Dampfgaren: Warum du dein Essen unter Dampf kochen solltest

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Dampfgaren ist eine jahrhundertealte Garmethode, bei der die Speisen besonders nährstoff- und aromaschonend zubereitet werden. Hier erfährst du, wie Dampfgaren funktioniert, welche Methoden es gibt und welche Zutaten sich besonders gut eignen.

Mit Dampfgaren werden Garmethoden bezeichnet, bei denen die Speisen nicht direkt im Wasser, sondern in Wasserdampf gegart werden. Besonders in Asien hat Dampfgaren eine lange Tradition, hier in Europa ist es dagegen erst im letzten Jahrhundert beliebt geworden.

Das macht Dampfgaren besonders gesund

Wenn du deine Speisen in Wasser garst, lösen sich viele Nährstoffe und gehen im Wasser verloren, beispielsweise Vitamin C und die B-Vitamine. Zudem verlieren die Lebensmittel an Geschmack, da sie auch Aromastoffe ans Kochwasser abgeben. Somit sind gedämpfte Gerichte nicht nur besonders gesund, sondern schmecken auch intensiver und du musst sie weniger stark würzen.

Dampfgaren: Ein Wort, viele Methoden

Dampfgaren im Römertopf ist eine traditionelle Methode.
Dampfgaren im Römertopf ist eine traditionelle Methode. (Foto: CC0 / Pixabay / Security)

Grundsätzlich kannst du zwischen zwei Dampfgarmethoden unterscheiden:

  • Dampfgaren bei Normaldruck, also bei dem normalen Luftdruck.
  • Dampfgaren bei erhöhtem Druck in einem Schnellkochtopf. Das hat den Vorteil, dass das Wasser unter erhöhtem Druck nicht schon bei 100°C, sondern erst bei 120°C siedet und somit die Garzeit der Lebensmittel kürzer ist.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du dein Essen bei Normaldruck dämpfen kannst. Besonders einfach und günstig sind Dämpfeinsätze für Töpfe oder Woks. Diese können aus Metall oder, wie in Asien üblich, aus Bambus sein. Häufig können mehrere Einsätze übereinander gestapelt werden, sodass du verschiedene Speisen gleichzeitig zubereiten kannst.

Weit verbreitet sind außerdem Dampfkochtöpfe. Inzwischen gibt es sogar Dampfgarer in Backofengröße, die in neue Einbauküchen fest installiert werden können. Diese kommen für dich am ehesten in Frage, wenn du besonders große Mengen dämpfen willst.

Eine wiederrum alte Methode ist das Dampfgaren im sogenannten Römertopf. Dabei handelt es sich um einen Tontopf, der vor der Verwendung gewässert, dann mit dem Gargut gefüllt und in den Ofen gestellt wird. Das Wässern des Tons verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Topf austreten kann. Somit garen die Lebensmittel in ihrem eigenen Saft.

So funktioniert Dampfgaren

Der Dampf beim Dampfgaren ist sehr heiß - Backhandschuhe schützen deine Hände.
Der Dampf beim Dampfgaren ist sehr heiß – Backhandschuhe schützen deine Hände. (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Dampfgaren im Topf:

Wenn du einen Topf als Dampfgarer benutzt, musst du diesen mit einer ausreichend großen Menge Wasser füllen. Wie viel das ist, ist häufig im Rezept angegeben. Bei Dampfkochtöpfen sollte es in der Bedienungsanleitung stehen. Wichtig ist auch, dass der Deckel des Topfes gut schließt, da sonst der Dampf entweichen kann.

Damit deine Zutaten gleichzeitig gar sind, solltest du sie ihrer Garzeit entsprechend zurecht schneiden. Das heißt, Lebensmittel mit einer längeren Garzeit solltest du kleiner schneiden als welche, die schneller gar sind.

Wenn alles im Topf ist, kochst du, sofern es im Rezept nicht anders angegeben ist, das Wasser einmal auf und lässt es anschließend bei mittlerer Hitze sieden. Das Dampfgaren funktioniert am besten, wenn du den Topfdeckel während des Garvorgangs nicht hochhebst. Dann kann kein Dampf entweichen. Stattdessen kondensiert er am Topfdeckel und tropft auf dein Gargut – so bleibt es besonders saftig. Nur gegen Ende der Garzeit solltest du prüfen, ob das Essen gar ist. Vorsicht: Der Dampf, der beim Öffnen des Topfdeckels entweicht, ist sehr heiß. Am besten schützt du deine Hände mit handschuhförmigen Topflappen.

Dampfgaren im Römertopf:

Falls du dagegen das Dampfgaren im Römertopf ausprobieren möchtest, ist es wichtig, dass du den Topf richtig gut wässerst. Zehn bis 15 Minuten sollte er im Wasser stehen. Im Anschluss stellst du den Topf in den kalten Ofen und heizt diesen erst jetzt auf. Das ist wichtig, da der Ton Sprünge bekommen kann, wenn du ihn in den vorgeheizten Backofen stellst.

Bei allen Dämpfmethoden kommst du ohne die Zugabe von Fett aus. Zutaten wie Fleisch oder Gemüse kannst du für noch mehr Geschmack vor dem Dämpfen kurz anrösten oder karamellisieren. Den dabei entstehenden Sud kannst du anschließend zum Wasser in den Topf geben. Besonders schmackhaft werden deine Gerichte auch, wenn du das Wasser mit etwas Gemüsebrühe oder Wein anreicherst.

Welche Zutaten eignen sich für den Dampfgarer?

Lauch lässt sich sehr gut dämpfen.
Lauch lässt sich sehr gut dämpfen. (Foto: CC0 / Pixabay / bazinga1k980)

Im Prinzip kannst du fast alles Dämpfen. Besonders vorteilhaft ist das Dampfgaren für empfindliche Lebensmittel wie junges Gemüse oder Fisch. Diese verlieren bei anderen Garmethoden schnell ihren feinen Geschmack. Gut geeignet zum Dämpfen sind auch Kartoffeln, Hefeklöße, Reis oder kleinere Fleischstücke. Nur Speisen mit sehr langen Garzeiten sind nicht besonders gut geeignet, da das Dampfgaren ohnehin etwas länger dauert als andere Garmethoden.

Von der schonenden Zubereitung im Dampfgarer kannst du am besten profitieren, wenn deine Zutaten richtig frisch sind und nicht schon einen Großteil ihrer Nährstoffe durch die Lagerung verloren haben. Hier gilt also ganz besonders, dass du saisonale und regionale Produkte kaufen solltest, am besten auf dem Wochenmarkt.

Rezept-Tipp: Jetzt im Winter kannst du zum Beispiel Lauchstangen dämpfen und mit einer Vinaigrette aus Olivenöl, Essig, Senf, gehackten Kapern,Petersilie, Salz und Pfeffer servieren. Diese leckere Vorspeise nennt sich Poireaux vinaigrette und kommt aus Frankreich.

Unser Fazit zum Dampfgaren

Insgesamt können wir dir das Dampfgaren als eine besonders gesunde, leckere und schonende Garmethode empfehlen. Die etwas längeren Garzeiten kannst du entweder dadurch kompensieren, dass du einen Schnellkochtopf verwendest oder deine Zutaten ausreichend klein schneidest. Dann sparst du beim Dampfgaren sogar Energie, da du das Wasser nur einmal aufkochen musst und den Herd anschließend auf eine mittlere Temperatur stellen kannst.

Außerdem kannst du verschiedene Zutaten gleichzeitig garen, ohne dass sich ihr Geschmack vermischt.

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