Immissionsschutz einfach erklärt: Das musst du wissen

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Immissionsschutz soll die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen wie beispielsweise Autoabgasen oder Lärm bewahren. Wir erklären dir, was hinter dem Begriff steckt.

Egal ob Autoabgase, Lärm oder Funkwellen – sie alle haben Auswirkungen auf Lebewesen, Böden, Gebäude und Gewässer. Diese Einwirkung auf die Umwelt wird als Immission bezeichnet. Achtung: Das ist nicht das Gleiche wie die Emission – also das Freisetzen von (zum Beispiel) Autoabgasen, Lärm oder Funkwellen.

Immissionen wirken mitunter unangenehm oder sogar schädlich auf die Umwelt. So greifen zum Beispiel die Säuren aus saurem Regen Gebäude, Pflanzen, Böden und Gewässer an. Zahlreiche Gase in der Luft, die unter anderem aus Autoabgasen stammen, sind gesundheitsschädlich.

Deshalb ist Immissionsschutz wichtig: Es muss Grenzwerte dafür geben, wie hoch die Konzentration schädlicher Gase in der Luft sein darf, oder wie laut der Straßenlärm in einem Wohngebiet. In Deutschland reguliert vor allem das Bundes-Immissionsschutzgesetz Immissionen. Das Gesetz gibt es seit 1974. Darüber hinaus haben die Bundesländer zusätzliche Richtlinien.

Das regelt das Immissionsschutzgesetz

Das Immissionsschutzgesetz reguliert die schädlichen Gase, die industrielle Anlagen ausstoßen.
Das Immissionsschutzgesetz reguliert die schädlichen Gase, die industrielle Anlagen ausstoßen. (Foto: CC0 / Pixabay / SD-Pictures)

Der Schwerpunkt des Bundes-Immissionsschutzgesetzes liegt bei der Luftreinhaltung und dem Lärmschutz. Zunehmend gibt es aber auch Gesetze, um Böden und Gewässer vor schädlichen Immissionen zu schützen. Dabei fließen viele EU-weite Richtlinien mit ein.

Das Immissionsschutzgesetz soll einerseits Immissionen vorbeugen. Das bedeutet, dass beispielsweise schädliche Gase gar nicht erst in die Luft gelangen sollen. Solche Emissionen lassen sich jedoch oft nicht vermeiden. In diesem Fall schafft das Gesetz Möglichkeiten, die Umwelt vor Emissionen zu schützen, die bereits ausgetreten sind, und auf diese Weise Immissionen zu vermeiden.

  • Stell dir zum Beispiel ein Wohngebiet vor, in dessen Nähe eine Straße gebaut werden soll. Wenn die Straße in genügend Abstand zu diesem Wohngebiet gebaut wird, lässt sich vermeiden, dass die Anwohner durch Lärm belästigt werden. Dies wäre also vorsorglicher Immissionsschutz.
  • Wenn die Straße dagegen direkt an dem Wohngebiet vorbeiführen muss, ist es möglich, die Geschwindigkeit zu begrenzen (ebenfalls vorsorglicher Immissionsschutz) oder eine Lärmschutzmauer zu errichten. Eine Lärmschutzmauer wäre Immissionsschutz in Form von Gefahrenabwehr.

Das Immissionsschutzgesetz schreibt also vor, wie Verkehrswege gestaltet sein müssen. Darüber hinaus gibt es vor allem Grenzwerte für den Ausstoß von schädlichen Gasen (und Lärm) durch industrielle Anlagen vor. Solche Anlagen müssen, bevor sie in Betrieb gehen, immer zunächst geprüft werden. So können die Prüfer sichergehen, dass die Anlagen die gesetzlichen Grenzwerte einhalten.

Je nachdem, wo die Anlage liegt, fallen diese Grenzwerte unterschiedlich aus: In der Nähe von Wohn- oder Naturschutzgebieten sind die erlaubten Emissionen geringer als in Gegenden, wo die Umwelt weniger Schaden nehmen würde. Wenn eine Anlage erst einmal in Betrieb ist, ist es übrigens hauptsächlich die Aufgabe des Betreibers, den Immissionsschutz zu gewährleisten.

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