Induktionskochfeld: Vor- und Nachteile eines Induktionsherds

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Foto: Sven Christian Schulz / Utopia

Induktionskochfelder gelten als energieeffizient und sparsam. Bevor du dein Kochfeld gegen einen Induktionsherd eintauschst, solltest du alle Vorteile und Nachteile kennen. Ein Induktionskochfeld eignet sich nicht für jeden.

Induktionskochfelder: So funktioniert die neue Technologie

Schon seit einigen Jahren boomen Induktionskochfelder: Sie verbrauchen weniger Energie beim Kochen und sind leichter zu reinigen. Denn anders als etwa beim Cerankochfeld wird nicht die Herdplatte selbst erwärmt. Stattdessen sitzt in der Herdplatte eine Spule, die ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Dieses überträgt sich auf magnetische Pfannen und Töpfe und erhitzt sie. Für Induktionsherde benötigst du deshalb zwingend Kochgeschirr aus sogenanntem „ferromagnetischem“ Metall. Andere Töpfe und Pfannen kannst du nicht verwenden.

Bei einzelnen (runden) Herdplatten muss der Topf genau über der Spule stehen. Sonst kommt an den Topfrändern keine Wärme an. Bei einem Herd mit Flächeninduktion werden mehrere Spulen eingeschaltet und bilden ein großes rechteckiges Induktionsfeld. So bekommt der Topf überall Hitze, egal wo er steht, doch das Induktionsfeld benötigt auch mehr Energie.

Vorteile eines Induktionskochfeldes

Vorteile eines Induktionskochfeldes
Vorteile eines Induktionskochfeldes (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)
  • Energieeffizienz: Induktionskochfelder verbrauchen deutlich weniger Energie als andere Herdplatten. Du sparst zwischen 20 und 30 Prozent Stromkosten ein.
  • Schnelligkeit: 1,5 Liter Wasser kochen bereits nach etwa fünf Minuten – so schnell ist kein anderer Herd. Viele Induktionsfelder haben sogar noch eine Boost-Funktion, mit der das Wasser noch schneller kocht. Die verbraucht aber auch etwas mehr Energie.
  • Genauigkeit: Bei einem Induktionsherd kannst du ganz genau steuern, wie heiß das Essen werden soll. Regelst du die Temperatur etwas herunter, merkst du das sofort auch im Topf. Kochendes Wasser hört zum Beispiel augenblicklich auf zu kochen.
  • Sicherheit: Während bei Ceranfeldern die ganze Kochplatte heiß wird, gibt es dies bei Induktionsherden nicht. Theoretisch bleibt das Kochfeld mit Induktion kalt, nur weil der Topf Wärme abgibt, erwärmt sich auch die Herdplatte leicht. So leicht, dass Verbrennungen nur selten vorkommen. Außerdem baut der Herd nur ein Induktionsfeld auf, wenn er auch einen Topf erkennt. Dadurch ist ein Induktionsfeld ungefährlicher, falls Kinder einmal unbemerkt Herd herumspielen.
  • Reinigung: Wenn Soßen und Fette auf das Kochfeld tropfen, brennen sie schnell ein. Bei Induktionskochfeldern passiert das nur äußerst selten. Denn das Kochfeld wird fast nie so heiß, dass Speisen einbrennen können. Stattdessen kannst du es einfach mit einem feuchten Lappen sauber wischen.
  • CO2 neutral: Wer den Induktionsherd mit Ökostrom betreibt, kocht sogar CO2-neutral.

Nachteile eines Induktionsherdes

Die Hitze bei Induktionskochfelder kann sehr präzise eingestellt werden.
Die Hitze bei Induktionskochfelder kann sehr präzise eingestellt werden. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)
  • Anschaffungskosten: Die Kosten für einen Induktionsherd sind zwar gering, du benötigst unter Umständen aber auch viele neue Töpfe und Pfannen. Das Kochgeschirr muss ferromagnetisch sein – das bedeutet nichts anderes, als dass es von einem Magnet angezogen wird. Ob du Deine Töpfen und Pfannen auf einem Induktionsfeld verwenden kannst, kannst du ganz einfach mit einem Magneten testen: Haftet er an Töpfen oder Pfannen, kannst du sie weiterverwenden.
  • Elektroschrott: Den alten Herd und die Töpfe und Pfannen musst du entsorgen und nicht immer können sie vollständig recycelt werden. In jedem Fall wird für die Aufbereitung des Metalls viel Energie benötigt.
  • Gesundheit: Das Magnetfeld von Induktionskochfeldern kann auch die Zellen im Körper beeinflussen. Die genauen Auswirkungen sind in der Wissenschaft umstritten. Es gibt aber strenge Grenzwerte für alle Induktionskochfelder. Schwangere und Menschen mit Herzschrittmacher sollten lieber Abstand von Induktion nehmen.
  • Standby-Modus: Wenn du gerade nicht kochst, befindet sich der Induktionsherd im Standby-Modus. Er verbraucht weiterhin eine geringe Menge an Strom, im Gegensatz etwa zum Gas-Herd.

Fazit: Wann lohnt sich ein Induktionskochfeld?

Fazit: Induktionskochfelder können sich lohnen.
Fazit: Induktionskochfelder können sich lohnen. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Grundsätzlich spart ein Induktionsherd viel Strom im Vergleich zu einem klassischen Elektroherd. Du solltest aber auf jeden Fall auf Ökostrom setzen, um CO2 neutral zu kochen.

Wenn du erst vor wenigen Jahren einen neuen Herd gekauft hast, solltest du ihn nicht so schnell gegen ein Induktionskochfeld eintauschen. Denn auch wenn du etwas Strom sparen kannst, werden für das neue Kochfeld und die neuen Töpfe und Pfannen viele Ressourcen benötigt. Die eingesparten Energie-Ressourcen verbrauchst du so an anderer Stelle. Man spricht hier deshalb auch von einem Rebound-Effekt, bei dem eingesparte Ressourcen später unbeabsichtigt verschwendet werden.

Wer einen älteren Herd besitzt und schon länger über ein neues Kochfeld nachdenkt, trifft mit einem Induktionsfeld eine gute Wahl. Es ist energieeffizient, schnell und in Kombination mit Öko-Strom CO2 neutral. Lediglich Menschen mit einem Herzschrittmacher sollten zuvor mit ihrem Arzt sprechen.

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