Persönlichen Brief schreiben: Gründe und 16 kreative Ideen dafür

Foto: CC0 / Pixabay / Victoria_Borodinova

Es gibt gute Gründe, einen persönlichen Brief zu schreiben. Neugierig? Wir geben dir 16 kreative Ideen, um Empfänger*innen eine Freude zu machen.

Persönliche Briefe sind rar

Franz Kafka formulierte einmal: „Wenn man einander schreibt, ist man wie durch ein Seil verbunden.“ Dank Internet, Smartphone und Co. ist es leicht geworden, sich mit Menschen zu verbinden, die nicht in unserer Nähe wohnen. Wir können ihnen jederzeit schnell eine Nachricht oder Email schreiben, sie anrufen oder eine Sprachnachricht für sie aufzeichnen. Dabei können wir sicher sein, dass die Person die Nachricht innerhalb der nächsten Stunden sehen wird.

Ein persönlicher Brief wiederum lässt sich nicht so schnell formulieren. Außerdem dauert es ein bis drei Tage, bis der Brief im Briefkasten landet, er braucht Zeit. Er ist alles andere als kurzlebig oder vergänglich und verbindet Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise.

Laut dem Kommunikationswissenschaftler Joachim Fröhlich ist der persönliche Brief „die glaubwürdigste Form der Kommunikation“. Den Brief hatte nämlich tatsächlich einmal der Absender in der Hand gehabt. Das kann keine Email oder Messengernachricht erfüllen. Das macht einen persönlichen Brief so intim und ist Ausdruck tiefer Zuneigung.

Gründe für einen persönlichen Brief

Handschriftlich einen persönlichen Brief zu verfassen, kostet viel Zeit.
Handschriftlich einen persönlichen Brief zu verfassen, kostet viel Zeit.
(Foto: CC0 / Pixabay / A_Different_Perspective)

Es gibt noch weitere Gründe, die dafür sprechen, mal wieder einen persönlichen Brief zu schreiben:

  • Einen persönlichen Brief zu schreiben ist ein Geschenk an Lebenszeit. Ein Brief verfassen die meisten Menschen noch handschriftlich. Was du handschriftlich schreibst, ist oft überlegter als bei einer Mail oder einer Nachricht. Das bedeutet, dass du deine Gedanken ordnen musst. Manches willst du vielleicht hinterher streichen oder umstellen. Das kostet Zeit. 
  • Ein persönlicher Brief zeigt eine große Wertschätzung. Denn zum Großteil warten Rechnungen oder andere förmliche Briefe im Briefkasten. Ein persönlicher Brief sticht stattdessen heraus. Damit wird klar, dass der Absender sich Mühe gemacht hat. Es ist eine Erklärung, dass wir dem Absender etwas bedeuten. Dieses Gefühl, mit Menschen verbunden zu sein, ist wertvoller als jegliches Geschenk, das man kaufen kann. Damit hat ein persönlicher Brief als Geschenk einen hohen Nachhaltigkeitsfaktor. Und wer weiß, vielleicht wird dein Brief ein Leben lang aufgehoben?
  • Ein persönlicher Brief durchbricht Distanzen. Vielleicht gibt es Menschen, denen du gerne einmal einen persönlichen Brief schreiben möchtest: um dich für etwas zu entschuldigen, ihnen für etwas zu danken oder dich ohne einen wirklichen Anlass mit ihnen verbunden zu fühlen. Ein Brief eignet sich gut als Kommunikationsmittel für Menschen, mit denen du schon lange nicht mehr gesprochen hast. Menschen, die dich einen bestimmten Lebensabschnitt begleitet haben und die du etwas aus den Augen verloren hast, wie Urlaubsbekanntchaften oder ein Lehrer, der dich während deiner Schulzeit geprägt hat.
Ein persönlicher Brief ist wie ein selbstgemaltes Bild von einem Kind: etwas sehr persönliches.
Ein persönlicher Brief ist wie ein selbstgemaltes Bild von einem Kind: etwas sehr persönliches.
(Foto: CC0 / Pixabay / ambush000)
  • Ein persönlicher Brief ist besonders, weil er ein körperliches Zeichen des Absenders ist. Materielle Nachrichten sind im digitalen Zeitalter rar geworden. Ein persönlicher Brief im Briefkasten berührt deshalb so sehr, weil er haptisch zu greifen ist und dich so mit dem Absender verbindet, der ihn vor einigen Tagen noch selbst in der Hand hatte. Die eigene Handschrift, die viel von der Person preisgibt, ist sehr persönlich und macht den Brief zu einem Unikat wie ein selbstgemaltes Bild von Kindern.
  • Ein persönlicher Brief ist verbindlich. Bei einer Messengernachricht ist es einfach, die Nachricht doch noch zu löschen oder ein Emoji hinterherzuschicken. Bei einem Brief wiederum ist es nicht mehr möglich, im Nachhinein zu intervenieren. Was abgeschickt wurde, bleibt erst einmal unabänderlich.
  • Ein persönlicher Brief ist eine persönliche Nachricht vom Verfasser an den Empfänger. Sie hinterlässt keine Spuren im Internet. Niemand sonst wird Zugriff auf diese analoge Nachricht haben. Es bleibt dem Empfänger überlassen, ob und wann er reagiert.
  • Ein persönlicher Brief verrät viel über die Empfindungen des Verfassers. Nicht nur die Handschrift, sondern auch die Worte geben eine Stimmung des Briefes wieder. Das alles geschieht sprichwörtlich zwischen den Zeilen.

Gestaltungsideen für einen persönlichen Brief

Ein persönlicher Brief ist ein Kunstwerk. Er ist ein Ensemble aus Kuvert, Briefpapier und Inhalt. Wir verraten dir mit 16 kreativen Ideen, wie du Kuvert, Briefpapier und Inhalt persönlich gestalten kannst.

Das Kuvert eines persönlichen Briefes

Mit einem Siegel verleihst du deinem persönlichen Brief etwas ganz besonderes.
Mit einem Siegel verleihst du deinem persönlichen Brief etwas ganz besonderes.
(Foto: CC0 / Pixabay / sik-life)

1. Wenn du Briefumschläge kaufst, achte auf nachhaltiges Papier. Das gibt es zum Beispiel bei **Memolife.

2. Bastle dir dein eigenes Kuvert aus buntem Papier oder einfarbigem Geschenkpapier, denn das Kuvert springt beim Öffnen des Briefkastens sofort ins Auge. Wir haben dafür eine Anleitung für dich:

3. Verziere den Rand oder male eine Skizze oder ähnliches auf die Rückseite deines Briefes.

4. Versiegle den Brief mit einem echten Siegel aus Wachs.

5. Besorge dir eine schöne Briefmarke. Du kannst direkt am Schalter nach einer richtigen Briefmarke fragen. Manchmal gibt es Sondereditionen. Auch im Internet existieren schöne Briefmarkenmotive, du du ausdrucken kannst.

Unter diesem Link erfährst du, was du beim Basteln beachten musst, damit dein Brief von der Deutschen Post angenommen werden kann.

Das Briefpapier eines persönlichen Briefes

Für einen persönlichen Brief kannst du vergilbtes Briefpapier selber herstellen.
Für einen persönlichen Brief kannst du vergilbtes Briefpapier selber herstellen.
(Foto: Laura Müller)

6. Achte bei Briefpapier auf nachhaltiges Papier. Das gibt es zum Beispiel bei **Memolife.de.

7. Möchtest du Briefpapier im Vintagestil haben, kannst du es ganz einfach selbst herstellen: Lege dazu dein weißes Papier in ein Ofenblech. Gieße schwarzen Tee oder Kaffee darüber. Lasse das Papier weitere fünf Minuten im Blech. Gieße die Flüssigkeit ab und lege das Papier in die Sonne zum Trocknen.

8. Mit dieser Anleitung kannst du einen etwas anderen persönlichen Brief zum Aufklappen gestalten.

9. Benutze für die Anrede und für Zwischenüberschriften eine besondere Schriftart. Du kannst dafür Handlettering benutzen oder auch Buchstaben im ähnlichen Stil aus alten Zeitungen ausschneiden und dann aufkleben.

10. Mit einer Zickzackschere, Krepptape, Stempel oder Aufkleber verschönerst du die Ränder deines persönlichen Briefes.

11. Benutze einen Füller, um einen persönlichen Brief zu schreiben. Damit wirken viele Handschriften eleganter.

Der Inhalt eines persönlichen Briefes

Bei einem persönlichen Brief hilft es dir, deine Gedanken ein bisschen zu ordnen, bevor du ihn verfasst.
Bei einem persönlichen Brief hilft es dir, deine Gedanken ein bisschen zu ordnen, bevor du ihn verfasst.
(Foto: CC0 / Pixabay / Nietjuh)

12. Halte dir auf einem Schmierpapier das Ziel deines Briefes fest. Möchtest du den Empfänger beglückwünschen, dich bedanken oder dich entschuldigen?

13. Notiere dir dann alle Punkte, die du gerne in deinem Brief ansprechen möchtest.

14. Zusätzlich kannst du mit einem persönlichen Brief deine Gefühle, deine Umgebung, Eindrücke deiner Sinne beschreiben. 

15. Falls du noch nicht sehr darin geübt bist, Briefe zu schreiben, dann gehe über zu einem Briefentwurf. Schreibe deinen persönlichen Brief, indem du dich an deinen Stichpunkten orientierst. Lasse dabei etwas Abstand zwischen den Zeilen, damit du eventuelle Nachträge später einfach aufnehmen kannst.

16. Anschließend kannst du deinen Brief in einer Reinform abschreiben, bevor du ihn versendest.

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