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Doku-Tipp: 50 Jahre Greenpeace

Foto: CC0 / Pixabay / MrsBrown

Die Doku „50 Jahre Greenpeace“ zeigt, wie aus einer Ökobewegung ein weltweit tätiger Konzern wurde. Geholfen haben dabei spektakuläre Aktionen. Funktioniert diese Methode auch heute noch?

50 Jahre Greenpeace, die Doku

Die Doku „Von der Ökobewegung zum Konzern – 50 Jahre Greenpeace“ zeigt, wie sich Greenpeace zu einer der einflussreichsten Umweltorganisationen entwickelt hat.

Greenpeace steht vor allem für spektakuläre – und nicht selten umstrittene – Protestaktionen zum Schutz der Tiere und der Natur. Von Anfang an schaffte es die Organisation, Umweltsünden mit aktivistischen Inszenierungen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken: Das ist das langbewährte Greenpeace-Prinzip.

Es führte zu Bildern von Greenpeace-Aktivist:innen mit Robbenbabys im Arm, die sie kurz zuvor vor Pelzjäger:innen gerettet hatten. Oder von Aktivist:innen in winzigen Booten, die sich in das Fahrwasser riesiger Schiffe wagen, um sie aufzuhalten. Mit einer solchen Aktion verhinderte beispielsweise Greenpeace Deutschland in den 1980er Jahren, dass Schiffe im Auftrag von Chemiekonzernen giftige Dünnsäure in der Nordsee entsorgten.

Das 50-jährige Jubiläum von Greenpeace im Jahr 2021 nimmt die Doku zum Anlass, die Entwicklung der Umweltorganisation auch kritisch zu hinterfragen. Die Doku lässt dazu Vertreter:innen von Greenpeace, Medien und Konzernen zu Wort kommen.

Ist Greenpeace nach 50 Jahren zu alt und behäbig?

Greenpeace Aktivist:innen mit Schlauchbooten gegen Walfangschiffe.
(Foto: Screenshot Doku 50 Jahre Greenpeace)

Was 1971 als eine Gruppe engagierter Aktivisten:innen startete, entwickelte sich innerhalb der vergangenen 50 Jahre zu einer Umweltschutzorganisation mit den Strukturen eines internationalen Konzerns. Greenpeace unterhält mittlerweile Büros in 55 Ländern rund um den Globus.

Nicht nur Greenpeace hat sich verändert, sondern auch die Gesellschaft. Die Dokumentation geht der Frage nach, ob die Methoden von Greenpeace daher heute überhaupt noch Wirkung haben. In den schnelllebigen Zeiten der sozialen Medien, in denen ununterbrochen neue Inhalte in die Feeds gespült werden, reichen spektakuläre Bilder nicht mehr aus, um die Menschen zu bewegen, so die Dokumentation. 

In den 1970er- und 1980er-Jahren trugen Aktivist:innen die Umweltbewegung, die bereit waren, sich für ihre Überzeugung in Gefahr zu begeben und dabei auch nicht vor Gesetzesüberschreitungen zurückschreckten.  Dabei entstanden für die damalige Zeit einzigartige Bilder, mit denen Greenpeace das Augenmerk der Öffentlichkeit gezielt auf die Missstände richten konnte. Heute jedoch laufen sogar solche Bilder Gefahr, in der Informationsflut unterzugehen.

Funktioniert das bewährte Greenpeace-Prinzip also überhaupt noch, um der großen Herausforderung unserer Zeit, der Klimakrise, zu begegnen? Müssen Aktivist:innen heute zu anderen Mitteln greifen, um den Klimaschutz voran zu treiben? Auf diese Fragen versucht die Dokumentation Antworten zu geben.

Auch Greenpeace selbst beschäftigt sich damit und änderte bereits ihre Strategie. Heute agiert die Organisation eher im Hintergrund und weniger medienwirksam. Sie richtet ihr Augenmerk inzwischen mehr darauf, Konzerne und Politiker:innen von ihrer Sache zu überzeugen anstatt sie zu bekämpfen.

Fazit: Greenpeace – 50 Jahre für die Umwelt und jetzt für das Klima

Die Doku „Von der Ökobewegung zum Konzern – 50 Jahre Greenpeace“ ist äußerst sehenswert. Sie zeigt zum einen, was Greenpeace in den letzten 50 Jahren bereits alles erreicht hat. Aber die Doku verweilt nicht in der Vergangenheit, sondern blickt auf die Gegenwart und Zukunft. 

Sie nimmt den Werdegang der Organisation zum Anlass, um zu erkunden, wie effektiver Klimaschutz heute geht. Die Dokumentation zeigt: Heutzutage bringt es nichts mehr, nur das Fehlverhalten einzelner Konzerne anzuprangern. Es braucht einen vollumfassenden Systemwandel. 

Hier kannst du die Doku sehen:

„Von der Ökobewegung zum Konzern – 50 Jahre Greenpeace“ lief ursprünglich am 22.06.2022 in der ARD. Du kannst dir die Doku weiterhin in der 3Sat-Mediathek ansehen.

Verfügbar bis: 20.09.2022

Dauer: 44 Minuten

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