Eisbären und der Klimawandel: Sterben sie aus?

eisbären klimawandel
Foto: CC0 / Pixabay / mtanenbaum

Der natürliche Lebensraum der Eisbären ist durch den Klimawandel stark bedroht. Bald werden die Tiere womöglich nur noch im Zoo zu sehen sein – oder im schlimmsten Fall sogar ganz verschwinden.

So werden Eisbären durch den Klimawandel bedroht

Aktuell leben in freier Wildbahn nur noch 25.000 Eisbären. Ihre Zahl ist stark bedroht. Laut einer Studie aus der Fachzeitschrift Nature Climate Change könnten Eisbären bis zum Jahr 2100 fast ausgestorben sein. Die Forscher:innen gehen davon aus, dass 12 der 13 beobachteten Eisbärpopulationen bis zum nächsten Jahrhundert nicht überleben werden.

Die Gründe hängen mit dem Klimawandel zusammen:

  • steigende Temperaturen
  • Schmelzen der Arktis
  • Eisbären jagen hauptsächlich Ringelrobben – deren Lebensraum geht jedoch zurück, die Jagd wird schwerer und die Eisbären finden weniger Nahrung
  • der Winter verkürzt sich und somit auch die Zeit, in der Eisbären auf dem Packeis jagen können
  • es dauert länger, bis das Eis wieder zufriert – in dieser Zeit müssen Eisbären auf dem Festland bleiben und von ihren Fettreserven zehren

Insgesamt ergibt sich daurch ein Teufelskreis für Eisbären, denn entkräftete Eisbären sind weniger erfolgreiche Jäger. Mit weniger Nahrung verringert sich auch ihr Gewicht und umso härter wird es für die Eisbären, den kommenden Winter zu überstehen. Die besten Überlebenschancen haben unter diesen Umständen weibliche Eisbären, da sie am besten Energie speichern können. Jungtiere und ältere Eisbären sind am meisten gefährdet.

Kann man den Eisbären noch helfen?

Der Lebensraum der Eisbären verändert sich durch den Klimawandel zu schnell.
Der Lebensraum der Eisbären verändert sich durch den Klimawandel zu schnell.
(Foto: CC0 / Pixabay / 12019)

Bisher verändert sich der Lebensraum zu schnell für die Eisbären, als dass sie sich an die Veränderung anpassen könnten. Allein in den letzten hundert Jahren ist die Durchschnittstemperatur in der Arktis um rund fünf Grad gestiegen. Damit einher geht der Rückgang von Packeis: Pro Jahrzehnt betrug der Verlust um die zehn Prozent. Anders gesagt: Der Lebensraum der Eisbären schmilzt ihnen aufgrund des Klimawandels weg. Also bedeutet Eisbärenschutz im Grunde Klimaschutz.

Um die Überlebenschancen der Eisbären zu verbessern, muss der weltweite Temperaturanstieg verringert werden. Allein schon deshalb, weil an den Polen, also in der Arktis, die Temperaturen doppelt so schnell steigen wie im weltweiten Durchschnitt. In der bereits erwähnten Studie von Nature Climate Change gehen die Forscher:innen von einer Erderwärmung von 3,3 Grad bis zum Jahr 2100 aus. Will man diese Zahl auf 2,4 verringern, würde es das Aussterben der Eisbären wahrscheinlich nur hinauszögern. Sehr optimistisch sehen die Forscher:innen der Studie die Überlebenschancen der Eisbären also nicht.

Auf der Seite Polar Bears International findest du trotzdem einige weitere Informationen über Eisbären und Projekte, mit denen Aktivist:innen die Eisbären schützen wollen. Auch gegen den Klimawandel ist die Organisation aktiv – beispielsweise mit Petitionen für eine CO2-Steuer oder ähnlichen Aktionen.

Das passiert, wenn die Eisbären aussterben

Eisbären leiden stark unter dem Klimawandel.
Eisbären leiden stark unter dem Klimawandel.
(Foto: CC0 / Pixabay / 3analytics)

Die Eisbären sind im Ökosystem Arktis die Obersten in der Nahrungskette. Sie ernähren sich hauptsächlich von Ringelrobben und teils von Walrossen. Ohne die Eisbären würde deren größter Fressfeind wegfallen. Das hätte zur Folge, dass sie sich stärker vermehren können.

Auch alle anderen Bewohner der Arktis leiden unter dem Klimawandel und den erhöhten Temperaturen und dem damit einhergehenden Eisrückgang. Sie müssen ihr Verhalten anpassen. Ringelrobben ruhen normalerweise beispielsweise nur auf dem Eis und gehen selten an Land. Bei zurückgehendem Eis wird das aber womöglich häufiger der Fall sein. Außerdem passen sie ihren Fortpflanzungszyklus an. Dieser hängt mit Wassertemperaturen und damit dem als Nahrung zur Verfügung stehenden Plankton zusammen. Diese Umstellung schränken auch ihre Fortpflanzung ein.

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