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Energie sparen an Weihnachten: Die größten Stromschlucker und ihre Alternativen

Foto: CC0 / Unsplash - Kelly Sikkema / Pexels - Brett Sayles

Wenige Sonnenstunden, hoher Heizbedarf und dekorative Weihnachtsbeleuchtung lassen die Nebenkosten an den Feiertagen in die Höhe steigen. Wir geben dir Tipps, wie du an Weihnachten Energie sparen kannst und dennoch ein besinnliches Fest hast.

Weihnachten ist ein Fest der Fülle. Wir beschenken uns reich, schlagen uns mit deftigem Festtagsbraten und süßen Plätzchen den Wanst voll und schmücken unser Zuhause mit prächtigen Lichtern. Manch eine:r wird in diesem Jahr aber mit Sorgenfalten unter der Nikolausmütze herumlaufen. Grund dafür sind die in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Energiepreise.

Wenn du schon jetzt aufgrund zu hoher Nebenkosten jeden Cent umdrehst oder einfach nur aus Umweltbewusstsein an Weihnachten Energie sparen möchtest, haben wir hier einige praktische Tipps für dich.

Tipp #1: Effiziente Weihnachtsbeleuchtung nutzen

Am sparsamsten ist es, komplett auf elektrischen Weihnachtsschmuck zu verzichten. Wer das nicht möchte, sollte es mit der Beleuchtung zumindest nicht übertreiben und sparsam schmücken, anstatt seine oder ihre gesamte Hausfront zu tapezieren.

Großes Sparpotenzial bieten außerdem LED-Lichter. Diese brauchen im Vergleich zu konventionellen Glühlampen etwa 90 Prozent weniger Energie.

Doch Vorsicht vor batteriebetriebenen LED-Kerzen! Diese sind zwar energieeffizient, werden aber dennoch schnell kostspielig. Denn laut der Verbraucherzentrale NRW ist Strom aus Batterien bis zu 300-mal teurer als aus der Steckdose. Außerdem entsteht durch die Energieträger viel Sondermüll.

Auch gewöhnliche Kerzen sind nicht immer eine umweltfreundliche Alternative, da sich oft aus problematischen Materialien wie Paraffin (ein Nebenprodukt der Erdölindustrie) oder Palmöl gemacht sind. Außerdem macht der Anschaffungspreis die Stromersparnis zumindest aus finanzieller Sicht wieder zunichte.

Tipp #2: Nur so viel heizen wie nötig

An Weihnachten wollen wir es für gewöhnlich richtig warm haben. Das gehört zur Wohlfühlatmosphäre einfach dazu. Doch müssen es wirklich 22 Grad in der Wohnung sein oder lässt sich das Fest auch mit milderen Temperaturen genießen? Laut Verbraucherzentrale spart ein Grad weniger bei der Raumtemperatur sechs Prozent der Heizkosten.

Lieber also einen Pullover mehr anziehen, als im T-Shirt vor der Heizung zu sitzen. Unter 18 Grad sollte die Temperatur aber nicht fallen. Denn wenn die Wohnung zu sehr auskühlt, zerstört das nicht nur die Weihnachtsatmosphäre, sondern erhöht auch das Risiko für Schimmel.

Oft wird an Weihnachten auch mit Kamin geheizt. Da das jedoch große Mengen umweltbelastenden Feinstaub ausstößt, raten wir davon ab oder empfehlen dir zumindest unsere Tipps, mit denen ihr die Emissionen reduzieren könnt.

Tipp #3: Fernseher auslassen

Ob „Kevin – Allein zu Haus“, „Stirb langsam“ oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“: Weihnachtsfilme sind in manchen Haushalten Tradition. Bei anderen läuft der Fernseher sogar ohne besonderen Anlass als Hintergrundrauschen. Das ist alles andere als besinnlich und auch Energieverschwendung. Wieso also nicht mal einfach die Zeit mit den Liebsten verbringen, ohne sich die x-te Wiederholung eines Films anzusehen, den du ohnehin schon in- und auswendig kennst.

Tipp #4: Beim Kochen sparen

Die traditionelle Weihnachtsgans benötigt laut Verbraucherzentrale je nach Zubereitungsart bis zu 9 kWh Energie, um im Backofen vor sich hinzuschmoren. Beim aktuellen Strompreis (Quelle: Verivox, Stand: 01.12.2022) ergeben sich zusätzliche Stromkosten von 4,11 Euro – und das alleine für den Backofen! Mit der Niedrigtemperatur-Methode lässt sich der Verbrauch zwar auf 6,5 kWh bzw. 2,97 Euro reduzieren. Doch effizienter ist und bleibt die Herdplatte. Zum Glück gibt es auch Weihnachtsgerichte, die ohne Backofen auskommen.

Tipp #5: Das Eco-Programm der Spülmaschine nutzen

Durch das Weihnachtsessen kommt gerade bei großen Familienfesten gerne mal viel schmutziges Geschirr zusammen und auch hier liegt großes Sparpotenzial. Wer das Eco-Programm seiner Spülmaschine verwendet, benötigt laut Tüv Thüringen bis zu 40 Prozent weniger Strom. Per Hand abzuspülen können wir dir allerdings nicht raten. Denn dabei wird fast doppelt so viel Wasser und auch deutlich mehr Energie verbraucht als mit der Spülmaschine.

Tipp #6 Bleibe offline

Laut einer Studie von ARD und ZDF verbringen Deutsche ab 14 Jahren fast vier Stunden täglich im Internet. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 6,5 Stunden. Bei all dem Dauerfeuer von Push-Benachrichtigungen und algorithmisch personalisierten Feeds kann es aber auch mal ganz gut sein, sich ein paar Stunden oder Tage vom globalen Datennetz zu entstöpseln.

Die Weihnachtszeit bietet dafür die optimale Gelegenheit. Wie wäre es also mal, das Smartphone auszuschalten und dem WLAN-Router den Saft abzudrehen. Ein herkömmlicher Router mit einer Leistung von 9 bis 10 Watt verbraucht am Tag immerhin Stromkosten von etwa 10 Cent. Zugegeben: Das ist nicht die größte Energieersparnis, aber ein netter Nebeneffekt, wenn du ohnehin an Weihnachten aufs Internet verzichtest.

Tipp #7 Gemeinsam feiern

Wenn viele Menschen gemeinsam Weihnachten feiern, ist der kollektive Stromverbrauch geringer, als wenn jeder für sich allein oder mit seinem oder ihrer Partner:in bleibt. Schließlich müssen die Lichter dann nur in einem Haushalt brennen und auch in der Küche ist ein großer Topf energieeffizienter als viele kleine.

Eines gibt es dabei aber zu beachten: Während die Geldbeutel des Besuchs verschont bleiben, müssen die Gastgeber:innen die gesamten Energiekosten tragen. Du kannst ihnen eine Freude machen, indem du deinen Dank ausdrückst und ihnen ein Mitbringsel oder eine helfende Hand reichst.

Bonus-Tipp: Weihnachten trotz Energiekrise genießen

Lass dir von all den Energiespartipps nicht die Weihnachtsfreude verderben. Schließlich machen die Feiertage nur einen winzigen Bruchteil des gesamten Jahres aus. Viel effektiver als einmalige Energiesparaktionen sind regelmäßige Routinen, die deinen Strom- und Gasverbrauch tagtäglich reduzieren. Auch dafür haben wir jede Menge Tipps für dich. Vielleicht eignet sich der ein oder andere davon ja als Neujahrsvorsatz?

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