Gummi Arabicum: Besonderheiten, Anwendung und Nachhaltigkeit

Gummi arabicum
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Gummi arabicum ist ein aus Afrika stammender Zusatzstoff, der sich oftmals in Süßwaren und Wein befindet. Der Saft des Akazien-Baums gilt als gesundheitlich unbedenklich.

Was ist Gummi arabicum?

Gummi arabicum ist ein in Deutschland unter der Nummer E414 zugelassener Lebensmittelzusatzstoff. Es handelt sich um den harzigen Pflanzensaft von den in Afrika verbreiteten Akazien-Bäumen. Gummi arabicum dient der Lebensmittelindustrie als Verdickungsmittel, Stabilisator und Füllstoff.

Gewonnen wird der Zusatzstoff ähnlich dem Ahornsirup. Die Rinde der Akazienbäume wird V-förmig eingeritzt und der austretende Pflanzensaft in einem Eimer gesammelt. Anschließend wird der Pflanzensaft getrocknet und pulverisiert, sodass er als weißes Pulver zum Verkauf angeboten wird.

Bevor Gummi arabicum in der Lebensmittelindustrie populär wurde, wurde es früher hauptsächlich zur Herstellung von Farben und Tinte eingesetzt. Die Ägypter nutzten es, um Verstorbene zu mumifizieren.

In welchen Lebensmitteln findet sich Gummi arabicum?

Der Schaum auf dem Bier wird oftmals mit Gummi arabicum stabilisiert.
Der Schaum auf dem Bier wird oftmals mit Gummi arabicum stabilisiert. (Foto: CC0 / Pixabay / distel2610)

Da Gummi arabicum im Vergleich zu anderen Verdickungsmitteln nur eine geringe verdickende Wirkung aufweist, wird es meist als Stabilisator eingesetzt. Gummi arabicum stabilisiert Lebensmittel, indem es die Kristallbildung unterbindet. Dies wird besonders in Süßwaren, wie zum Beispiel Gummibärchen geschätzt, in denen sich keine Zuckerkristalle ausbilden sollen. Auch Tiefkühlprodukte mit Gummi arabicum bilden weniger Eiskristalle aus, die sich nachteilig auf die Produkttextur auswirken.

Gummi arabicum findet sich ebenfalls oft in alkoholischen Getränken. Im Bier stabilisiert es den Schaum, damit dieser besonders lange anhält. Mit Gummi arabicum stabilisierter Wein hat ein besseres Mundgefühl. Zudem wird verhindert, dass Weinstein ausfällt.

Ist Gummi arabicum nachhaltig?

Die European Food Safety Authority (EFSA) schätzt Gummi arabicum als gesundheitlich unbedenklich ein. Es existiert kein gesetzlich vorgeschriebener Höchstwert und Gummi arabicum ist auch in Bio-Lebensmitteln zugelassen. Nur bei einigen sensiblen Menschen kann der Zusatzstoff zu Allergiesymptomen führen.

Da Gummi arabicum ausschließlich aus dem Harz afrikanischer Akazienbäume gewonnen wird, hat es einen langen Transportweg hinter sich, bis es bei uns im Supermarkt landet. Zudem sind die Arbeitsbedingungen auf afrikanischen Plantagen oftmals nicht gut. Dennoch handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, der umweltfreundlich produziert werden kann und gesundheitlich vollkommen unbedenklich ist. Du brauchst im Supermarkt also keinen weiten Bogen um Gummi arabicum machen. Bedenke aber, dass es ökologisch immer die bessere Wahl ist, auf regionale Lebensmittel zurückzugreifen.

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