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Glas-Recycling: Wie es funktioniert und was mit Altglas passiert

Foto: CC0 / Pixabay / Antranias

Das Recycling von Glas ist schon seit vielen Jahren etabliert. Doch Wie funktioniert es und ist es auch ökologisch sinnvoll? Wir erklären dir die fachgerechte Entsorgung von Altglas.

Gesehen hat sie jeder schon und die meisten Menschen benutzen sie auch regelmäßig: Glascontainer. Getrennt nach den Farben braun, grün und weiß kannst du hier Einweggläser und -flaschen entsorgen. Das gesammelte Glas wird dann recycelt. Wie es funktioniert und ob das Glasrecycling überhaupt ökologisch sinnvoll ist, erklären wir dir hier.

Wie wird Glas recycelt?

Für das Recycling muss Glas sortenrein sein – Fremdstoffe wie Deckel und Verschlüsse müssen entfernt werden.
Für das Recycling muss Glas sortenrein sein – Fremdstoffe wie Deckel und Verschlüsse müssen entfernt werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Glasrecycling ist im Grunde simpel. Für ein erfolgreiches Recycling ist es wichtig, dass das Glas sortenrein ist. Das bezieht sich auf:

  • Glasart,
  • Glasfarbe,
  • Fremdstoffe.

Um dies zu gewährleisten, wird das gesammelte Glas aufbereitet, bevor es erneut eingeschmolzen wird. Unter anderem werden in mehreren Schritten von Hand oder durch Maschinen Fremdstoffe entfernt, wie zum Beispiel:

  • Falsch in die Container eingeworfener Abfall,
  • Fremdstoffe wie Metall oder Keramik ,
  • Glas in der falschen Farbe,
  • Glasabfälle, die zu einer anderen Glassorte gehören.

Gerade der letzte Punkt ist beim Glasrecycling besonders wichtig. Denn Glas ist nicht gleich Glas – insbesondere hitzebeständiges Glas mit einem hohen Schmelzpunkt wie zum Beispiel

  • Laborglas,
  • Glas aus Backofentüren oder
  • Glasdeckel von Kochtopfdeckeln

können eine Schmelze unbrauchbar machen. Auch Bleiglas, Kristallglas, Glühbirnen, Spiegelglas oder sogar Trinkgläser können das Recyclingergebnis negativ beeinflussen.

Übrigens: Wirf rotes und blaues Glas zum Grünglas, denn das kann den größten Anteil an Fremdfarben aufnehmen. Deckel und Verschlüsse gehören in die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack, mehr dazu hier: Altglas entsorgen: Mit Deckel oder ohne?

Was lässt sich aus Recyclingglas herstellen?

Glas lässt sich beliebig oft ohne Qualitätsverluste recyceln.
Glas lässt sich beliebig oft ohne Qualitätsverluste recyceln.
(Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter)

Aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften lässt sich Glas in der Regel entweder nur sortenrein oder zu einem qualitativ minderwertigeren Glas recyceln. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Aus einer Flasche lässt sich keine Fensterscheibe herstellen, sondern wieder nur eine Flasche.

Das liegt daran, dass bei Fensterglas besonders hohe Ansprüche an Blasenfreiheit und Farbreinheit gelten. Das besonders hochwertige Fensterglas lässt sich umgekehrt jedoch teilweise zu Behälterglas in Form von Flaschen und Gläsern umarbeiten. Ist das nicht möglich, lassen sich aus Fensterglas beispielsweise andere Produkte wie Materialien zur Wärmedämmung aber auch Schmirgelpapier oder Glasbausteine herstellen.

Ist die Sortenreinheit gewährleistet, lässt sich Glas beim sogenannten Bottle-to-Bottle-Recycling vollständig und ohne Qualitätsverluste recyceln – und zwar beliebig oft.

Wie energieaufwendig ist Glasrecycling?

Um Neuglas herzustellen müssen Rohstoffe wie Quarzsand, Kalk und Soda unter hohem Energieaufwand miteinander verschmolzen werden. Im Gegensatz dazu sind deutlich geringere Temperaturen notwendig, wenn Altglas dabei im Spiel ist.

Der Energieaufwand der Glasherstellung ist um zwei bis drei Prozent geringer, wenn man zehn Prozent Altglas hinzugibt. Je mehr Altglas bei der Glasherstellung verwendet wird, desto geringer ist der Energiebedarf. Dementsprechend sinkt auch der CO2-Ausstoß.

Ein weiterer Vorteil beim Glasrecycling ist, dass sich in erheblichem Maß Primärrohstoffe einsparen lassen. Im Vergleich zu Neuglas ist Recyclingglas also ressourcenschonender. Wie steht es aber mit der Energieeffizienz gegenüber anderen Verpackungsmaterialien aus?

Sind Glasverpackungen immer die besseren Verpackungen?

Noch mehr Energie, Abfall und Ressourcen als mit Mehrwegflaschen sparst du mit Leistungswasser.
Noch mehr Energie, Abfall und Ressourcen als mit Mehrwegflaschen sparst du mit Leistungswasser.
(Foto: CC0 / Pixabay / com77380)

Betrachtet man alleine den Energiebedarf, schneiden Einwegverpackungen aus Glas gegenüber anderen Verpackungen wie Getränkekartons oder auch PET-Flaschen schlechter ab. Das liegt nicht zuletzt an dem hohen Energiebedarf bei der Produktion und dem höheren Gewicht der Glasbehälter, was wiederum zu einem erhöhten Energiebedarf beim Transport führt. Mehr Informationen dazu findest du hier:

Etwas anders verhält es sich beim Vergleich von Mehrwegverpackungen. Laut Umweltbundesamt spielt es hier im Blick auf den Energieverbrauch keine Rolle, ob du Mehrwegflaschen aus PET oder Glas verwendest. Ein klarer Vorteil von Glasflaschen gegenüber Kunststoffverpackungen ist aber, dass Glas keinerlei Schadstoffe an Lebensmittel abgibt und auch sonst nicht mit den Lebensmitteln reagiert. 

Was bedeutet das nun in unserem Alltag? Wann immer möglich, ist es sinnvoller, Mehrwegflaschen anstelle von Einwegverpackungen zu verwenden. Je kürzer die Transportwege dabei sind, desto besser. Regionale Produkte in Mehrwegverpackungen sind daher erste Wahl. Bei Getränken lassen sich Verpackungen sparen, indem du Leitungswasser statt Flaschenwasser trinkst.

Spannend: Möbel aus recyceltem Glas

Beistelltisch aus recyceltem Glas von Magna Atelier
Beistelltisch aus recyceltem Glas von Magna Atelier
(Foto: Produktbild: Magna-Atelier)

Eine innovative Idee: Die Firma Magna aus Sachsen-Anhalt nutzt Glasabfälle, um daraus schicke Tische und Accessoires zu gestalten. Dazu wird Altglas kontrolliert in Scherben gebrochen, eingeschmolzen und händisch nachbearbeitet. Die entstehenden Glaskeramikplatten sind Unikate, die dazugehörigen Möbel findest du im Onlineshop des Herstellers**.

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