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Doku-Tipp: Der Wanderimker – Bienen für die Bauern (Arte)

Foto: Arte / Screenshot

Die Bienen-Doku „Der Wanderimker“ begleitet einen Imker im Odenwald über ein Jahr. Er hat mit den Bauern einen Deal ausgehandelt: Sie verzichten auf Pestizide und bekommen dafür seine Bienen auf die Felder. Geht das Konzept auf?

Arte-Doku „Der Wanderimker“

Das Bienensterben bereitet den Bauern zunehmen Sorgen: Viele Felder werden kaum noch von Bienen angeflogen und die Pflanzen bleiben unbestäubt. In der Folge können Landwirte weniger Gemüse ernten und versuchen dies durch mehr Dünger und andere chemischen Mittel zu kompensieren. Das führt jedoch dazu, dass noch mehr Bienen sterben – ein Teufelskreis.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt der Wanderimker Jürgen Parg: Er ist Bio-Imker und stellt seine Bienenkästen an Feldern auf, die nicht oder nur kaum gespritzt werden. Das lohnt sich auch für die Bauern, deren Erträge dadurch um bis zu 50 Prozent steigen.

Die Arte-Doku begleitet aber nicht nur den Wanderimker, sondern blickt auch hinter die Kulissen der Hummel-Industrie. Denn für das Gemüse aus den gigantischen Gewächshäusern Europas werden in Belgien Hummeln gezüchtet und in die ganze Welt verschickt. Ohne diese etwas andere Form der Wanderimkerei würden bei uns Obst und Gemüse nicht so billig angeboten werden können.

Doku im Stream schauen: zur Arte-Mediathek

Verfügbar bis: 23.09.2018

Dauer: 30 Minuten

Wanderimker weltweit gefragt

Wanderimker im Buch "Tod einer Königin"
Wanderimker im Buch „Tod einer Königin“
(Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Wanderimker sind für Bauern eine kurzfristige Lösung, um die Ernte zu sichern. In den USA gibt es sogar Imker, die jedes Jahr einmal durch das ganze Land mit ihren Bienen reisen – je nachdem, zu welcher Blütezeit gerade die Bienen benötigt werden. Mehr Hintergründe findest du im Buch „Tod einer Königin„.

Eine langfristige Lösung sind Wanderimker aber kaum für die Bauern. Denn noch immer dürfen umstrittene Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Das macht es für die Imker schwer, ihre Bienenvölker zuhalten. Selbst wenn ein Bauer auf seinem Feld auf die Sommer-Spritzung verzichtet, könnte doch ein anderer Landwirt auf dem Nachbarfeld weiter Gift versprühen. Für Bienen, die bis zu 10 Kilometer zur Nektarsuche ausfliegen, kann das tödlich sein.

Zudem übernehmen Wildbienen den Großteil der Bestäubung in der Natur und um die kümmert sich kein Imker. Bienen auf Bestellung können zwar einzelnen Bauern vorübergehend helfen, doch eine Lösung für die Ernteausfälle durch das massenhafte Bienensterben sind sie nicht.

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