Schlafzimmer streichen: Welche Farben für einen guten Schlaf sorgen

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Das Schlafzimmer zu streichen, erfordert etwas Feingefühl bei der Auswahl der richtigen Farbe. Diese sollte auch gesundheitlich unbedenklich sein. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

In kaum einem Zimmer halten wir uns so lange auf wie im Schlafzimmer. Und auch, wenn du dort die meiste Zeit im Dunkeln und mit geschlossenen Augen verbringst, ist die Farbe der Wände mit Bedacht zu wählen. Bekanntlich wirken Farben sich ganz erheblich auf unser Gemüt und unser Befinden aus. Wenn du dein Schlafzimmer streichen willst, solltest du also auf grelle und kräftige Farben verzichten. Empfehlenswert sind dagegen ruhige, gedeckte Farben und Pastelltöne. Sie verleihen eine angenehme Atmosphäre und du fühlst dich geborgen. Außerdem lassen sie dein Schlafzimmer auch größer und geräumiger wirken.

Welche Farben für guten Schlaf sorgen

Grün vermittelt Naturverbundenheit und funktioniert gut in Kombination mit Holzmöbeln.
Grün vermittelt Naturverbundenheit und funktioniert gut in Kombination mit Holzmöbeln.
(Foto: CC0 / Pixabay / ErikaWittlieb)
  • Blau wirkt entspannend und hilft daher besonders beim Einschlafen. Es kühlt den Gesamteindruck des Zimmers ab und erinnert an einen wolkenlosen Himmel oder ein stilles Meer. Die Palette reicht von zartem Himmelblau über Türkis bis zu einem eleganten Mitternachtsblau. 
  • Grün gilt als Farbe der Natur und vermittelt Glück und Geborgenheit. Daher ist es insgesamt eine sehr beliebte Wandfarbe. Mit einer Tendenz ins Gelbe wirkt sie belebender, in kühlen, bläulichen Tönen zunehmend entspannend. Darüber hinaus lassen sich verschiedene Grüntöne auch sehr leicht kombinieren.
  • Braun ist in hellen Erdtönen und Sandfarben recht neutral. Es kommt auch häufig in der Natur vor und kann Gemütlichkeit und Wärme ausstrahlen. Besonders gut wirken helle Brauntöne in Verbindung mit anderen Farben. Vorsicht ist geboten bei dunklen Brauntönen, da diese ein Zimmer kleiner wirken lassen und schnell erdrückend wirken können.
  • Gelb verbinden wir mit der Sonne und daher mit Wärme und Behaglichkeit. Insgesamt wirkt Gelb zwar belebend, doch in gedeckten Farbtönen funktioniert es auch für das Schlafzimmer hervorragend. 

Vorsicht mit diesen Wandfarben im Schlafzimmer

Weiße Schlafzimmer können steril und unpersönlich wirken.
Weiße Schlafzimmer können steril und unpersönlich wirken.
(Foto: CC0 / Pixabay / JayMantri)
  • Rot ist im Allgemeinen eine Signalfarbe und daher für das Schlafzimmer nur bedingt geeignet. Rot wird eine appetitanregende Wirkung nachgesagt, was es zu einer guten Farbe für Küche und Esszimmer macht. Im Schlafzimmer kann es allerdings zu aufwühlend wirken und sollte deshalb nur als helles Rosa oder Rosé eingesetzt werden.
  • Violett und Lila können ausgefallen und edel wirken. Allerdings sind sie ebenfalls eher anregend und fördern die Kreativität. Für das Arbeitszimmer sind sie eine bessere Wahl als für das Schlafzimmer. Hier können sie bestenfalls als Akzente eingesetzt werden oder in besonders hellen und kühlen Tönen wie Lavendel.
  • Weiß ist zwar die Standardfarbe in gemieteten Wohnräumen und weitgehend neutral. Doch eine weiße Wand wirkt auch leicht steril, kalt und unpersönlich. Als Wandfarbe ist Weiß dann zu empfehlen, wenn Möbel oder Einrichtungsstücke die Farbakzente setzen sollen. Auch weiße Farbe gibt es in vielen Tönungen und Schattierungen, die sehr unterschiedlich wirken können.

Nur mit gesunden Farben streichen

Ökologische Farben aus natürlichen Pigmenten enthalten deutlich weniger Schadstoffe.
Ökologische Farben aus natürlichen Pigmenten enthalten deutlich weniger Schadstoffe.
(Foto: CC0 / Pixabay / Riala)

Abgesehen von den Farbtönen können Wandfarben auch durch ihre Inhaltsstoffe Auswirkungen auf den Schlafenden haben. In kaum einem Zimmer machst du so viel Atemzüge wie im Schlafzimmer. Daher sollte die Wandfarbe gerade hier frei von Giftstoffen und gefährlichen Ausdünstungen sein. Farben aus dem Baumarkt enthalten häufig Verlaufsmittel oder Füllstoffe. Mit diesen kann man die Farbe leichter und in weniger Schichten auftragen. Allerdings können Formaldehyde oder Isothiazolinone Allergien, Hautreizungen und Atemwegserkrankungen hervorrufen.

Um beim Streichen deines Schlafzimmers auf Konservierungsstoffe und andere Schadstoffe in Farben zu verzichten, ist es ratsam, nur Farben zu verwenden, die mit dem Siegel „Blauer Engel“ gekennzeichnet sind. Darüber hinaus gibt es natürliche Wandfarben, die zum Teil komplett ohne Konservierungsstoffe auskommen:

  • Lehmfarbe wird aus Tonmehlen, Pflanzenstärke und natürlicher Zellulose oder pflanzlichem Eiweiß hergestellt. Sie wird vor der Anwendung lediglich mit Wasser angerührt. Lehmfarbe ist atmungsaktiv und geruchsabsorbierend. Erhältlich ist sie zum Beispiel von Volvox (**kaufen bei PureNature) EMOTON und Conluto.
  • Kalkfarbe erzeugt einen gesunden und natürlichen Anstrich, der die Wand „atmen“ lässt und somit Schimmel vorbeugt. Auch Kalkfarben enthalten keine Konservierungsstoffe. Du erhältst sie beispielsweise bei Haga Natur und AlpenKalk.
  • Silikatfarbe (Mineralfarbe) ist ebenfalls frei von Schadstoffen und sehr widerstandsfähig gegen Schimmel. Sie enthält als Bindemittel Kaliwasserglas, das aus Quarzsand und Kaliumkarbonat hergestellt wird. Sie unterscheiden sich von den handelsüblichen Dispersionssilikatfarben. Diese enthalten im Unterschied zu reinen Silikatfarben Kunstharze, die flüchtige organische Verbindungen ausdünsten können. Silikatfarbe erhältst du unter anderem bei Kreidezeit und KEIM (**kaufen bei Amazon).

In unserem ausführlichen Artikel zu ökologischen Wandfarben erhältst du noch Informationen zu anderen natürlichen Alternativen.

Das Schlafzimmer richtig streichen

Überschüssige Farbe an Pinsel und Farbrollen sollte vermieden werden.
Überschüssige Farbe an Pinsel und Farbrollen sollte vermieden werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / stux)

Im Schlafzimmer gelten beim Streichen die selben Arbeitsschritte, wie in allen anderen Wohnräumen. Hier sind einige Hinweise:

  1. Prüfe, ob die Wand guten Grund für die Farbe bietet. Alte Kalkfarbe kann nach vielen Jahren porös werden. Wenn du sie unter deinem Daumen mit etwas Druck abreiben kannst, muss sie womöglich vor dem Streichen entfernt werden.
  2. Schütze alles vor Farbflecken, was nicht gestrichen werden soll. Entferne Lampen und Steckdosen, klebe Fußbodenleisten und Türrahmen ab und lege den Fußboden mit einer Plane oder Decke aus. So ersparst du dir später unnötige Reinigungsarbeit.
  3. Wenn du eine besonders saugfähige Wand besitzt oder Flecken überstreichen musst, kann eine Grundierung sinnvoll sein. Der Grundanstrich kann auch dabei helfen, dass beim späteren Farbanstrich weniger Schichten nötig sind, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.
  4. Streiche zuerst die Ecken mit einem Pinsel. Tauche den Pinsel dabei nicht zu tief in die Farbe, da sonst Nasen und Schlieren entstehen können.
  5. Mit der Farbrolle arbeitest du in langen, parallelen Strichen zuerst waagerecht, dann senkrecht. So erhältst du einen ebenmäßigen Farbauftrag.
  6. Lass die Farbschicht für mindestens sechs Stunden trocknen. Erst dann kannst du sehen, ob die Farbe gut verteilt ist. Wenn du zu früh einige Stellen ein zweites Mal streichst, erhältst du womöglich eine fleckige Wand. Einige Farben können länger zum Trocknen brauchen als andere. Informiere dich beim Kauf darüber, um unnötigen Ärger zu vermeiden.
  7. Hat deine Farbe nach dem ersten Anstrich noch nicht die gewünschte Deckkraft, trage nun eine zweite Schicht Farbe auf. Auch wenn die Wand an einigen Stellen heller erscheint als an anderen, solltest du die gesamte Fläche noch einmal überstreichen und nicht nur die Flecken. Naturfarben können mitunter bis zu fünf Farbschichten benötigen, bis sich das gewünschte Ergebnis einstellt. Dafür halten sie anschließend aber auch länger.

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