Geschenke verpacken: 10 schöne und nachhaltige Ideen

Geschenke verpacken: So freut sich auch die Umwelt
Foto: przemekklos / photocase.de

Geschenke verpacken, ohne dabei Unmengen an Geschenkpapier zu verschwenden – geht das? Mit unseren Tipps produzierst du deutlich weniger Müll beim Einpacken. 

Egal ob Geburtstag, Muttertag oder Weihnachten, es ist jedes Jahr dasselbe: Die Geschenke werden ausgepackt, das Geschenkpapier auf einem Haufen gesammelt – und weggeworfen. Wie bei Loriot.

Offizielle Zahlen, wie viel Geschenkpapier jährlich im Müll landet, gibt es leider nicht. Wenn man allerdings auf jeden Einwohner in Deutschland nur 100 Gramm Geschenkpapier rechnen würde, ergäbe das schon rund 8000 Tonnen.https://utopia.de/galerien/geschenke-ratgeber-trinkflaschen/

Zu dem Geschenkpapier – das oft mit viel Energieaufwand und wenig umweltschonend hergestellt wird – kommen natürlich noch Klebestreifen, Kärtchen und Schleifen, die ebenfalls im Mülleimer landen.

Passend zu unserem Beitrag Weihnachtsgeschenke selber machen hat Utopia.de 10 Ideen gesammelt, wie du deine Geschenke dieses Jahr nachhaltiger verpacken kannst – vom selbst gemachten Geschenkpapier bis zu Sternanhängern aus Joghurtbecher-Deckeln.

1. Geschenke verpacken in eigenem Geschenkpapier

Selbst gemachtes Geschenkpapier spart nicht nur Geld, der Beschenkte freut sich über eine liebevoll gestaltete Verpackung auch mehr als über Geschenkpapier aus dem Discounter. Zum Geschenkeverpacken kannst du zum Beispiel Collagen aus alten Zeitschriften oder Werbebeilagen basteln oder auch ganze Bücherseiten zum Geschenkpapier umfunktionieren.

Auch für alte Zeitungen gilt: Heb sie auf, um darin Geschenke zu verpacken! Und wenn du damit nur kleine Akzente setzt – wie etwa mit ausgeschnittenen Buchstaben, Sternen oder Herzen. Die machen sich besonders gut auf braunem Natur-Packpapier.

Auch alte Kalenderblätter, Schnittmuster oder Notenblätter müssen nicht weggeworfen werden. Als Geschenkverpackung sind sie ein echter Hingucker, genauso wie Landkarten, alte Stadtpläne oder Comics.

Eine andere Idee: Das Papier selbst bedrucken – zum Beispiel mit Kartoffelstempeln. Und so geht’s:

2. Geschenke verpacken – mit Geschenken!

Eine weitere tolle Idee gegen Geschenkpapier-Verschwendung: Verpacke dein Geschenk in einem anderen Geschenk! Ein Kochbuch macht sich in einer Schürze oder einem neuen Geschirrtuch gleich doppelt so gut.

Die Geschenke müssen nicht immer 100 Prozent zusammenpassen – der Beschenkte freut sich sicherlich trotzdem über eine neue Mütze, einen Schal oder selbst gestrickte Socken, in denen (s)ein zweites Präsent wartet. Eine Schleife drum – und schon sieht das Ganze schön festlich aus.

3. Geschenke verpacken mit Material, das du sowieso zu Hause hast

Last-Minute-Geschenkverpackung findest du garantiert bei dir zu Hause: Schuhkartons geben eine schöne Geschenkbox ab. Geschenke in Back- oder Packpapier einschlagen – mit Naturmaterialien oder festlichen Anhängern dekoriert, wirken sie gleich viel edler.

Geschenke verpacken – aus vorhandenem Material
Geschenke verpacken – mit vorhandenem Material. (Foto: © Unsplash / Joanna Kosinska)

Auch buntes Bastelpapier, Stoffreste oder übriggebliebene Tapetenstücke können eine einzigartige Geschenkverpackung abgeben. Schau einfach in deinem Keller, in der Bastelkiste oder deinem Küchenschrank nach – hier findet sich bestimmt etwas zum Verpacken.

4. Geschenke einpacken mit Tüchern

Die Tradition, Geschenke mit Tüchern zu verpacken, kommt aus Japan und ist unter dem Namen “Furoshiki” bekannt. Sogenannte Geschenktücher und passende Wickeltechniken findest du online – einfach die Suchmaschine anschmeißen.

Du kannst eigene Tücher als Geschenktücher verwenden oder ein neues Tuch kaufen, von dem du denkst, dass es dem oder der Beschenkten gefällt. So ist die Freude gleich doppelt so groß!

5. Wiederverwendbare Blechdosen

Wir haben sie alle zu Hause stehen: wiederverwendbare Blechdosen für Kekse, Pralinen & Co. Bevor sie weiterhin unbenutzt im Schrank stehen, kannst du sie auch als Geschenkverpackung benutzen.

Ein weiterer Vorteil der Dosen: Der andere hat keinen Schimmer, was er bekommt – von der Form lässt sich schließlich nicht auf den Inhalt schließen. Für den besonderen Flair kannst du auf Flohmärkten nach Vintage-Dosen suchen.

6. Einpacken in Toilettenpapier- oder Küchenrollen

Leere Toilettenpapier- oder Küchenrollen eignen sich zum Einpacken kleiner Dinge: Die Rollen einfach auf die gewünschte Länge kürzen, das Geschenk hineinlegen, zum Beispiel mit Packpapier umwickeln und mit Naturschnur zu einem Bonbon verpacken – fertig!

Adventskalender basteln zu Weihnachten, Klorollen
Klopapierrollen nicht in den Müll werfen, sondern als Geschenkverpackung nutzen. (Foto: Utopia/sh)

7. Schöne Verpackung: Geschenkbeutel aus Stoff

Eine weitere wiederverwendbare Alternative sind Geschenkbeutel aus Stoff. Entweder benutzt du Stoffe, die du schon zu Hause hast, oder du kaufst neue. Die kannst du, sollte der Beschenkte sie nicht behalten wollten, immer wieder verwenden.

Wer neue Stoffe kauft, sollte darauf achten, dass diese möglichst fair und bio sind sowie aus nachhaltigen Materialien bestehen. Es gibt auch GOTS-zertifzierte Stoffe – damit gehst du auf Nummer sicher.

Geschenkbeutel funktionieren ähnlich wie Wäschebeutel und sind in zehn Minuten selbst genäht. Anleitungen dazu findest du zum Beispiel auf diesem Näh-Blog oder gleich hier bei uns:

8. Geschenke in Glas verpacken

Wer Süßigkeiten oder Lebensmittel verschenkt, für den liegt die Idee nah, diese in Marmeladen– oder Einmachgläser zu füllen. Doch auch andere Geschenke lassen sich gut in Glas verpacken: So machen sich Geldgeschenke in einer Art Flaschenpost gleich viel besser als in einer langweiligen Karte:

9. Verpacken mit Recycling-Geschenkpapier

blauer-engel-geschenkpapier
Geschenkpapier mit Blauem Engel gibt’s zum Beispiel bei dm. (Foto © utopia)

Wer kein Bastelmaterial zu Hause hat oder partout keine Zeit, der kann auf gekauftes Geschenkpapier zurückgreifen. Dabei solltest du aber unbedingt darauf achten, ein umweltfreundliches Recycling-Geschenkpapier zu verwenden.

Leider ist das Angebot an Öko-Geschenkpapier noch ziemlich mau. Heisst für dich: Am besten frühzeitig um die bunten Papierchen kümmern!

Recycling-Geschenkpapier mit blauem Engel

Mit dem Siegel Der blaue Engel gekennzeichnetes Recycling-Geschenkpapier besteht zu 100 Prozent aus Altpapier – es müssen also keine Bäume dafür abgeholzt werden. Und auch der Wasserverbrauch bei der Herstellung ist bei Recycling-Geschenkpapier um ein Vielfaches geringer.

Geschenkpapier mit blauem Engel findest du beispielsweise beim Drogeriemarkt dm.

Umweltfreundliches Geschenkpapier mit Design

Sehr schönes Öko-Geschenkpapier mit unterschiedlichen Umweltmerkmalen gibt es von Anbietern wie Bow & Hummingbird, ava&yves, karamelo oder 1973.

Diese Marken gibt es im ausgesuchten Einzelhandel oder online zum Beispiel** im Avocadostore.

Bei Memolife** findest du ebenfalls weihnachtliches Öko-Geschenkpapier aus Recyclingpapier. Der grüne Onlineshop bietet zudem klimaneutralen Versand in Mehrweg-Boxen an.

Noch mehr Öko-Geschenkpapier:

  • Ökologisches Geschenkpapier von Planet Paket. Das Münchner Unternehmen produziert Geschenkpapier mit Cradle-to-Cradle-Druck und spendet vom ersten verkauften Geschenkpapierbogen 10 Cent an ein soziales Projekt.
  • Ökologisches Geschenkpapier von ‚Fleckendeckend‘ gibt es zum Beispiel hier.
  • Hübsches Öko-Geschenkpapier auf Rollen gibt es auch bei** Waschbär.
  • Tesafilm aus recyceltem Kunststoff gibt es bei** Memolife.

10. Geschenkpapier mehrfach nutzen

Wenn das Geschenkpapier schon mal in der Welt ist, sollten wir es nicht gleich in den Müll schmeißen, nachdem wir es benutzt haben. Eine simple Alternative zum Geschenkpapier-Kauf ist daher das Aufbewahren von bereits benutztem Papier.

Dafür ist allerdings ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl beim Auspacken gefragt. Und auch beim Wiederverwenden: Dass man die Person, von der man einst beschenkt wurde, aus Versehen mit ihrem eigenen Papier beglückt, lässt sich ganz einfach vermeiden. Einfach den Namen des Schenkers mit Bleistift auf der Innenseite des Papiers vermerken. (Aber vorm Verpacken ans Ausradieren denken.)

Nutze auch vorhandenes Geschenkpapier mehrfach – mehr dazu im Beitrag, den du in diesem Kasten findest:

11. Verpackung nachhaltig dekorieren

Geschenke einpacken: als Deko eignen sich auch Weihnachtsbaumreste
Geschenke einpacken: Als Deko eignen sich auch Weihnachtsbaumreste. (Foto: © Unsplash / Jean Lakosnyk)

Hier einige Tipps:

  • Benutze Stoffschleifen statt Kunststoffbänder – die kannst du nach dem Gebrauch wieder aufbügeln.
  • Für einen weihnachtlichen Look: Beim nächsten Spaziergang Tannenzapfen und Zweige sammeln und zwischen die Geschenkbänder klemmen.
  • Besser als Klebestreifen: Schnüre aus Naturfasern. Oder du machst den Kleber einfach selbst. Dafür etwas Wasser mit verdünntem Puderzucker mischen.
  • Geschenkanhänger kannst du einfach aus alten Kartons ausschneiden.
  • Selbst Geschenkanhänger in Gold- oder Silberfarben kannst du upcyceln – aus Joghurtbecherdeckeln oder den Innenseiten von Pralinenpackungen.
  • Weihnachtskarten kannst du selbst aus Recyclingpapier basteln und mit Knöpfen verzieren.
  • Mehr Tipps findest du auch in diesem Beitrag:

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(6) Kommentare

  1. Wir heben fast alle Kartons von Waren auf, die man im Lauf des Jahres so kauft oder geschenkt bekommt: Schuhkartons, Paketkartons, die Pappschachtel, in der die neue Küchenwaage oder das Telefon steckte etc.
    Die eignen sich prima, weil sie sich oftmals ohne Klebestreifen zusammenstecken lassen und von alleine halten.
    Auch die großen Briefumschläge aus Karton von Büchersendungen habe ich dieses Jahr wieder zum Einpacken von Geschenken verwendet. Alle Schleifenbänder, auch die aus Kunststoff, heben wir auf, und benutzen sie immer wieder neu.
    Aus Altpapier (Zeitung, Kalenderblätter, oder einseitig bedruckte Blätter) kann man die typischen Geschenktüten schnell selbst falten und kleben. Diese sind mit ausgeschnittenen Motiven aus Zeitungen oder alten Geschenkpapierresten (darf auch zerknüllt sein) dann prima thematisch aufgehübscht. Sie haben dann den Vorteil, dass sie beim Auspacken nicht zerreißen und immer wieder verwendet werden können. Als Alternative zum Klebefilm aus Kunststoff habe ich dieses Jahr bei Rossmann Klebefilm aus Reispapier gefunden, der sich rückstandsfrei wieder ablösen lässt und so wiederverwendet werden kann, aber auch das Geschenkpapier eben nicht zerreißt beim Ablösen.

  2. Da kann man mal wieder sehen wie schnell es mit dem ökologischen Denken, Nachhaltigkeit oder sonst was, vorbei ist. Und das nur weil Jemand ein Geschenk in einer alten Toilettenpapierrolle einpackt. Das diese Rolle noch schön verziert oder bemalt sein kann, oder alleine der gute Wille, egal das Ding ist nur Pfui. Für mich zeigt sich bei solchen Argumenten nur die Verlogenheit der „grünen“ Ansichten.
    Wer es ernst meint mit der Natur sollte generell nach Möglichkeit auf Geschenke verzichten. Zum einen hat man sowieso schon alles, und was man geschenkt bekommt ist meistens unnütz.

  3. Bei uns gibt es seit ich denken kann immer schon Geschenktüten aus Stoff. Zum Geburtstag, Namenstag und Co. Meist neutralere Sommerliche oder Kindliche und zu Weihnachten welche aus Weihnachtsstoff. Alles natürlich von meiner Mami selbst gemacht. Und das schon seit gut 25 Jahren und ein Großteil der Tüten sind heut noch im Umkreis. Die Kindlichen wurden im Laufe der Zeit als Geschenkverpackung für Geburtstagsgeschenke an die jüngeren Cousinen gegeben wo sie heute noch existieren. Mir persönlich hat das Geschenkpapier in meiner Kindheit nicht gefehlt, allerdings waren natürlich auch bei uns die Geschenke von Freunden und Verwandten in Geschenkpapier oder ähnliches Verpackt. Auch wurden meist die Geschenke an Freunden bei uns klassisch verpackt. Hoffe ich werde diesen Brauch auch noch lange Weiterführen.

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