Rebound Effekt: Das steckt hinter dem Begriff

Waschmaschine
Foto: CC0 / Pixabay / Bierfritze

Der Rebound-Effekt tritt oft auf, wenn wir Energie sparen wollen. Wir kaufen dafür extra energiesparsame Produkte, doch am Ende verbrauchen wir fast genau so viel Energie. Hier erklären wir dir leicht und verständlich, was mit Rebound gemeint ist.

Rebound-Effekt und Energieeffizienz – wie hängt das zusammen?

Der Rebound-Effekt beschreibt ein kurioses Phänomen: Wir tun möglichst viel, um Energie, Wasser und andere Rohstoffe zu sparen. Doch am Ende ändert sich an der Energiebilanz nicht viel. Schuld ist meist unser Nutzungsverhalten, aber auch oft die Produktionsweise. Sie sorgen dafür, dass wir trotz Energiesparmaßnahmen am Ende gleich viel oder sogar mehr Energie verbrauchen, als wir einsparen. 

Beispiel 1: mehr Haushaltsgeräte

Früher gab es in den Küchen nur sehr wenige technische Geräte. Heute sind die Geräte zwar deutlich energiesparender, doch dafür gibt es auch für fast jeden Arbeitsschritt ein eigenes technisches Helferlein. Außerdem benutzen wir sie häufiger und länger – die eingesparte Energie geht dafür wieder drauf und wir verbrauchen letztendlich sogar mehr Energie. 

Beispiel 2: neue Waschmaschine

Wer seine alte Waschmaschine gegen ein besonders energieeffizientes Modell tauscht, kann oft viel Energie einsparen. Die Ersparnis wird aber häufig dadurch wettgemacht, dass man nun häufiger wäscht oder die Waschmaschine für nur zwei oder drei Kleidungsstücke einschaltet.

Beispiel 3: neues Auto

Eine alte Rostlaube verbraucht meist deutlich mehr, als ein neuer Benziner. Deshalb ist es auf den ersten Blick auch sinnvoll, sich von dem alten Spritschlucker zu verabschieden. Wenn du dann aber den alten Wagen noch als Zweitwagen hin und wieder fährst oder an deine Kinder oder Freunde weitergibst, gibt es unterm Strich ein zusätzliches Auto auf der Straße. Somit gibt es auch einen zusätzlichen Energieverbraucher und es wurde keine Energie eingespart.

Viele Menschen sind mit dem spritsparenden Auto außerdem oft häufiger unterwegs, als zuvor mit dem alten Auto. Dadurch steigt der Spritverbrauch und mehr CO2 wird in die Luft abgegeben. Unterm Strich ändert sich an der Energiebilanz auch hier nichts.

Rebound-Effekt bei Elektroautos

Rebound-Effekt bei Elektroautos
Rebound-Effekt bei Elektroautos
(Foto: CC0 / Pixabay / OpenClipartVector, Pixaline, molnar)

Bei Elektroautos kann der Rebound-Effekt durch eine Vielzahl von Faktoren auftreten:

  • Ladesäulennetze und Produktionsanlagen müssen gebaut werden
  • die Autos brauchen Lithium-Ionen-Akkus – der Abbau von Lithium benötigt extrem viel Wasser und ist mit hohen Umweltbelastungen verbunden, hinzu kommen oftmals schlechte Arbeitsbedingungen in den Minen
  • die geringen Fahrtkosten verführen zu häufigeren und längeren Fahrten

Grundsätzlich sind Elektroautos noch immer besser als Benzin- und Diesel-Autos, da sie lokal emissionsfrei fahren. Aber die Energiebilanz ist schlechter, als wir auf den ersten Blick glauben. Auch wer sein Elektroauto als Rechtfertigung dafür nutzt, öfter mal mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen, schwächt damit die Energiebilanz.

Unklar ist, wie viel eingesparte Energie der Rebound-Effekt genau zunichte macht. Es fehlen schlichtweg geeignete Messmethoden dafür. Eine Studie im Auftrag der EU-Kommission hat aber ergeben, dass der Rebound-Effekt je nach Situation bis zu 80 Prozent der Einsparungen wieder aufhebt.

Was tun gegen den Rebound-Effekt?

Die meisten CO2-Emissionen entstehen beim Fliegen
Die meisten CO2-Emissionen entstehen beim Fliegen
(Foto: Infografik / Utopia)
  • Wer Energie und Rohstoffe einsparen will, sollte dieses Ziel auch konsequent verfolgen. Es genügt also nicht, zu Ökostrom zu wechseln, sondern man muss auch darüber hinaus Energie sparen: So sind stromsparende Haushaltsgeräte zwar gut, aber nur wenn sie auch keinen Standby-Modus haben. Sonst frisst der Standby-Modus einen Teil der eingesparten Energie wieder auf.
  • Vor jeder neuen (größeren) Anschaffung sollte man gründlich abwägen, ob sie überhaupt nötig ist. 
  • Höhere Kosten für Strom und andere Rohstoffe würden viele Menschen dazu anregen, mehr auf die Ressourcen zu achten. Da dies aber nicht abzusehen ist, müssen wir selbst achtsamer werden und unser Nutzungsverhalten überdenken
  • Der Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker hat 2010 im Interview mit Utopia mehr Genügsamkeit gefordert: „Wir lernen mit etwas weniger Verbrauch glücklich zu sein“, dies könne uns zu mehr Lebensfreude und Lebensvergnügen führen.

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