Der Blaue Engel bei Wandfarben: Was sagt das Siegel aus?

Farbe, streichen
Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO

Beim Kauf von Wandfarben verlassen sich viel Verbrauche auf das Siegel „Blauer Engel“. Immerhin wird dieses Siegel vom Staat herausgegeben. Doch was sagt es aus?

Umweltsiegel Blauer Engel bei Wandfarben

Das Siegel „Der Blaue Engel“ ist das wohl bekannteste Umweltsiegel in Deutschland. Dahinter stehen unter anderem das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt. Die genauen Kriterien legt eine Jury fest, in der Umwelt- und Verbraucherschützer, Handels- und Handwerksvertreter und Gewerkschafter sitzen. Für Wandfarbe gelten folgende Vorschriften:

  • unter 0,1% Weichmacher
  • sehr wenig Lösungsmittel und Formaldehyd (unter 0,1g/Kg)
  • telefonische Beratung für Allergiker
  • frei von krebserzeugenden, fortpflanzungsgefährdenden und erbgutverändernden Stoffen
  • frei von Bleiverbindungen (Ausnahme: Verunreinigungen bei Produktion)
  • geringer Anteil an Konservierungsstoffen
  • schädigt nicht die Ozonschicht
  • Werbeaussagen dürfen die Gefahren nicht verharmlosen (z.B. ist „Nicht gesundheitsschädlich“ verboten)
  • bestimmte Sicherheits-Hinweise auf der Verpackung

Für alle Kriterien muss der Hersteller einen Prüfbericht einreichen.

Wandfarben lösen Allergien aus: Blauer Engel in der Kritik

Wandfarben: Streichen mit dem Blauen Engel.
Wandfarben: Streichen mit dem Blauen Engel.
(Foto: CC0/Pixabay/stux)

2017 wurden Wandfarben mit dem Blauen Engel stark kritisiert, weil einige von ihnen Allergien auslösen können. Grund sind bestimmte Konservierungsmittel, auf die einige Menschen allergisch reagieren. Dabei handelt es sich um Isothiazolinone bzw. Methylisothiazolinon. Wandfarben mit diesem Konservierungsmittel haben einen Blauen Engel erhalten, obwohl die Farben bei vielen Menschen starke allergische Reaktionen ausgelöst haben. Unter anderem musste eine ganze Schule geschlossen werden, weil über 15 Lehrer und 60 Schüler Hautausschläge und gereizte Schleimhäute bekamen.

Inzwischen hat die Jury des Blauen Engels nachgebessert und vergibt das Siegel vorerst nicht mehr an Wandfarben mit dem Stoff Methylisothiazolinon. Noch 2018 will die Jury überarbeitete Kriterien beschließen, in denen der Stoff Methylisothiazolinon aufgenommen werden soll.

Ausnahme: Wandfarben mittleren Glanzes, seidenglänzende und pigmentierte Wandfarben dürfen aber weiterhin das Konservierungsmittel Methylisothiazolinon verwenden und mit einem Blauen-Engel-Siegel werben. Angeblich sei es nicht möglich, bei diesen Farbtypen auf das Konservierungsmittel zu verzichten, so die Jury.

Du siehst also: Der Blaue Engel auf der Verpackung nimmt dir nicht ab, selbst auf die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten zu schauen. Trotzdem ist er sinnvoll, da kritische Stoffe nur in sehr geringen Mengen enthalten sein dürfen. Wir empfehlen dir, nur Wandfarben ohne Konservierungsmittel zu kaufen.

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