Energie sparen, während du schläfst: 7 Tipps

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Soto: CC0 Public Domain – Unsplash/ Andisheh A

Energiesparen muss nicht mühsam sein. Wer die folgenden Tipps umsetzt, spart buchstäblich im Schlaf Emissionen, Strom- und Heizkosten.

In der Energiekrise sind wir alle zum Sparen aufgerufen. Ohne mindestens 20 Prozent Einsparungen im privaten, gewerblichen und industriellen Bereich werde Deutschland die Gasnotlage im Winter kaum vermeiden können, warnte vor kurzem der Chef der Bundesnetzagentur.

Energiesparen mag nach Arbeit klingen – muss es aber nicht sein. Die folgenden Tipps sind unkompliziert umzusetzen. Und hast du sie einmal ausprobiert, sparst du sogar im Schlaf Energie.

1. Die richtige Kühlschranktemperatur

Der Kühlschrank verbraucht die ganze Zeit Strom – auch nachts. Stelle deshalb sicher, dass du hier keinen Strom verschwendest, indem du die Kühltemperatur zu niedrig einstellst. Das geht ganz einfach:

Öffne die Kühlschranktür und stelle sicher, dass die richtige Kühlschranktemperatur eingestellt ist. Diese liegt bei 7 °C im Kühlschrank und -18 °C im Gefrierfach.

Bei vielen Geräten stellst du die Temperatur über ein Rad ein, auf dem sich keine Temperaturangaben befinden, sondern Zahlen von 1-7. Sieben Grad entspricht meist den Stufen 1 oder 2. Um sicher zu gehen, kannst du ein Thermometer nutzen – oder dich an der Butter orientieren. Lässt sie sich gerade noch gut streichen, stimmt die Temperatur.

Tipp: Mit der Zeit bildet sich in Kühl- und Gefrierschränken eine Eisschicht. Diese sorgt dafür, dass das Gerät mehr Strom verbraucht. Wenn du den Kühlschrank regelmäßig abtaust, läuft er Tag und Nacht effizienter.

2. Der richtige Kühlschrank

Je größer der Kühlschrank, desto mehr passt rein – und desto mehr Energie benötigt er. Wer überlegt, sich ein neues Gerät anzuschaffen, sollte deshalb ein kleines Gerät in Betracht ziehen. Ein bis zwei Personen kommen in der Regel mit 120 Litern gut zurecht. Außerdem sollte man ein Modell mit guter Energieeffizienzklasse wählen.

Empfehlenswerte Geräte listet unser Artikel auf: Kühlschrank-Test: Diese sparsamen Kühl-Kombis kosten dich weniger Strom

Übrigens: Denkst du darüber nach, deinen Kühlschrank gegen einen energiesparenden auszutauschen? Das Bundesministerium für Naturschutz (BMUV) rät nur unter bestimmten Voraussetzungen dazu – nämlich wenn das alte Geräte zum Kaufzeitpunkt eine sehr schlechte Effizienzklasse hatte oder vor 2005 gekauft wurde. Ist das nicht der Fall, solltest du deinen Kühlschrank behalten und Macken reparieren (lassen), das schon Ressourcen.

3. Tiefkühlware ausmisten

Kühlschränke und Tiefkühltruhen können uns nachts nicht nur durch ihr Summen wachhalten – auch Sorgen um ihren Stromverbrauch können uns den Schlaf rauben. Denn Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) circa 23 Prozent des Stroms in deutschen Haushalten. Zeit also, die Tiefkühltruhe auszumisten.

Wer eingefrorene Vorräte gezielt aufbraucht und es schafft, das Gefriergerät zu leeren und abzuschalten, spart einiges an Strom. Das BMUV spricht von bis zu 600 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bei den aktuellen Stromkosten von knapp 42 Cent pro Kilowattstunde (Quelle: Verivox, für Neukund:innen, Stand: 11.10.22) spart man so über zwölf Monate hinweg circa 250 Euro.

4. Standby vermeiden

Der Computerbildschirm ist schwarz, der des Smart-TV ebenso – trotzdem können die Geräte Strom verbrauchen, 24 Stunden pro Tag. Doch es gibt eine Lösung: Geräte komplett auszuschalten, anstatt sie bei Nichtbenutzung im Standby-Modus zu lassen, spart in einem Drei-Personen-Haushalt durchschnittlich 100 Euro jährlich ein, erklärt ein Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Brandenburg gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Doch „Ausschalten“ ist teils gar nicht so leicht: Manche Geräte haben keinen Netzschalter oder dieser ist nur schwer zugänglich. Nutze deshalb Steckdosenleisten mit Schalter oder Funksteckdosen. Eine Master-Slave-Steckdose eignet sich zum Beispiel für den Computer: Sobald das angeschlossene Hauptgerät (der Computer) ausgeschaltet wird, trennt die Steckdose auch alle weiteren angeschlossenen Geräte (z.B. Lautsprecher, Monitore) vom Strom.

5. Router programmieren

Wenn wir schlafen, brauchen wir kein W-LAN. Trotzdem versorgt ein Standard-Router die Wohnung auch nachts mit Internet – dabei frisst er Energie und produziert Emissionen. Stolze 53 Kilogramm Treibhausgase fallen laut dem Öko-Institut e.V. pro Jahr bei einem Router im Dauerbetrieb an. Der Stromverbrauch variiert von Gerät zu Gerät, die jährlichen Kosten liegen bei circa 26 bis 52 Euro.

Einen beträchtlichen Teil davon kannst du einsparen, wenn du den Router nachts ausschaltest. Das geht entweder über die Ausschalt-Taste am Gerät oder über eine Zeitschaltuhr, die in vielen modernen Routern eingebaut ist. Bedenke aber: Wenn du einen Festnetzanschluss hast und den Router ausschaltest, funktioniert auch das Telefon nicht mehr.

Mehr Infos: Einfach mal ausmachen: Stromverbrauch beim Router senken

6. Nachts Warmwasser ausschalten

Ganz ähnlich wie beim Router kannst du auch bei Warmwasser verfahren. Denn in vielen Häusern sorgt eine Zirkulationspumpe dafür, dass heißes Wasser rund um die Uhr zur Verfügung steht. Um 3 Uhr morgens nutzen wir das aber selten. Moderne Zirkulationspumpen kannst du einfach umprogrammieren, damit sie nachts nicht arbeiten. Falls die Pumpe über keine Zeitsteuerung verfügt, kannst du eine Zeitschaltuhr anschließen – diese kostet um die fünf Euro.

7. Heizung nachts runterdrehen

Der offensichtlichste Tipp kommt zum Schluss: Nachts halten wir uns im Schlafzimmer auf, die anderen Räume müssen dann nicht stark beheizt werden. Stiftung Warentest empfiehlt 16 Grad als Mindesttemperatur zum Schutz vor Schimmel. Im Schlafzimmer reichen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf.

Der BUND Bremen betont, dass jedes Grad Raumtemperatur weniger die Heizkosten um etwa sechs Prozent senkt. Auch Rollläden und Fensterläden nachts herunterzulassen und zu schließen, sollen helfen, Energie zu sparen. Bei Vorhängen solltest du aufpassen, dass sie nicht die Regulierventile der Heizung verdecken.

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