FCKW: Das hat das Verbot dieser Treibhausgase bewirkt

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Das Treibmittel FCKW führte zu einer großen Klimakrise, dem Ozonloch. Heute – 30 Jahre später – zeigt das Verbot Wirkung, wenn da nicht noch die CO2 Emissionen wären.

FCKW: Diese vier Buchstaben stehen für Treibhausgase, die zur Gruppe der Fluorchlorkohlenwasserstoffe gehören. Diese industriell hergestellten Gase kommen im Gegensatz zu den CO2 Treibhausgasen nicht natürlich vor.

Noch vor rund 30 bis 40 Jahren steckten die FCKW-Gase in vielen Produkten des täglichen Lebens, zum Beispiel als Kühlmittel für Kühlschränke oder als Treibgas im Spraydosen wie Haarspray oder Feuerlöschern. Die Gase sind geruchlos, unsichtbar und galten als harmlos für Menschen und Tiere.

Doch ab Mitte der 1970 Jahre schlugen Klimaforscher Alarm. Ihre Messungen ergaben, dass sich in der schützenden Ozonschicht um unseren Planten ein Loch auftat. Das Loch dehnte sich von der Antarktis bis über Australien und Neuseeland. Verursacht wurde das Ozonloch durch die FCKW-Treibhausgase.

Die Ozonschicht in der Atmosphäre verhindert, dass die ultravioletten Strahlen (UV-B Strahlen) im Sonnenlicht ungefiltert auf die Erde treffen. Wegen der UV-B Strahlen bekommt man in der Sonne einen Sonnenbrand, sie können außerdem Hautkrebs verursachen.

Weltweites Verbot von FCKW

FCKW in Kühlschränken ist inzwischen Verboten.
FCKW in Kühlschränken ist inzwischen Verboten. (Foto: CC0/pixabay/sandid)

Nach der Entdeckung des Ozonlochs dauerte es noch rund zehn Jahre, bis die Gefahr durch den löchrigen UV-Schutz der Erde bei den Menschen im Alltag angekommen war. Damals, vor etwas mehr als 30 Jahren, reagierten die Politiker aller Staaten geschlossen auf die vom Menschen gemachte Bedrohung für das Klima.

  • 1987 brachte die Staatengemeinschaft mit dem Montrealer Protokoll ein gemeinsames Abkommen auf den Weg, das den Ausstieg aus den FCKW-Treibhausgasen einleitete. Drei Jahre später wurde in London der endgültigen Ausstieg innerhalb von zehn Jahren vereinbart.
  • In der Folge unterzeichneten alle 197 UN-Staaten das Abkommen.
  • Seit dem Jahr 2000 verwendet die Industrie – bis auf eine geringe Menge für Medikamente – keine FCKW-Gase mehr und stellt auch keine her.
  • 2016 kamen auch die teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW) auf die Liste der verbotenen industriellen Treibhausgase. Laut dem Umweltbundesamt galten diese zeitweilig als alternatives Treibmittel zu FCKW.

Politiker, Wissenschaftler und Umweltverbände zogen damals an einem Strang und nutzen die Übergangszeit, um gemeinsam an Alternativen für die Treibhausgase zu arbeiten.

  • bereits 1977 erklärte sich die deutsche Industrie mit einer Selbstverpflichtung bereit, weniger FCKW-Gase einzusetzen.
  • Ein Jahr später kennzeichnete das Umweltsiegel Blauer Engel Spraydosen, die ohne FCKW-Treibgas auskamen.
  • 1992 präsentierte Greenpeace den ersten FCKW-freien Kühlschrank. Greenpeace hatte ihn zusammen mit einem deutschen Hersteller entwickelt.
  • Umweltfreundlichere Kühlschränke ohne FCKW-Kühlmittel wurden bald weltweit Industriestandard. Nach und nach musterten Verbraucher ihre alten Geräte aus. Die Städte und Gemeinden richteten dafür Sammelstellen ein, um die Kühlschränke umweltgerecht zu entsorgen. Auch Supermärkte und der Handel tauschten ihre alten Kühlsysteme aus.

Seit 1995 ist FCKW in neuen Kühlschränken verboten. Solltest du noch ein älteres Modell in Betrieb haben, ist es wahrscheinlich, dass noch FCKW im Kühlmittel ist. Ersetzte es nach Möglichkeit durch einen modern Kühlschrank, der zudem energieeffizienter ist.

Wie FCKW in der Atmosphäre wirkt

Jedes Frühjahr entsteht über der Antarktis ein Ozonloch.
Jedes Frühjahr entsteht über der Antarktis ein Ozonloch. (Foto: CC0/pixabay/robynm)

Die FCKW-Treibhausgase werden der Ozonschicht vor allem bei extremer Kälte gefährlich. Bis heute entsteht jedes Jahr ein Ozonloch am Südpol über der Antarktis. Das Wissensmagazin Spektrum erläutert, wie es dazu kommt:

  • Bei Temperaturen von unter minus 78 Grad Celsius in den antarktischen Wintern gefrieren die Verbindungen der Fluorchlorkohlenwasserstoffen mit anderen Stoffen in der Atmosphäre zu Eiskristallen. Diese bestehen unter anderem aus Chlorwasserstoff und bilden über dem Südpol schimmernde Wolken, die sogenannten Perlmuttwolken. Treffen Sonnenstrahlen auf die chlorhaltigen Kristalle, zerfallen diese in ihrer chemischen Verbindung. Sie setzen dann einzelne Chloratome frei. Diese wiederum verbinden sich mit dem Sauerstoff im Ozon. Das setzt eine Kettenreaktion in Gang, bei der Ozonmoleküle zerfallen.
  • Greenpeace gibt an, dass ein Chloratom so bis zu 100.000 Ozonmoleküle zerstören kann.

Erst im Sommer treibt die Luftströmung neue Ozonmoleküle aus wärmeren Gebieten der Erde zum Südpol und das Ozonloch schließt sich wieder – bis im nächsten Winter der Prozess von vorn beginnt.

Nirgends sonst auf der Erde herrschen diese extrem kalten Temperaturen. Auch der Nordpol ist in der Regel wärmer. Daher breitet sich das Ozonloch auf der Südhalbkugel über der Antarktis aus. Nach dem polaren Winter zerfällt dort regelmäßig jedes Jahr die Ozonschicht und die Forscher können erneut die Ausbreitung des Ozonlochs messen. Die NASA stellt monatlich Karten online, mit denen du die Entwicklung des Ozonlochs verfolgen kannst.

FCKW: Noch keine Entwarnung

Auch 30 Jahre nach dem weltweiten Verbot von industriellen Treibhausgasen ist es noch zu früh für eine Entwarnung. Die Forscher vom Alfred-Wegner-Institut (AWI) gehen davon aus, das es noch Jahrzehnte dauern wird, bis die Ozonschicht das ganze Jahr über stabil bleibt. Noch befinden sich zu viele angesammelte FCKW-Gase in der Atmosphäre, die sich erst jetzt langsam abbauen.

Die Statistiken des Umweltbundesamt demonstrieren, was ein entschlossenes Handeln bewirken kann.

  • Nach dem Verbot 1990 sanken die Emissionen der FCKW-Treibhausgase drastisch.
  • Seit dem Jahr 2000 nimmt auch Menge der FCKW-Treibhausgase in der Atmosphäre langsam ab.
  • 2013 berichtete das Alfred-Wegner-Institut (AWI), dass sich das Ozonloch über der Südhalbkugel tatsächlich nicht weiter ausbreitete, sondern zwei Jahren in Folge an Größe abnahm.

Der Klimawandel ändert die Prognosen

Zum Schutz vor UV-Strahlen nur noch mit Hut an den Strand.
Zum Schutz vor UV-Strahlen nur noch mit Hut an den Strand. (Foto: CC0/pixabay/Pexels)

Allerdings bereitet nun ein neues Phänomen in der Ozonschicht den Forschern Sorge und das hat mit den CO2-Emissionen und dem Klimawandel zu tun. Das AWI und eine internationale Forschergruppe beobachteten 2011 erstmals ein Ozonloch über dem Nordpol.

  • Die Erderwärmung durch CO2-Treibhausgase hat in den höheren Schichten der Atmosphäre genau die entgegengesetzte Wirkung: Sie kühlt dort die Luftschichten ab.
  • Das führte im Winter 2011 erstmals dazu, dass die Klimabedingungen am Nordpol denen der Antarktis glichen. Die Temperaturen über dem Nordpol sanken auf unter minus 78 Grad Celsius. Dazu kam ein ungewöhnlich langer stabiler Luftwirbel, der verhinderte, das wärmere, ozonreiche Luft nachströmen konnte.
  • Ein Ozonloch über der Arktis und Teilen von Skandinavien und Russland entstand. Das AWI informiert darüber auf seiner Wissensplattform „Erde und Umwelt“.

Die intensivere UV-Strahlung, die durch das Ozonloch auf die Erde gelangt, spüren heutzutage hauptsächlich die Menschen in Australien und Neuseeland. Laut World Cancer Research führen beide Länder weltweit die Statistik für Hautkrebserkrankungen an. So ist es dort normal, nur bekleidet und mit Sonnenhut an den Strand zu gehen, um sich vor der Strahlung zu schützen.

Solche Klimabedingungen mit intensiver Sonneneinstrahlung, wie sie jetzt schon auf der Südhalbkugel herrschen, könnten auch bei uns der Normalfall werden. Die Klimaforscher halten es für möglich, dass der Klimawandel einen Entwicklung in Gang gesetzt hat, bei der auch ein Ozonloch über der Nordhalbkugel keine Ausnahme mehr sein wird.

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