Igel füttern: Das musst du beachten

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Sollte man einen gefundenen Igel füttern? Und wenn ja, wie? Erfahre hier, wie du den Tieren am besten über den Winter hilfst und was du beim Füttern von Igeln beachten solltest.

Igel füttern: Nur im Notfall

Füttere Igel nur in Notfällen.
Füttere Igel nur in Notfällen. (Foto: CC0 / Pixabay / Capri23auto)

Generell gilt:Nur im Ausnahmefall solltest du Igel füttern – also wenn sie offensichtlich unterernährt, krank oder hilfebedürftig sind.

Sie sind zwar niedlich und erscheinen zutraulich, aber Igel sind keine Haustiere, sondern Wildtiere. Das bedeutet, dass sie sich selbst versorgen können und müssen. Wenn du einen frei lebenden, gesunden Igel regelmäßig fütterst, kannst du ihm sogar schaden:

  • Der Igel wird sich auf dein Füttern verlassen und womöglich sogar verlernen, selbst auf Nahrungssuche zu gehen.
  • Wenn du Igel falsch fütterst, könnte er übergewichtig werden.
  • Falsches Futter kann den Igel krank machen oder sogar töten.
  • Vernachlässigte oder verunreinigte Futterstellen ziehen Ratten und somit Krankheitserreger an, die für den Igeln gefährlich werden können.
  • Fütterst du den Igel im Spätherbst oder Winter, kann es sein, dass er seinen Winterschlaf nicht beginnt.

Wann und wie muss ein Igel gefüttert werden?

In einigen Fällen ist es aber nötig und sinnvoll, einen hilfsbedürftigen Igel zu füttern:

  • Manchmal wachen Igel zu früh aus dem Winterschlaf auf und finden auf dem gefrorenen Boden kein Futter: Wenn du also einen Igel im Schnee oder bei Frost findest, solltest du ihm helfen.
  • Jungtiere müssen im Spätherbst ein Mindestgewicht von 500 bis 600 Gramm haben, damit sie den Winterschlaf überstehen können. Solltest du zwischen Mitte Oktober und Ende November ein unterernährtes Igel-Junges finden, braucht es zusätzliches Futter.
  • Bei langen Hitzeperioden im Sommer freuen sich Igel über Wasser. Das gilt auch für andere Tiere. Mehr Informationen: Tiere leiden unter der Hitze – so einfach kannst du helfen
  • Findest du einen verletzten oder kranken Igel, solltest du ihm Wasser und Futter anbieten und zum Tierarzt oder in eine Igelschutzstation bringen.

Bedenke beim Füttern, dass Igel keine Vegetarier sind – in der Natur ernähren sie sich von Insekten oder Schnecken. Du kannst dem Igel zum Beispiel mit Katzenfutter oder ungewürztem Rührei füttern. Zum Trinken bitte ausschließlich Wasser bereitstellen. Weitere Ideen und „Rezepte“ findest du auf der Webseite von Igelschutzvereinen.

Beachte, dass Igel ein sehr einfach gebautes Verdauungssystem haben und daher viele Nahrungsmittel nicht vertragen:

  • Gib dem Igel niemals Milch! Sie verursacht schweren Durchfall, der sogar tödlich sein kann.
  • Biete ihm keine rohen Eier oder rohes Fleisch an.
  • Das Futter solltest du auf keinen Fall würzen.
  • Achtung: Igel vertragen kein Obst, keine Nüsse und keine Trockenfrüchte!
  • Auch Brot, Nudeln oder Reis eignen sich nicht als Igelfutter.

Igel füttern: Was du noch beachten solltest

Ist ein Igeljunes im Herbst noch zu leicht, braucht es zusätzliches Futter
Ist ein Igeljunes im Herbst noch zu leicht, braucht es zusätzliches Futter (Foto: CC0/ Pixabay/ Couleur)

Einen unterernährten Igel fachgerecht aufzupäppeln braucht Zeit und Geduld.

  • Überlege dir gut, ob du für einen längeren Zeitraum die Verantwortung für das Tier übernehmen kannst. Informiere dich gegebenenfalls darüber, wie lange du Igeln vor dem Winterschlaf zufüttern solltest.
  • Beachte, dass Futterstellen nicht nur das hilfsbedürftige Tier anziehen, sondern auch Katzen oder Füchse und natürlich auch gesunde Igel, denen das zusätzliche Futter schadet. Abhilfe bietet hier ein gut positioniertes Futterhaus oder ein selbstgebautes Igelhaus.

Um dich selbst zu schützen, solltest du dir nach jedem Kontakt mit dem Tier gründlich die Hände waschen. Hast du den Eindruck, dass ein Tier krank ist, fasse es nur mit Handschuhen an und bringe es schnellstmöglich zum Tierarzt.

Fühlst du dich noch zu unerfahren, um Igel zu füttern? Oder hast du einfach keine Zeit, dich um das bedürftige Tier zu kümmern? Das ist nicht schlimm. Wende dich einfach an einen Igelschutzverein und bitte um Hilfe.

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(2) Kommentare

  1. Leider stimmen die Empfehlungen hier nicht mehr ganz. Aufgrund des extremen Insektensterbens der letzten Jahre/Jahrzehnte finden die Igel auch in der freien Natur nicht mehr genug gesunde Nahrung und essen zu viele Würmer und Schnecken. Durch das fehlende Chitin können sie keine Blausäure mehr bilden, um sich selbst zu entwurmen und von Parasiten zu befreien. Daher sterben viele Igel derzeit frühzeitig an ebendiesen Parasiten (früher wurden Igel gute zehn Jahre alt, heute eher 4-5). Ein stetiges Zufüttern (auch gesunder Igel) mit Insekten und das Anbieten von Igelhäusern ist daher leider notwendig geworden und wird empfohlen. Mehr Informationen dazu (sowie Futterempfehlungen) findet Ihr auf den Seiten des Igelkrankenhauses Stocksberg.

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