Heizwert und Brennwert: Wofür du die Größen kennen solltest

Heizwert
Foto: CC0 / Pixabay / avantrend

Wenn du dich schon einmal mit Heizungen beschäftigt hast, sind dir sicherlich schon die Begriffe Heizwert und Brennwert begegnet. Um deine Heizkosten richtig berechnen zu können, musst du den Unterschied kennen.

Was sind Heizwert und Brennwert?

Heizwert und Brennwert beziehen sich immer auf bestimmte Brennstoffe. Sie geben an, wie viel Energie aus diesen gewonnen werden kann. Angegeben werden sie meist in Megajoule pro Kilogramm (MJ/kg) oder in Kilowattstunde pro Kilogramm (kWh/kg). 

  • Der Heizwert (auch Hu genannt, unterer Heizwert) gibt an, wie viel Energie aus der direkten Verbrennung des Brennstoffes gewonnen werden kann, also um wie viel Energie sich der Heizkreislauf erwärmt, wenn ein Kilogramm dieses Brennstoffs trocken verbrannt wird. 
  • Der Brennwert (auch Ho genannt, oberer Heizwert) gibt an, wie viel Energie eine Heizung aus dem Brennstoff gewinnen kann, wenn auch die Wärme aus den Abgasen genutzt wird. Nach der Verbrennung kann die Heizung durch Kühlen der Abgase den Wasserdampf im Brennstoff zur Kondensation bringen. Die Kondensation setzt Wärme frei, welche den Heizkreislauf weiter aufheizt.

Unabhängig vom Brennstoff ist also der Brennwert höher als der Heizwert.

Welche Heizwerte haben verschiedene Brennstoffe?

Holz hat einen deutlich geringeren Heizwert als die fossilen Energieträger.
Holz hat einen deutlich geringeren Heizwert als die fossilen Energieträger.
(Foto: CC0 / Pixabay / adonyig)

Die verschiedenen Brennstoffe haben verschiedene Heizwerte. Die höchste Energiedichte haben dabei die fossilen Energieträger, allen voran Öl (11,9 kWh/kg) und Gas (11,8 kWh/kg). Stein- und Braunkohle liegen mit 8,2 bzw. 5,7 kWh/kg schon deutlich dahinter. 

Die verschiedenen Hölzer erreichen Werte zwischen 4,1 und 4,5 kWh/kg. Holzpellets und Briketts liegen leicht darüber. Rindenbriketts haben unter den Holzbrennstoffen mit 5,5 kWh/kg den höchsten Heizwert.

Was sagt der Heizwert über die Heizkosten aus?

Die Heizkosten hängen nicht nur vom Heizwert ab.
Die Heizkosten hängen nicht nur vom Heizwert ab.
(Foto: CC0 / Pixabay / Firmbee)

Der einzige erneuerbare Brennstoff, der bei den hohen Heizwerten der fossilen mitspielen kann, ist Rapsöl mit 10,6 kWh/kg. Die Frage, warum dieses nicht als Brennstoff genutzt wird, zeigt, dass der Heizwert nicht die einzige relevante Größe für einen Brennstoff ist. 

Wichtig ist natürlich auch, wie viel es kostet, eine bestimmte Menge des Stoffes einzukaufen. Mit dieser Information und dem Heizwert kannst du letztlich berechnen, wie viel es kostet, mit einem Brennstoff eine bestimmte Menge Energie zur Verfügung zu stellen. Dabei wirst du feststellen, dass Rapsöl sehr viel teurer ist als zum Beispiel Heizöl und daher trotz der hohen Energiedichte nicht als Brennstoff für Heizungen infrage kommt.

Heizwert zu Brennwert umrechnen

Wenn du deine Heizkosten oder die Wärmeleistung bestimmter Mengen an Brennstoffen ausrechnen möchtest, ist es wichtig, dabei konstant dieselbe Einheit zu verwenden. Rechnest du zum Beispiel mit dem Brennwert des Brennstoffes vor der Verbrennung, aber liest, was du als Heizleistung herausbekommst als Brennwert, könnte die errechnete Heizleistung über 100 Prozent liegen – was natürlich nicht möglich ist.

Du kannst Heizwert in Brennwert mit folgenden Umrechnungsfaktoren bestimmen:

  • Heizöl: 1,06
  • Holz: 1,08
  • Flüssiggas: 1,09
  • Erdgas: 1,11

So rechnest du den Wert um: Heizwert x Umrechnungsfaktor = Brennwert

Beispielrechnung mit Holz: 4,5 kWh/kg x 1,08 = 4,86 kWh/kg

Wann brauche ich welchen Wert?

Ob für dich Heiz- oder Brennwert interessant ist, kommt darauf an, welche Heizung du hast. Modernere Modelle sind meist Brennwertheizungen und damit effizienter, während ältere Modelle oft nur den Heizwert ausnutzen können.

Informiere dich also, ob deine Heizung über Brennwerttechnik verfügt, um genau damit rechnen zu können.

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