Imprägnierspray im Test: Schuhe und Kleidung imprägnieren – umweltfreundlich und wirksam

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Foto: Colourbox.de

Imprägniersprays sollen Kleidung und Schuhe vor Nässe und Schmutz schützen. Nur die wenigsten Sprays sind jedoch empfehlenswert. Öko-Test hat mehrere Sprays getestet und kommt zu einem bescheidenen Urteil.

In der kalten Jahreszeit nutzen viele Imprägniersprays, um Schuhe und Jacken wetterfest zu machen. Die Sprays bilden eine feine Schicht auf der Oberfläche der Textilien, sodass Wasser und Schmutz nicht in den Stoff eindringen, sondern abperlen. Einige Inhaltsstoffe der Sprays sind jedoch problematisch.

Problematische Inhaltsstoffe vieler Imprägniersprays

Imprägniersprays enthalten giftige Chemikalien, um eine wasserdichte Oberfläche zu ermöglichen.
Imprägniersprays enthalten giftige Chemikalien, um eine wasserdichte Oberfläche zu ermöglichen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Imprägniersprays enthalten zahlreiche chemische Stoffe, die eine schmutz- und wasserabweisende Wirkung erzielen sollen. Häufig werden dafür Fluorcarbone, d.h. polyfluorierte Chemikalien (PFC) eingesetzt. PCF-Substanzen sind besonders resistent gegen UV-Strahlung, Hitze und Nässe, allerdings auch in hohem Maße giftig für die Umwelt und den Menschen.

Die Stoffe können in die Gewässer gelangen und über Nahrung, Luft und Trinkwasser auch dem Menschen schaden. Längst nicht alle PFC wurden schon auf ihre potentielle gesundheitsschädliche Wirkung hin getestet, jedoch hat sich gezeigt, dass langkettige PFC beim Menschen die Fruchtbarkeit gefährden können („reproduktionstoxische“ Wirkungen).

Ein weiteres Problem ist die Langlebigkeit dieser Chemikalien. Sie lagern sich in der Umwelt an und können kaum abgebaut werden, egal ob es sich um langkettige oder kurzkettige PFC handelt. Zwar haben einige Hersteller bereits auf Fluorcarbone verzichtet und werben mit fluorfreien Produkten, dies ist jedoch nur eine kleine Zahl.

Erschwerend kommt hinzu, dass für die Wirkstoffe von Imprägniersprays noch keine Kennzeichnungspfllicht besteht und die Hersteller teilweise auch auf Fluorcarbone nicht explizit hinweisen.

Öko-Test Imprägnierspray: die Ergebnisse

Öko-Test hat sich Imrägniersprays genauer angesehen und insgesamt zehn Imprägniersprays getestet. In das Urteil floss nicht nur die Analyse der Inhaltsstoffe (30%), sondern vor allem auch das Ergebnis eines Praxistests ein (70%). Die verschiedenen Sprays wurden auf Leder getestet und einem „Regentropfentest“ unterzogen.

Praxistest:

  • Knapp die Hälfte der Sprays fiel bereits im Praxistest durch. Die Imprägnierleistung war nach der Behandlung des Leders mit dem Imprägniermittel entweder gleich schwach oder sogar schlechter als vor der Anwendung.
  • Von zehn getesteten Sprays konnten nur zwei mit ihrer Wirkung überzeugen: Lediglich das „Erdal Protect Xtreme Imprägnier-Schaumspray“ und das Imprägnol Universal Imprägnierspray schützten das Material gut vor Nässe. 

Inhaltsstoffe: 

  • Bei nahezu allen Sprays waren die Inhaltsstoffe bedenklich, auch beim Gewinner mit der Note „gut“:
  • Das Spray von Imprägnol enthielt organische Fluorverbindungen
  • Insgesamt wurden bei sieben der zehn Imprägniersprays organische Fluorverbindungen nachgewiesen.
  • Das „Solitaire 3Fach Imprägnier Spray“ enthielt sogar zwei besonders problematische PFC-Verbindungen.
  • Bemängelt wurden außerdem Lösemittel wie Glycole und allergieauslösende Konservierungsstoffe wie z.B. Isothiazolinone.

Die Sprays „Kiwi Super Protector“, „Collonil Waterstop Reloaded“ und „Impregno Imprägnierung Leder“ enthielten als einzige keine Fluorverbindungen, schnitten im Praxistest allerdings nur mit ausreichend und mangelhaft ab.

Die Testergebnisse wurden im Öko-Test Magazin 10/2017 veröffentlicht.

Ein bewusster Umgang mit Sprays

Grundsätzlich gilt bei der Verwendung von Imprägniermitteln: Weniger ist mehr. Je weniger du sie benutzt, desto besser, denn ein ökologisches und vollständig biologisch abbaubares Imprägnierspray gibt es nicht. In vielen Fällen sind Imprägniersprays auch gar nicht notwendig.

  • Outdoor-Kleidung ist in den meisten Fällen bereits imprägniert und der Schutz nutzt sich selbst nach mehrmaligen Waschen nicht ab.
  • Mittlerweile gibt es auch ökologische Outdoor-Kleidung, die atmungsaktiv und wasserdicht ist und auf PFC verzichtet.
  • Nicht für jeden Ausflug oder Urlaub ist Funktionskleidung unbedingt notwendig.
  • Schuhe kannst du auch ohne Chemie pflegen, sodass sie lange halten.

Ökologische Alternativen zu Imprägniersprays

Nicht für alles benötigst du wirklich Imprägnierspray.
Nicht für alles benötigst du wirklich Imprägnierspray.
(Foto: CC0 / Pixabay / LUM3N)

Wenn du vollständig auf chemische Imprägniermittel verzichten möchtest, kannst du folgendes tun, um deine Kleidung und Schuhe vor Nässe und Schmutz zu schützen:

  • Der Imprägnierschutz in Outdoor-Kleidung lässt sich durch vorsichtiges Bügeln bei geringer Hitze wiederherstellen.
  • Bei der Pflege deiner Schuhe kannst du auf einfache Hilfsmittel zurückgreifen: Für Glattleder und Textilien nutzt du am besten weiße oder farblose Wachse (z.B. auch Wachsreste), für Rauleder eine Bürste, um den Schmutz herauszukämmen und das Leder anschließend wieder aufzurauen. Empfehlenswert ist auch ein spezieller Radiergummi, der Schrammen entfernt.

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