spielentwicklung.

Burn The Boards dagegen ist ein mobiles Puzzlespiel, in dem du als Arbeiter in einer Elektronik-Recycling-Firma für einen Hungerlohn Chipsätze in möglichst wenigen Zügen auseinanderbauen musst. Jeder Zug vergiftet die Spielfigur ein wenig mehr, für den Hungerlohn müssen außerdem Essen, Arbeitsmaterialien und Arztbesuche finanziert werden. Burn The Boards ist ein kurzweiliges und herausforderndes Puzzlespiel geworden – das gleichzeitig mit einer bitteren Pointe aufwartet.

Katzenschnecke auf großer Fahrt: Rain World

Eine kleine Katzenschnecke hat bei einer Flut ihre Familie verloren – und muss nun durch eine postapokalyptische Landschaft voller Raubtiere und Industriemüll schleichen, um ihre Verwandten wiederzufinden. Sintflutartige Regenfälle und ständiger Nahrungsmangel zehren gleichermaßen an den Nerven der Protagonistin und des Spielers.

Rain World ist ein atmosphärisches 2D-Jump-‘n‘-Run des Indie-Studios Videocult, in das die Umweltthematik subtil eingearbeitet ist. Die Industrieruinen, die ständigen Regenfälle: Das alles sind die Folgen einer Umweltkatastrophe, die die tapfere Katzenschnecke ständig bedrohen. Der eigentliche Star von Rain World ist deshalb auch die ebenso poetische wie zerstörte Welt, von der das Spiel handelt.

  • Rain World (2017)
  • Entwickler: Videocult
  • System: PC, Playstation
  • Preis: ca. 20 Euro
  • Rain World auf Steam

Walle, Wasser walle: Hydrophobia

Hydrophobia liefert zum Spiel gleich den theoretischen Unterbau mit. Wir befinden uns in der Mitte des 21. Jahrhunderts: Während es sich eine Elite auf dem Stadt-Luftschiff „Queen of the World“ gutgehen lässt, lebt der Rest der Menschen aufgrund von Überbevölkerung in konstantem Mangel.

Eines Tages greift eine terroristische Gruppe namens Malthusianer – benannt nach dem britischen Ökonom Thomas Malthus – das Luftschiff an. Das Ziel: einen Großteil der Menschheit zu töten, um den Überlebenden ein besseres Leben zu sichern. Die widerwillige Heldin Kate, die entdeckt, dass sie Wasser kontrollieren kann, versucht das zu verhindern.

Tatsächlich warnte Thomas Malthus 1798 vor der sogenannten „malthusianischen Katastrophe“, dem Punkt, an dem nicht mehr die ganze Erdbevölkerung mit Nahrung versorgt werden könne – Verelendung sei die Folge. Als religiöser Mensch lehnte er Abtreibung und Verhütung ab, sondern setzte auf Bildung und Selbstregulierung der Natur. In Hydrophobia ist diese malthusianische Katastrophe eingetreten.

Hydrophobia erschien bereits 2010, dennoch haben die Entwickler von Dark Energy Digital etwas in das Spiel eingebaut, das sich auch heute noch sehen lassen kann: die eigens entwickelte HydroEngine, die für realistisches Aussehen und Verhalten des Wassers sorgt. Die attraktive Grafik und die sorgfältig ausgearbeitete Geschichte der Spielwelt machen Hydrophobia nach wie vor zu einem ungewöhnlichen und lohnenswerten Spiel mit Tiefgang.

  • Hydrophobia (2010)
  • Entwickler: Dark Energy Digital
  • System: Xbox 360, Playstation 3, PC
  • Preis: ca. 5 Euro
  • Hydrophobia auf Steam

Kennst du noch mehr empfehlenswerte Spiele, bei denen Klimazerstörung oder der Schutz der Umwelt eine wichtige Rolle spielen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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