Papier-Recycling: Wie es funktioniert und was aus dem Papier wird

Papier Recycling schont die Umwelt
Foto: CC0 / Pixabay / Hans

Papier-Recycling schont die Umwelt und wertvolle Ressourcen: Wir verraten dir, was du über den Recycling-Prozess wissen musst und wofür Altpapier verwendet wird.

So geht Papier-Recycling

Trotz Laptops, Smartphones und Co. ist Papier immer noch unverzichtbar. Zum Glück greifen immer mehr Menschen auf Recycling-Papier zurück: Allein im Jahr 2016 wurden in Deutschland von den 22,6 Millionen Tonnen produzierten Papierprodukten ganze 75 Prozent aus Altpapier hergestellt. Es gilt: Papier ist kein Müll, sondern eine wertvolle Ressource!

Für die Herstellung von Recycling-Papier sind verschiedene Aufbereitungsverfahren nötig:

  • Altpapier wird aus Blauen Tonnen und Containern eingesammelt. Wie du Papier richtig entsorgst, erfährst du bei Der Grüne Punkt. 
  • Im Recycling-Werk wird es nach Papierarten sortiert. So werden zum Beispiel Kartons separiert, denn ihre braunen Fasern können nicht in Weiße umgewandelt werden, die unter anderem für helles Druckerpapier nötig sind. Dunkle Papiersorten werden wieder zur Produktion von dunklen Produkten, wie Kartonagen, verwendet.
  • Anschließend werden mithilfe von Sieben papierfremde Bestandteile entfernt. Dazu gehören kleine Plastikstücke, Büroklammern oder Heftnadeln.
  • Dann wird das übrig gebliebene Papier zerkleinert.
  • Über das sogenannte „Deinking-Verfahren“ wird die Druckerfarbe entfernt: In einer Wanne wird das zerstückelte Papier mit Wasser vermengt. Dadurch löst es sich in seine Fasern auf und es entsteht ein Brei. Mit Natronlaugen und Tensiden wird dieser mehrfach gereinigt und die Farbteilchen herausgefiltert. Zum Schluss werden diese mit dem Schaum abgetragen.
  • Um helles Papier zu erhalten, wird der Faserbrei mit Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid gebleicht. Vor allem bei hochwertigem hellem Papier ist dieser Schritt wichtig. Aus Umweltgesichtspunkt sollte darauf allerdings verzichtet werden, da bedenkliche Chemikalien ins Wasser geraten.
  • Auf Bahnen wird der Brei geglättet, getrocknet und zu neuem Papier ausgerollt.

Dieser Prozess lässt sich allerdings nicht beliebig oft wiederholen. Die Fasern werden nach fünf bis sieben Recycling-Vorgängen zu kurz. Das Papier wäre nicht mehr stabil genug. Daher werden manchen Produkten aus Recycling-Papier neue Holzfasern hinzugesetzt.

Das wird aus recyceltem Papier hergestellt

Tageszeitungen werden oft aus recyceltem Papier hergestellt
Tageszeitungen werden oft aus recyceltem Papier hergestellt (Foto: CC0 / Pixabay / hzv_westfalen_de)

Aus Recycling-Papier werden verschiedenste Produkte hergestellt, z.B.:

  • Zeitschriften und Zeitungen
  • Schulhefte
  • Druckerpapier
  • Verpackungspapiere wie Kartonagen
  • Büromaterialien
  • Glückwunschkarten
  • Hygienepapiere wie Toilettenpapier, Taschentücher oder Papierhandtücher – allerdings ist der Einsatz von Recycling-Papier bei  Hygienartikeln rückläufig. Als Konsument kannst du das ändern, indem du bewusst öfter zu Produkten aus Recycling-Papier greifst. Denn es ist möglich, in der Herstellung von Hygienepapieren noch mehr Altpapier zu verwenden. Es gilt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Zur Orientierung kannst du auf das bekannte Siegel Blauer Engel achten. Es zeigt auf, wenn ein Produkt aus Altpapier hergestellt wurde.

Unterschiede zwischen Papier Recycling und herkömmlichem Papier

Als in den 80er Jahren die ersten Produkte aus Recycling-Papier auf dem Markt kamen, waren diese grau und unbeschichtet. Sie sahen nicht so schön und stabil aus wie das Frischfaser-Papier. Das schreckte viele Konsumenten ab.

Heutzutage hat sich die Qualität durch neue Herstellungs-Verfahren deutlich verbessert. In Optik oder Haptik ist kein Unterschied zwischen Produkten aus Altpapier und Frischfaserpapier zu erkennen. Recyclingpapier steht „normalen“ Papier  in nichts mehr nach.

Recycling-Papier hat einen viel geringern Energieaufwand

Papier Recycling schont Ressourcen wie Holz
Papier Recycling schont Ressourcen wie Holz (Foto: CC0 / Pixabay / pixel2013)

Im Vergleich zur Herstellung von Papier aus Holzfasern wird bei der Verarbeitung von Recyclingpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser gespart. Ein großer Teil des recycelten Papiers stammt aus Deutschland – es fallen keine weiten Transportwege an und der Verbrauch von CO2 und Emissionen ist viel geringer.

Noch dazu werden beim Papier-Recycling weniger Chemikalien gebraucht, die Abwasserbelastung ist bis zu zehn Mal niedriger als bei der Produktion von Frischfaserpapier. Am wichtigsten allerdings ist, dass die wertvolle Ressource Holz geschont wird. Wenn du die Wahl hast, solltest du immer zu Produkten aus recyceltem Papier greifen.

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