Extrudate: So entstehen die knusprigen Erzeugnisse

extrudat
Foto: CC0 / Pixabay / hansbenn

Extrudate lassen sich in vielen unterschiedlichen Ausführungen finden. Beispiele sind Haferpops oder Erdnussflips. Hier erfährst du, wie sie hergestellt werden und welche Eigenschaften sie haben.

Ein Extrudat ist ein Lebensmittel, das durch Druck und hohe Temperaturen aufgebläht wird. Durch diese Erhitzung und die Aufblähung wird es dann schön knusprig. Um Extrudate herzustellen, werden in der Regel stärkehaltige Lebensmittel benutzt, da sie sich besonders gut eignen. Beispiele dafür sind Kleie oder Schleifmehle, die auch als Spelzen bekannt sind.

Wie entstehen Extrudate?

Die Herstellung eines Extrudates wird auch Extrusion genannt. Du kannst sie dir wie folgt vorstellen.

  1. Der Extruder (das Fördergerät, das den Druck ausübt) schließt den stärkehaltigen Rohstoff durch die Kombination von Druck und hohen Temperaturen auf.
  2. Sobald der Rohstoff an einer Düse austritt, lassen Temperatur und Druck schlagartig nach, sodass Wasserdampf aus dem Teig entweicht und er Luftbläschen einschließt.
  3. Als Ergebnis bleibt das sogenannte Extrudat. Manchmal rösten oder trocknen die Hersteller es danach noch zusätzlich.
  4. Das Extrudat kann dann beliebig in Stücke geschnitten oder auf andere Art und Weise nachbehandelt werden. Es wird zum Beispiel frittiert, gesüßt oder aromatisiert.

Die Herstellung von Extrudaten ist ein ziemlich aufwendiger Prozess. Du könntest Extrudate theoretisch auch selbst herstellen, bräuchtest dafür aber einen Extruder. Der Extruder ist ziemlich teuer und auch die benötigten Rohstoffe sind in der Regel wenig handelsüblich. Deswegen würden wir dir eher davon abraten, Extrudate zu Hause selber zu machen.

So findest du Extrudate im Handel – und so gesund sind sie

Auch trockenes Tierfutter besteht oft aus Extrudaten.
Auch trockenes Tierfutter besteht oft aus Extrudaten.
(Foto: CC0 / Pixabay / mattycoulton)

Du kannst Extrudate im Handel in vielen unterschiedlichen Formen finden. Ein paar Beispiele:

  • Cerealien (zum Beispiel Haferpops)
  • Snacks (zum Beispiel Erdnussflips, Zwiebelringe oder Käsebälle)
  • Pausenriegel
  • Süßwaren (zum Beispiel Nippon oder Kinder Country)
  • Knusperbrote

Aber wie gesund sind die unterschiedlichen Extrudate nun?

Generell solltest du wissen, dass die Rohstoffe zum Herstellen von Extrudaten meist Abfallprodukte der Industrie sind. Das ist zum Beispiel bei Kleien oder Schleifmehlen der Fall.

Während der Herstellung der Extrudate wird dann die Stärke aus den Rohstoffen vollständig aufgeschlossen. Dieser Prozess macht die Extrudate leicht verdaulich, zerstört aber auch wichtige Aminosäuren. Außerdem werden die Rohstoffe hocherhitzt, was zu einem Nährwertverlust führt. Auch Vitamine, die in Getreideprodukten enthalten sind, gehen bei der Extrusion zu 50 bis 80 Prozent verloren. Aufgrund dessen reichert man zum Beispiel Frühstücksflocken nachträglich mit Vitaminen an.

Alles in allem sind Extrudate leider oft teure Fertigprodukte, die aus billigen Rohstoffen und Luft bestehen. Wenn du sie also in deine Ernährung einbaust, kombiniere sie am besten mit frischem Obst oder Gemüse.

Neben den genannten Beispielen für eher ungesunde Extrudate gibt es aber auch einige gesündere Extrudate, die du mit besserem Gewissen essen kannst. Zu diesen gehören zum einen Nudeln, die mit zu unseren Grundnahrungsmitteln zählen. Außerdem ist auch texturiertes Soja, das du zum Beispiel in Form von Sojageschnetzeltem finden kannst, ein Extrudat. Diese Produkte sind zwar etwas empfehlenswerter als Erdnussflips und andere Snacks, aber auch sie solltest du besser in Maßen genießen.

Haltbarkeit von Extrudaten

Der Prozess der Extrusion entzieht den Produkten bestimmte Enzyme, die sie leichter verderblich machen. Außerdem enthalten die Extrudate kaum Feuchtigkeit, da sie getrocknete Lebensmittel sind. Diese zwei Tatsachen führen dazu, dass sich Extrudate sehr lange halten. In der Regel sind sie mindestens ein Jahr haltbar, meistens sogar noch länger. Du kannst sie also sehr lange aufbewahren, ohne dir Sorgen darüber zu machen, dass sie verderben oder ablaufen.

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