Enten füttern: Warum das keine gute Idee ist

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Enten füttern ist ein heikles Thema. Die wenigsten wissen, ob es wirklich erlaubt ist, viele Menschen füttern außerdem das Falsche. Welche Auswirkungen das Ganze für Enten und Umwelt hat, liest du hier.

Wer Enten sehen will, muss nur einmal mit dem Futter rascheln und schon sind sie da. Sie zu füttern macht Spaß, vor allem Kindern. Aber ist es überhaupt erlaubt? Ob du Enten füttern darfst und warum du es lieber nicht tun solltest, liest du im folgenden Artikel.

Enten füttern: Rechtlich erlaubt?

Grundsätzlich gilt: Es gibt kein deutschlandweit geltendes Gesetz, das es dir verbietet, Enten oder andere Wasservögel wie zum Beispiel Schwäne zu füttern. Die einzelnen Städte und Gemeinden können stattdessen selbst entscheiden, ob sie ein ausdrückliches Fütterungsverbot erlassen oder nicht. Mancherorts wird zwar vom Enten füttern abgeraten, jedoch kein Verbot ausgesprochen.

Wenn du ein bestehendes Fütterungsverbot ignorierst und trotzdem Enten fütterst, gilt dies als Ordnungswidrigkeit. Gegebenenfalls musst du dann ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro zahlen.

Warum du Enten nicht füttern solltest

Wenn du Enten regelmäßig fütterst, verlieren sie ihre Scheu vor dem Menschen.
Wenn du Enten regelmäßig fütterst, verlieren sie ihre Scheu vor dem Menschen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Gellinger)

Selbst wenn du die Enten in deinem Ort rein rechtlich füttern dürftest, solltest du aus Tierschutzperspektive darauf verzichten. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die meisten Menschen füttern Brot und Gebäck an Enten. Das ist für diese enorm ungesund, denn es quillt laut WWF im Magen auf und enthält zu viel Salz und/oder Zucker.
  • Wenn Enten häufig gefüttert werden, verlieren sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen und dringen in für sie gefährliches Gebiet vor. Dadurch kann es zu Unfällen oder Auseinandersetzungen mit Hunden kommen.
  • Gefütterte Enten hören dem Tierschutzbund Braunschweig nach auf, selbst nach Futter zu suchen. Behalte immer im Kopf, dass Enten wilde Tiere sind und selbst Futter finden.
  • Zu guter Letzt kann es an kleinen Gewässern zu einer Überpopulation von Enten kommen. Dadurch entsteht Stress unter den Enten und es können Verhaltensstörungen entstehen, zum Beispiel bei der Paarung oder der Aufzucht von Jungtieren.

Enten füttern: Gefahr für die Umwelt?

Enten füttern schadet nicht nur den Tieren selbst, sondern auch der Umwelt – ein weiterer Grund, davon abzusehen.

  • Übrig gebliebene Brotreste sinken im Gewässer ab und verunreinigen es, erklärt der Tierschutzbund Braunschweig. Zusätzlich setzen die Enten durch das übermäßige Nahrungsangebot vermehrt Kot ab. Dadurch kann ein ökologisches Ungleichgewicht im Gewässer entstehen, wodurch sich vor allem Bakterien stark vermehren können.
  • Durch das Brot im Wasser reichern sich zu viele Nährstoffe darin an. Dadurch bilden sich vermehrt Algen, wodurch das Sonnenlicht nicht mehr bis auf den Grund vordringen kann. Die Pflanzen in der Tiefe können dadurch keine Fotosynthese mehr betreiben, sterben ab und vermodern unter Wasser. 

Vor allem im Sommer, wenn es sehr warm ist, kann diese Überdüngung dazu führen, dass ganze Gewässer umkippen. Überlege dir beim nächsten Mal also lieber zweimal, ob du die Enten wirklich füttern möchtest.

Übrigens: Wer die Enten im Winter trotzdem füttern möchte, sollte laut WWF unbedingt ententaugliches Futter verwenden. Wasservogelfutter gibt es im Zoohandel oder im Baumarkt zu kaufen. Dieses sollte man am Ufer ausbreiten und die Rest nach dem Füttern aufsammeln und wieder mitnehmen.

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