Kalligraphie lernen: Tipps und Material für Anfänger*innen

Foto: CC0 / Pixabay / SamuelFrancisJohnson

Möchtest du Kalligraphie lernen? Wir geben dir Tipps dafür und zeigen dir, welche Materialien du als Einsteiger*in für Kalligraphie und Handlettering brauchst.

Kalligraphie – die Kunst des schönen Schreibens

Das Wort Kalligraphie leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „schönes Schreiben“. Es gibt einige Gründe, warum du Kalligraphie lernen solltest:

  • Heutzutage schreiben wir die meisten Nachrichten am Computer oder Smartphone. Umso mehr kannst du mit einem Brief, einer Einladungskarte oder einer Notiz in Kalligraphieschrift ein persönliches und besonderes Geschenk an deine Freund*innen oder deine Familie machen.
  • Da du etwas Übung brauchst und dich beim Schreiben konzentrieren musst, kann dir Kalligraphie helfen, dich zu entspannen und Geduld zu üben.
  • Mit Kalligraphie stellst du wie beim Töpfern, Stricken oder Nähen etwas mit deinen Händen her. Das sicht- und tastbare Resultat kann sehr befriedigend wirken, da du ein Gefühl von Selbstwirksamkeit bekommst.

Kalligraphie und Handlettering

Handlettering kannst du als eine Form von Kalligraphie ansehen.
Handlettering kannst du als eine Form von Kalligraphie ansehen.
(Foto: CC0 / Pixabay / stux)

In den letzten Jahren ist Handlettering in aller Munde. Doch was ist konkret der Unterschied zwischen Handlettering und Kalligraphie?

Bei der Kalligraphie konzentrierst du dich auf das Schreiben mit speziellen Kalligraphiestiften oder Füller und Tinte. Beim Handlettering dagegen geht es darum, dass du Buchstaben und Wörter (wie Namen oder Sätze) gleichmäßig in einer der Handlettering-Schriften malst.

Das bedeutet: Handlettering ist eine Technik, die du zur Kalligraphie zählen kannst. Bei dieser Technik kannst du die Schrift kunstvoll und kreativ auch mit Aquarellfarbe als Hintergrund oder mit Zeichnungen verbinden. In diesem Artikel beschränken wir uns auf die Kalligraphie als Oberbegriff.

Kalligraphie lernen: Dieses Material brauchst du

Je nach Federbreite eignet sich eine andere Schriftart.
Je nach Federbreite eignet sich eine andere Schriftart.
(Foto: CC0 / Pixabay / 422737)

Damit du als Einsteiger*in Kalligraphie lernen kannst, brauchst du folgende Materialien:

  • Passendes Schreibwerkzeug: Als Schreibwerkzeug kannst du dir beispielsweise einen Füller und blaue oder schwarze Tinte anschaffen. Dies gibt es auch als Set, zum Beispiel in Schreibwarenläden oder bei **Amazon. Um den typischen Kalligraphiestil hinzubekommen, eignen sich besonders Füller mit Keilspitzen oder mit einer größeren Federbreite. Bist du dir noch nicht sicher, ob du dich auf Kalligraphie oder Handlettering spezialisieren möchtest, eignet sich ein Set mit Fasermalern in unterschiedlicher Strichstärke und -art. Auch dieses Set kannst du unter anderem bei **Amazon kaufen.
  • Spezielles Kalligraphiepapier ist idealerweise ein heißgepresstes Papier, das heißt: Es ist besonders glatt und leicht transparent. Du kannst es beispielsweise in Schreibwarenläden oder bei **Amazon kaufen.
  • Einen Bogen mit Hilfslinien: Diesen Bogen legst du hinter dein Kalligraphiepapier. Er hilft dir, horizontal zu schreiben und die Buchstaben gleich groß zu machen. Wie du einen solchen Bogen selber machen kannst, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Tipp: Daneben gibt es natürlich auch Anfänger*innen-Sets (zum Beispiel bei **Amazon), in denen schon alle Utensilien enthalten sind.

    So kannst du dir die Hilfszeilen selbst zeichnen

    An diesen Hilfslinien kannst du dich orientieren, wenn du Kalligraphie lernen willst.
    An diesen Hilfslinien kannst du dich orientieren, wenn du Kalligraphie lernen willst.
    (Foto: Utopia / Laura Müller)

    Zeichne die folgenden Linien mit Geoedreieck und Bleistift auf ein leeres Blatt:

    1. Die Basislinie: Das ist die Linie, auf der später die Buchstaben aufliegen.
    2. Die x-Linie: Das ist die Leitlinie, die die maximale Höhe von kleingeschrieben Buchstaben wie ein „a“, „e“ oder „x“ bestimmt
    3. Die Oberlinie: Das ist die Leitlinie, die festlegt, wie hoch ein nach oben ansteigender Buchstabe wie „f“ geht.
    4. Die Oberlinie für Großbuchstaben: Das ist die Leitlinie, die vorgibt, wie hoch deine Großbuchstaben wird.
    5. Die Unterlinie: Das ist die Leitlinie, die bestimmt, wie weit ein Buchstabe wie ein „g“, „q“ oder „p“ herunterreichen darf.

    Damit du diese Linien später unter dem Kalligraphiepapier besser erkennen kannst, kannst du sie mit einem schwarzen Stift nachzeichnen.

    Tipp: Als Anfänger*in kannst du auch in einem Schreibheft üben. Dazu eignet sich ein Heft mit der Lineatur 1. Klasse, das du in jedem Schreibwarenladen bekommst.

    Kalligraphie lernen: So geht es

    Mit einfachen Bewegungen lernst du dein Schreibgerät kennen.
    Mit einfachen Bewegungen lernst du dein Schreibgerät kennen.
    (Foto: Utopia / Laura Müller)

    1. Anfangs ist es wichtig, dass du dein Schreibgerät kennenlernst. Dazu solltest du einige Grundformen so lange üben, bis du sie gleichmäßig beherrschst. Schreibe mehre Zeilen Wellen, Kreise, Striche, Häkchen und Kreuze. Damit übst du schon einmal wichtige Grundlagen für Buchstaben.

    Steigere dich beim Erlernen von Kalligraphie, indem du das Alphabet übst.
    Steigere dich beim Erlernen von Kalligraphie, indem du das Alphabet übst.
    (Foto: Laura Müller)

    2. Hast du ein sicheres Gefühl gewonnen, kannst du einen Schritt weitergehen. Suche dir eine Schriftart aus, die du erlernen möchtest.

    Tipp: Dafür eignen sich Bücher, die du kaufen kannst oder in der Stadtbibliothek findest. Im Internet findest du viele Vorlagen (zum Beispiel bei Kalligraphie.com oder Canva.com). Der Vorteil ist, dass du dir die Schriften teilweise herunterladen kannst. So kannst du Wörter oder Sätze in der Schriftart bilden und weißt als Anfänger*in, wie du sie zu verbinden hast.

    • Habe das Alphabet dieser Schriftart in Groß- und Kleinschreibung dazu neben dir. Gehe nun das Alphabet Buchstabe für Buchstabe durch. Schreibe jeden Buchstaben eine Zeile lang groß und eine Zeile lang klein. Wiederhole die Übung so lange, bist du mit dem Ergebnis zufrieden bist.
    • Wichtig ist, dass du auf gleichmäßige Abstände achtest, um ein einheitliches Schriftbild zu erzielen. Dabei hilft dir das Blatt mit Hilfslinien.

      3. Hast du die Buchstaben eines Alphabets geübt? Halte das Alphabet dieser Schriftart immer noch griffbereit und versuche nun, die Buchstaben zu Wörtern zu verbinden. Mit einfachen Sätzen oder kurzen Zitaten kannst du das üben.

      Mit der Zeit kannst du dir dann ein Repetoire mit unterschiedlichen Schriftstilen aneignen.

      Tipp: Übung macht den Meister oder die Meisterin! Wenn du dich noch nie mit Kalligraphie oder Handlettering beschäftigt hast, erwarte nicht, dass du Kalligraphie innerhalb eines Nachmittags lernen kannst. Übe stattdessen immer wieder ein bisschen, um deine Handfertigkeiten zu verfestigen.

      Weiterlesen auf Utopia.de:

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