Ende Gelände: Das will die Bewegung erreichen

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Foto: CC0 / Pixabay / dmncwndrlch

Ende Gelände ist eine von verschiedenen aktivistischen Gruppen, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Was die Gruppe im Speziellen auszeichnet, welche Ziele sie hat und welche Aktionen sie dafür durchführt, erfährst du hier im Überblick.

Was ist Ende Gelände überhaupt?

Hinter „Ende Gelände“ verbirgt sich ein Aktionsbündnis für den sofortigen Kohleausstieg. Das Bündnis setzt sich für Klimagerechtigkeit ein und ist somit Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung. Grundsätzlich streben ihre Mitglieder nach einem tiefgreifenden sozial-ökologischen Wandel und einer Abwendung vom fossilen Kapitalismus.

Zu den Grundsätzen von Ende Gelände zählt unter anderem, dass die Bewegung antirassistisch ist und es keine:n Anführer:in gibt. Entscheidungen werden stattdessen nach dem Konsensprinzip getroffen. Kurz gesagt geht es bei diesem Prinzip darum, eine Entscheidung zu treffen, die für alle tragbar ist und mit der alle trotz möglicher Kompromisse zufrieden sind.

Ende Gelände führt unterschiedliche Aktionen des zivilen Ungehorsams durch, wie zum Beispiel das Besetzen von Tagebauten oder Kohlekraftwerken. Während ihrer Aktionen tragen die Mitglieder in der Regel weiße Anzüge und weiße Masken. Dies hat laut Aussage des Bündnisses selbst unterschiedliche Gründe. Es dient zum einen zum Schutz, hat aber auch eine gewisse Rolle in der Geschichte des zivilen Ungehorsams gespielt. Weiße Anzüge und Masken benutzten zum Beispiel die Tute Bianche, eine italienische Protestbewegung, oder Teilnehmer:innen von Anti-Atomkraft-Aktionen in Deutschland.

Neben Ende Gelände gibt es noch andere Gruppen in Deutschland, die sich mit dem Thema Klimagerechtigkeit beschäftigen und aktiv sind. Mehr dazu erfährst du hier: Die neuen Klimaaktivisten: Von Fridays for Future bis Extinction Rebellion.

Das sind die Ziele von Ende Gelände

Ende Gelände fordert den sofortigen Ausstieg aus der Kohleenergie.
Ende Gelände fordert den sofortigen Ausstieg aus der Kohleenergie.
(Foto: CC0 / Pixabay / NiklasPntk)

Das Bündnis hat konkrete Forderungen, die es durchsetzen will. Die wichtigsten Ziele von Ende Gelände sind:

  • Sofortiger Kohleausstieg
  • Transformation aller fossilen Industrien – die sozialverträglich sein soll
  • Energiewende – basisdemokratisch und dezentral
  • Entscheidung über Verbrauch und Produktion von Energie – die Menschen sollen das Recht bekommen, darüber selbst zu bestimmen
  • Tiefgreifender, sozial-ökologischer Wandel – der ein gutes Leben für alle ermöglicht
  • Überwindung des weltweiten Kapitalismus – inklusiver seiner Wachstumszwänge und Ausbeutungsmechanismen

Solche Aktionen hat Ende Gelände schon durchgeführt

Ende Gelände hat in der Vergangenheit schon unterschiedliche Aktionen gestartet, um auf die Ziele der Gruppe aufmerksam zu machen. Einige Beispiele dafür: 

  • Oktober 2018: Demonstrationen gegen die Räumung des Hambacher Forstes
  • Oktober 2018: Gleisbesetzung – Ende Oktober 2018 hat Ende Gelände im rheinischen Braunkohlerevier über Nacht die Gleise der Kohlebahn bei Düren besetzt.
  • Juli 2021: Gleis- und Kanalblockierung – Im Juli 2021 hat Ende Gelände eine weitere Großaktion gestartet. Die Aktivist:innen besetzten dazu über Nacht die Gleise vor dem Chemieunternehmen in Brunsbüttel. Zudem blockierten sie einen Kanal, der als wichtige Wasserstraße genutzt wird, mehrere Stunden lang.
  • seit 2021: Camp in Lützerath – Es gibt schon länger Proteste gegen den Abriss des Weilers Lützerath mit dem Ziel, den Braunkohleabbau voranzutreiben. Das Bündnis Ende Gelände hat in Lützerath seit 2021 ein Camp errichtet und führt dort auch öfter Aktionen durch. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Demonstrationen oder Besetzungen.
  • 2022: Roots of Resistance – Die Veranstaltungsreihe findet online statt und informiert über unterschiedliche Themen in der Klimagerechtigkeitsbewegung. Themen, zu denen es Beiträge gibt, sind zum Beispiel die Klimamodellierung und die Wärmewende.

Ende Gelände: So kannst du selbst mitmachen

Bei den Großaktionen von Ende Gelände handelt es sich zum Beispiel um Besetzungen von Tagebauten.
Bei den Großaktionen von Ende Gelände handelt es sich zum Beispiel um Besetzungen von Tagebauten.
(Foto: CC0 / Pixabay / keesstes)

Ende Gelände ist ein größeres Aktionsbündnis, dass nicht nur in Deutschland, sondern nach eigener Aussage in ganz Europa aktiv und verknüpft ist. Wenn du selbst auch mitmachen möchtest, hast du dazu unterschiedliche Möglichkeiten.

Zum einen gibt es unterschiedliche Arbeitsgruppen innerhalb der Gruppe. In diesen Arbeitsgruppen kannst du dich je nach deinen Interessen und Fähigkeiten in unterschiedliche Aktivitäten einbringen und mitwirken. Es gibt zum Beispiel eine Aktions-AG, die sich mit Aktionsideen, deren Vorbereitung und Organisation befasst. Es gibt aber auch eine Finanz-AG, die Themen wie Fundraising oder Budgetverwaltung angeht und Rechnungszahlungen abwickelt. Die International-AG wiederum konzentriert sich auf die internationale Vernetzung. Es ist also für jede:n etwas dabei.

Neben den Arbeitsgruppen gibt es auch lokale Gruppen, in denen du dich engagieren kannst. Diese Gruppen finden sich in vielen deutschen Städten und ihre Größe variiert. Sie haben sich mit der Zeit entwickelt, oft sind sie aus größeren Aktionen heraus entstanden. In den lokalen Gruppen werden dann zum Beispiel lokale Aktionen geplant, aber sie helfen auch bei der Planung und Mobilisierung größerer Aktionen. Die lokalen Gruppen sorgen außerdem für ein konkretes Gefühl von Zugehörigkeit, was ebenfalls wichtig ist.

Auch die Großaktionen von Ende Gelände sind eine Möglichkeit, dich zu engagieren. Das Bündnis versucht mindestens eine geplante Großaktion pro Jahr durchzuführen. Was das jeweils für Unternehmungen sind, ist unterschiedlich. Die Großaktionen sind oft mit Camps verbunden und es gibt unterschiedliche Aktionslevel –  das heißt, jede:r kann entscheiden, wie intensiv er oder sie sich beteiligen möchte.

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