Durchwachsene Silphie: So kann sie zur Energiewende beitragen

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Foto: CC0 / Pixabay / EdiHoch

Die Durchwachsene Silphie ist eine Pflanze, die zur Energiewende beitragen kann. Wie das möglich ist und was es sonst noch über die Pflanze zu wissen gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Die Durchwachsene Silphie gehört zur Familie der Korbblütler. Sie kann mehr als drei Meter groß werden und bildet in den Sommermonaten von Juni bis September ihre gelben Blüten aus. Charakteristisch sind die am Stängel ineinander verwachsenen Blätter. Sie bilden eine Art Becher, in denen die Pflanze Tau- und Regenwasser sammeln kann. Dank dieses Speichers kann sie auch längere Dürreperioden überdauern.  

Ursprünglich kommt die Durchwachsene Silphie in Nordamerika vor, lässt sich aber auch in Europa kultivieren. Einziger Knackpunkt: In den ersten Jahren kann der Anbau kostenintensiv sein, da Jungpflanzen dieser Art konkurrenzschwach sind und anfangs viel Pflege und Einsatz von Herbiziden benötigen. Eine Aussaat der Pflanze ist deshalb problematisch. Viele setzen daher stärkere Jungpflanzen oder ausgewachsene Exemplare in den Boden. 

Die Durchwachsende Silphie als Energiepflanze

Biogasanlagen können Energie aus der Durchwachsenen Silphie gewinnen.
Biogasanlagen können Energie aus der Durchwachsenen Silphie gewinnen.
(Foto: CC0 / Pixabay / 1815691)

Die Durchwachsene Silphie kann einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten. Ähnlich wie aus Mais lässt sich aus ihr Strom gewinnen. Dazu werden die Pflanzen in Biogasanlagenunter Ausschluss von Sauerstoff von Bakterien zersetzt und produzieren dabei Biogas. Dieses Biogas kann anschließend in einem Blockheizkraftwerk verstromt werden.

Im Gegensatz zu Mais bezieht die Silphie, wie bereits beschrieben, Feuchtigkeit nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus ihren Bechern. Somit ist sie besser an immer heißer werdende Sommer angepasst. 

Allerdings ist die Pflanze in den ersten Jahren konkurrenzschwach. Konkurrenzschwach bedeutet, dass die sie sich anfangs nur schwer gegen andere Pflanzen behaupten kann, die ihrerseits Wasser und Platz beanspruchen. Nach zwei Jahren beschattet sie durch ihre Höhe natürlicherweise den Boden. Bei ausgewachsenen Silphien sind daher keine Herbizide mehr nötig. Andere Pflanzen bekommen durch die Beschattung dann nämlich kaum noch Licht ab und stellen so keine Konkurrenz mehr für die Silphie dar.

Ein besonderer Pluspunkt ist aber, dass die Silphie – im Gegensatz beispielsweise zu Mais – mehrjährig ist. Die Pflanze lässt sich mindestens zehn Jahre lang abernten. Nach der Ernte kann sie in Biogasanlagen zur Stromproduktion genutzt werden oder als Futtermittel dienen. Die Durchwachsene Silphie hat auch direkte ökologische Vorteile: Ihre starke Verwurzelung hilft gegen Bodenerosion und die Blüten dienen – ebenfalls im Gegensatz zu Mais – Insekten als Nahrungsquelle. Die Silphie verdrängt außerdem keine heimischen Arten, ist also nicht invasiv. Wie bereits erwähnt, sind die Samen der Pflanze dafür zu konkurrenzschwach. 

Die Silphie im eigenen Garten

Du kannst die Silphie auch selbst anbauen. Die Pflanze ist nicht nur als Nutzpflanze zur Energiegewinnung attraktiv, sondern auch zur Verschönerung deines Gartens. Die leuchtend gelben Blüten ziehen Bienen an, die von Juni bis September Nahrung bei der Silphie finden.

Die ausgewachsene Pflanze ist relativ anspruchslos und kann durch ihre Höhe auch als Sichtschutz dienen. Allerdings empfiehlt es sich, Jungpflanzen in den Boden zu setzen. Wie bereits erwähnt, ist die Saat gegenüber anderen Pflanzen anfangs konkurrenzschwach. 

Bisher fristet die Durchwachsene Silphie in Deutschland noch ein Schattendasein. Mais ist beim Energiepflanzenanbau noch immer der klare Spitzenreiter. Die Durchwachsene Silphie machte 2020 gerade einmal 0,2 Prozent der Anbaufläche von Energiepflanzen aus. Mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen wird sich die Anbaustruktur in der Landwirtschaft hierzulandeaber  weiter verschieben. Die Durchwachsene Silphie könnte eine Gewinnerin dieser Entwicklung sein. 

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