Geschenke verpacken: 10 schöne und nachhaltige Ideen

Geschenke schön und nachhaltig verpacken
Foto: PIxabay, CC0 Public Domain

Geschenke verpacken ohne dabei Unmengen an Geschenkpapier zu verschwenden – geht das? Mit unseren Tipps produzierst du deutlich weniger Müll beim Einpacken. 

Egal ob Geburtstag, Muttertag oder Weihnachten, es ist jedes Jahr dasselbe: Die Geschenke werden ausgepackt, das Geschenkpapier auf einem Haufen gesammelt – und weggeworfen. Offizielle Zahlen, wie viel Geschenkpapier jährlich im Müll landet, gibt es leider nicht. Wenn man allerdings auf jeden Einwohner in Deutschland nur 100 Gramm Geschenkpapier rechnen würde, ergäbe das schon rund 8000 Tonnen.

Zu dem – oft unter hohem Energieaufwand wenig umweltschonend hergestelltem – Geschenkpapier kommen natürlich noch Klebestreifen, Kärtchen und Schleifen, die alle ebenfalls im Mülleimer landen.

Passend zum Beitrag Weihnachtsgeschenke selber machen hat Utopia zehn Ideen gesammelt, wie du deine Geschenke dieses Jahr nachhaltiger verpacken kannst – vom selbst gemachten Geschenkpapier bis hin zu Stern-Anhängern aus Joghurtbecher-Deckeln.

1. Geschenke verpacken in eigenem Geschenkpapier

Selbstgemachtes Geschenkpapier spart nicht nur Geld, der Beschenkte freut sich über eine liebevoll gestaltete Verpackung auch garantiert mehr als über gekauftes Discounter-Papier. Zum Geschenke verpacken kannst du zum Beispiel aus alten Zeitschriften oder Werbebeilagen Collagen basteln oder ganze Bücherseiten zum Geschenkpapier umfunktionieren. Auch bei Zeitungen gilt: aufheben, um darin Geschenke zu verpacken! Und wenn man damit nur kleine Akzente setzt – wie etwa mit ausgeschnittenen Buchstaben, Sternen oder Herzen. Die machen sich besonders auf naturfarbenem Packpapier gut.

Auch alte Kalenderblätter, Schnittmuster oder Notenblätter müssen nicht weggeworfen werden. Als Geschenkverpackung sind sie ein echter Hingucker, genauso wie Landkarten, alte Stadtpläne oder Comics. Eine andere Idee: Das Papier selber bedrucken – zum Beispiel mit Kartoffelstempeln.

2. Geschenke verpacken: mit Geschenken

Eine weitere tolle Idee gegen Geschenkpapier-Verschwendung: Verpacke dein Geschenk in einem anderen Geschenk. Ein Kochbuch macht sich in einer Schürze oder einem neuen Geschirrtuch gleich doppelt gut.

Es muss natürlich nicht thematisch passend sein – der Beschenkte freut sich sicherlich auch so über sein zweites Geschenk, wie zum Beispiel Mützen und Schals oder selbst gestrickte Socken, in denen das eigentliche Präsent wartet. Eine Schleife drum und schon sieht das Ganze schön festlich aus.

3. Geschenke verpacken mit Material, das du sowieso zu Hause hast

Last Minute-Geschenkverpackung findest du garantiert bei dir zu Hause: Schuhkartons geben eine schöne Geschenkbox ab. Geschenke in Backpapier oder Packpapier einschlagen – mit Naturmaterialien oder festlichen Anhängern dekoriert, wirken sie gleich edler.

Geschenke verpacken – aus vorhandenem Material
Geschenke verpacken – aus vorhandenem Material (Foto: © Unsplash / Joanna Kosinska)

Auch buntes Bastelpapier, Stoffreste oder übrig gebliebene Tapetenstücke können eine einzigartige Geschenkverpackung abgeben. Schau einfach in deinem Keller, in der Bastelkiste oder deinem Küchenschrank – hier findet sich bestimmt etwas zum Verpacken.

4. Geschenke einpacken mit Tüchern

Die Tradition kommt aus Japan und ist unter dem Namen “Furoshiki” bekannt. Sogenannte Geschenktücher und passende Wickeltechniken findest du online – einfach mal googeln.  Du kannst als Geschenktücher eigene Tücher verwenden oder ein neues kaufen, von dem du denkst, dass es deinem Beschenkten gefällt. So ist die Freude auch gleich doppelt groß!

5. Wiederverwendbare Blechdosen

Wir haben sie alle zu Hause stehen: Wiederverwendbare Blechdosen für Kekse, Pralinen & Co. Bevor sie weiterhin unbenutzt in deinem Schrank stehen, kannst du sie auch als Geschenkverpackung benutzen. Ein weiterer Vorteil der Dosen: Der Andere hat keinen Schimmer, was er bekommt – von der Form lässt sich schließlich auf nicht viel schließen. Für den besonderen Flair kannst du auf Flohmärkten nach Vintage-Dosen suchen.

6. Einpacken in Toilettenpapier- oder Küchenrollen

Aufgebrauchte Toilettenpapier- oder Küchenrollen eignen sich zum Einpacken kleiner Dinge: Die Rollen einfach auf die gewünschte Länge zurechtschneiden, das Geschenk hineinlegen, zum Beispiel mit Packpapier umwickeln und mit Naturschnur zu einem Bonbon verpacken – fertig!

Adventskalender basteln zu Weihnachten, Klorollen
Klopapierrollen nicht in den Müll werfen, sondern als Geschenkverpackung nutzen (Foto: Utopia/sh)

7. Schöne Verpackung: Geschenkbeutel aus Stoff

Eine weitere, wiederverwendbare Alternative sind Geschenkbeutel aus Stoff. Entweder benutzt du Stoffe, die du schon zu Hause hast oder du kaufst neue. Die kannst du dann, wenn der Beschenkte sie nicht behalten möchte, immer wieder verwenden. Wer neue Stoffe kaufen geht, sollte darauf achten, dass diese fair, bio oder aus nachhaltigen Materialien bestehen. Es gibt auch GOTS-zertifzierte Stoffe – damit gehst du auf Nummer sicher.

Geschenkbeutel funktionieren ähnlich wie Wäschebeutel und sind in zehn Minuten selbst genäht. Anleitungen dazu findest du zum Beispiel auf DaWanda**,  Näh-Blogs oder bei uns.

8. Geschenke verpacken mit Glas

Wer Süßigkeiten oder Lebensmittel verschenkt, für den liegt die Idee nah, diese in Marmeladen– oder Weckgläser abzufüllen. Doch auch andere Geschenke lassen sich gut in Glas verpacken. Auch Geldgeschenke machen sich in einer Art Flaschenpost doch gleich viel besser als in einer langweiligen Karte.

9. Verpacken mit Recycling-Geschenkpapier

blauer-engel-geschenkpapier
Geschenkpapier mit „Blauem Engel“ gibt’s zum Beispiel bei dm. (Foto © utopia)

Wer nichts zu Hause hat und auf gekauftes Geschenkpapier zurückgreifen will, sollte unbedingt darauf achten, ein umfreundliches Recycling-Geschenkpapier zu verwenden. Leider ist das Angebot an Öko-Geschenkpapier noch ziemlich mau. Heisst für dich: Am besten frühzeitig um die bunten Papierchen kümmern!

Recycling-Geschenkpapier mit blauem Engel

Mit dem Siegel Der blaue Engel gekennzeichnetes Recycling-Geschenkpapier besteht zu 100% aus Altpapier – es müssen also keine Bäume extra dafür abgeholzt werden. Und auch der Wasserverbrauch bei der Herstellung ist bei Recycling-Geschenkpapier um ein Vielfaches geringer.

Umweltfreundliches Geschenkpapier mit Design

Sehr schönes Öko-Geschenkpapier mit unterschiedlichen Umwelt-Merkmalen gibt es von Anbietern wie karamelo, Warp oder 1973. Diese Marken gibt es im ausgesuchten Einzelhandel oder online zum Beispiel** im Avocadostore.

Bei Memolife** gibt es ebenfalls weihnachtliches Öko-Geschenkpapier aus Recyclingpapier. Der grüne Onlineshop bietet zudem klimaneutralen Versand in Mehrweg-Boxen an.

Noch mehr Öko-Geschenkpapier

Weitere Möglichkeiten:

  • Ökologisches Geschenkpapier von Planet Paket. Das Münchner Unternehmen produziert Geschenkpapier mit Cradle-to-Cradle-Druck und spendet vom ersten verkauften Geschenkpapierbogen 10 Cent an ein soziales Projekt.
  • Schönes Eco-Label-zertifiziertes Recycling-Geschenkpapier gibt es bei Mosaiq. Bestellen kannst du es hier.
  • Ökologisches Geschenkpapier von Fleckendeckend gibt es im Einzelhandel.
  • Hübsches Öko-Geschenkpapier auf Rollen gibt es auch bei** Waschbär.
  • Tesafilm aus recyceltem Kunstoff gibt es bei** Memolife.

10. Geschenkpapier mehrfach nutzen

Wenn das Geschenkpapier schon mal in der Welt ist, dann sollten wir es nach einmaliger Nutzung nicht gleich auf den Müll hauen. Eine ganz simple Alternative zum Geschenkpapier-Kauf ist daher das Aufbewahren von bereits benutztem Papier.

Dafür ist allerdings ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl beim Auspacken gefragt. Dass man aus Versehen die Person von der man einst beschenkt wurde, mit ihrem eigenen Papier bedenkt, lässt sich ganz einfach vermeiden. Einfach mit Bleistift den Namen des ehemaligen Schenkers in der Innenseite notieren. Aber vorm Verpacken ans Ausradieren denken.

Nutze auch vorhandenes Geschenkpapier mehrfach – mehr dazu im Beitrag Geschenkpapier aufbewahren: Die besten Tipps.

11. Verpackung nachhaltig dekorieren

Hier einige Tipps:

  • Benutze Stoffschleifen statt Kunststoffbänder – die kannst du nach dem Gebrauch wieder aufbügeln.
  • Für einen weihnachtlichen Look: Tannenzapfen und Zweige beim nächsten Spaziergang sammeln und zwischen die Geschenkbänder klemmen.
  • Besser als Klebestreifen: Schnüre aus Naturfasern. Oder du machst den Kleber einfach selber. Dafür etwas Wasser mit verdünntem Puderzucker mischen.
  • Geschenkanhänger kannst du ganz einfach aus alten Kartons ausschneiden.
  • Selbst Geschenkanhänger in Gold- oder Silberfarben kannst du upcyceln – aus Joghurtbecherdeckel oder der Innenseiten von Pralinenverpackungen.
  • Karten aus Recyclingpapier selber basteln und mit Knöpfen verzieren.
  • Mehr im Beitrag Nachhaltige Weihnachtsdeko selber basteln
Geschenke einpacken: als Deko eignen sich auch Weihnachtsbaumreste
Geschenke einpacken: als Deko eignen sich auch Weihnachtsbaumreste (Foto: © Unsplash / Jean Lakosnyk)

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(6) Kommentare

  1. Wir heben fast alle Kartons von Waren auf, die man im Lauf des Jahres so kauft oder geschenkt bekommt: Schuhkartons, Paketkartons, die Pappschachtel, in der die neue Küchenwaage oder das Telefon steckte etc.
    Die eignen sich prima, weil sie sich oftmals ohne Klebestreifen zusammenstecken lassen und von alleine halten.
    Auch die großen Briefumschläge aus Karton von Büchersendungen habe ich dieses Jahr wieder zum Einpacken von Geschenken verwendet. Alle Schleifenbänder, auch die aus Kunststoff, heben wir auf, und benutzen sie immer wieder neu.
    Aus Altpapier (Zeitung, Kalenderblätter, oder einseitig bedruckte Blätter) kann man die typischen Geschenktüten schnell selbst falten und kleben. Diese sind mit ausgeschnittenen Motiven aus Zeitungen oder alten Geschenkpapierresten (darf auch zerknüllt sein) dann prima thematisch aufgehübscht. Sie haben dann den Vorteil, dass sie beim Auspacken nicht zerreißen und immer wieder verwendet werden können. Als Alternative zum Klebefilm aus Kunststoff habe ich dieses Jahr bei Rossmann Klebefilm aus Reispapier gefunden, der sich rückstandsfrei wieder ablösen lässt und so wiederverwendet werden kann, aber auch das Geschenkpapier eben nicht zerreißt beim Ablösen.

  2. Da kann man mal wieder sehen wie schnell es mit dem ökologischen Denken, Nachhaltigkeit oder sonst was, vorbei ist. Und das nur weil Jemand ein Geschenk in einer alten Toilettenpapierrolle einpackt. Das diese Rolle noch schön verziert oder bemalt sein kann, oder alleine der gute Wille, egal das Ding ist nur Pfui. Für mich zeigt sich bei solchen Argumenten nur die Verlogenheit der „grünen“ Ansichten.
    Wer es ernst meint mit der Natur sollte generell nach Möglichkeit auf Geschenke verzichten. Zum einen hat man sowieso schon alles, und was man geschenkt bekommt ist meistens unnütz.

  3. Bei uns gibt es seit ich denken kann immer schon Geschenktüten aus Stoff. Zum Geburtstag, Namenstag und Co. Meist neutralere Sommerliche oder Kindliche und zu Weihnachten welche aus Weihnachtsstoff. Alles natürlich von meiner Mami selbst gemacht. Und das schon seit gut 25 Jahren und ein Großteil der Tüten sind heut noch im Umkreis. Die Kindlichen wurden im Laufe der Zeit als Geschenkverpackung für Geburtstagsgeschenke an die jüngeren Cousinen gegeben wo sie heute noch existieren. Mir persönlich hat das Geschenkpapier in meiner Kindheit nicht gefehlt, allerdings waren natürlich auch bei uns die Geschenke von Freunden und Verwandten in Geschenkpapier oder ähnliches Verpackt. Auch wurden meist die Geschenke an Freunden bei uns klassisch verpackt. Hoffe ich werde diesen Brauch auch noch lange Weiterführen.

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