Die Kleidung der Zukunft: Algen, Milch und Plastikschrott

Kleidung, Stoffe der Zukunft
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Seidige Tops aus saurer Milch, Hosen aus Brennnesseln, Lederjacken aus Lachshaut oder fließende Kleider aus Geisternetzen – immer mehr Hersteller experimentieren mit alternativen Fasern. Doch welche davon eignen sich für die Kleidung der Zukunft? Ein kleiner Ritt durch die bunte Welt der Fasern von Morgen.

Wir konsumieren immer mehr Mode, die wir immer kürzer tragen – da wundert es nicht, dass im gleichen Maße der Bedarf an Natur- und Synthetikfasern ständig steigt. Seit 1992 hat sich der Verbrauch von Chemiefasern verdreifacht, der von Baumwolle ist um ein Drittel gestiegen.

Doch weder Baumwolle noch Synthetikfasern können die Fasern der Zukunft sein. Baumwolle verbraucht zu viel Wasser und Flächen in den oft trockenen Anbaugebieten. Der massenhafte Pestizideinsatz vergiftet Böden und Menschen. Auch „Plastik-Fasern“ wie Polyester und Nylon gehört nicht die Zukunft: Sie basieren auf Erdöl, das zur Neige geht und in vielen Aspekten nicht gerade für Nachhaltigkeit steht.

Entsprechend groß ist die Experimentierfreude junger Firmen mit neuen, ökologischen Fasern. Ob Milch oder Brennnesseln, Algen oder Lachsleder, sogar wiederverwertbares Baumaterial – aus den unwahrscheinlichsten Ausgangsstoffen werden schon heute atmungsaktive, fließende oder hautfreundliche Stoffe hergestellt.

Braunalgen (Seaweed)

Smartfiber macht Textilfasern aus Meeresalgen
Smartfiber macht Textilfasern aus Meeresalgen (Ftoto: Smartfiber AG)

In den isländischen Fjorden wachsen Braunalgen, aus denen sich hautschützende und entzündungshemmende Stoffe herstellen lassen. Denn die Meerespflanzen enthalten jede Menge Vitamine und Mineralstoffe, die in der Seegrasfaser erhalten bleiben.

Der Hersteller Smartfiber erntet die Algenblätter auf ressourcenschonende Weise: Alle vier Jahre schneiden spezielle Erntemaschinen nur so viel ab, dass der obere Teil des Algenblattes wieder austreiben kann – die Pflanzen bleiben also erhalten. Dabei schützen die mit Schaufelrädern ausgerüsteten Erntemaschinen das Ökosystem vor Ort.

Die Algenblätter werden in einem natürlichen Verfahren getrocknet, zerkleinert und gemahlen, bevor sie zusammen mit natürlicher Zellulose zu „SeaCell“-Fasern weiterverarbeitet werden. Diese sind vollständig biologisch abbaubar.

Aus Braunalgen gibt es bereits Kleidung, Heimtextilien und Kosmetik. So stellen zum Beispiel die Firmen Speidel, Hugo Boss und Palmers Unterwäsche mit beigemischten SeaCell-Fasern her, FTC Cashmere hat seine Cardigans und andere Teile mit SeaCell im Angebot und Rohner verkauft trek’n travel-Wandersocken mit den Braunalgen-Fasern.

Fischleder

Schuh aus Lachs-Leder

Aus dem Abfallprodukt der Fischzucht stellen die isländische Firma Atlantic Leather und die deutsche Firma Salmo Leather Fischleder her. Alantic Leather nutzt dafür Lachs, Barsch, Steinbeißer oder Kabeljau, Salmo Leather ausschließlich Lachs.

Das sogenannte „nanai“-Lachsleder von Salmo Leather entsteht aus den Abfallprodukten der Lachszucht. Es ist weich, dünn und fließend und erinnert in seiner feinen Maserung an Schlange oder Alligator. Die von Salmo Leather genutzten Fische stammen von zertifizierten deutschen Bio-Lachsfarmen, werden ökologisch gehalten und das Leder chromfrei gegerbt. Das schont die Umwelt und erhält die Pigmentierung und Struktur der Haut. Gefärbt wird das „nanai“-Lachsleder nur mit rein pflanzlichen Gerbstoffen sowie Farben auf Wasserbasis.

Auch die Häute von Atlantic Leather sind ein Beiprodukt der Fischereiindustrie und würden normalerweise im Müll landen. Die Firma nutzt ausschließlich nachhaltige Energien. Und hat immerhin eine Linie mit vegetabil gegerbtem Leder.

Da Lachsleder außerdem sehr robust ist, werden damit auch Autositze oder Möbel bezogen. Auch die Textilindustrie hat das Lachsleder bereits entdeckt: So gibt es bereits Jacken, korsagenartige Tops oder Schuhe aus diesem Leder, Sessel, Lampenschirme oder Teppichkanten sowie Rucksäcke, Handtaschen (zum Beispiel von LaksbyLisa) oder Schmuck. Man kann nur hoffen, dass das Leder nicht zu beliebt wird – wenn nämlich konventionelle Lachszüchter den Markt schwemmen, ist es mit der guten Ökobilanz bei Lachs ganz schnell vorbei.

Qmilk

Etwa zwei Millionen Tonnen Milch werden allein in Deutschland jedes Jahr entsorgt. Einen Teil davon verwendet Qmilk: Aus der sauer gewordenen Milch oder dem Zentrifugat der Käsereien stellt die Firma seidig weiche Fasern her: die Qmilk-Milchfaser.

Die Mikrobiologin und Designerin Anke Domaske hat das Verfahren entwickelt, bei dem aus dem Milcheiweiß Kasein ein Biopolymer hergestellt wird – der Grundstein der Qmilk-Faser. Sie besteht somit zu hundert Prozent aus nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen und ist atmungsaktiv, antibakteriell und temperaturregulierend.

Neben seidigen Stoffen, Filz und Matten findet sich die Faser inzwischen im italienischen Toilettenpapier Tenderly, in Milchkosmetik („Schließlich hat schon Kleopatra in Milch gebadet“, sagt Domaske), in Baby-Beissringen und Hundeknochen.

Dieses Jahr kommt auch Bettwäsche mit Qmilk auf den Markt, Vaude will Schuhe und einen Rucksack mit Milchfasern anbieten. Und damit auch wirklich keine neue Milch in die Produktion der Milchfaser geht, ruft Qmilk Milchbauern, Molkereien und Supermärkte dazu auf, ihre nicht verkehrsfähige Milch zu sammeln und an Qmilk zu geben.

Tyvek Baumaterial

Sowohl Baustoff als auch Funktionsjacke – so vielseitig verwendbar ist Tyvek. In den 1960er Jahren von der Firma Dupont entwickelt, hat die Firma Tywear aus Halle vor ein paar Jahren daraus ein Garn entwickelt und patentiert. Die Faser ist sehr leicht, weich, atmungsaktiv und anti-allergen. Tyvek ist eine Membran, die sich ähnlich wie Papier anfühlt und auch so aussieht, außerdem gibt es das Tyvek-Strickgarn.

Die Membran besteht aus dem Kunsstoff Polyethylen, ist aber komplett recycelbar: Abgelegte Tywear-Kleidung kann man bei der Firma eintauschen und bis zu fünf Mal zu neuen Tyvek-Fasern recyceln. Danach beginnt das Down-Cycling – die Fasern werden also zu weniger hochwertigen Materialien wie Verpackungen, Schutzhelmen oder Wasserleitungen verarbeitet. Und auch der Produktionszyklus ist umweltfreundlich: das Wasser kommt teilweise zurück in den Kreislauf, bei der Verbrennung wird nur Wasser und CO2 freigesetzt. Doch sollte man nicht vergessen, dass es sich dabei um ein äußerst energieintensives Prozedere handelt.

Reisetasche von Luxaa aus Tyvek Baumaterial
Diese Reisetasche von Luxaa besteht aus Tyvek. (Foto: Screenshot Avocado Store)

Röcke, Tops, Hemdblusen, und Parkas mit Tyvek-Fasern gibt es unter dem Tywear-Label Luxaa zu kaufen (etwa bei** Avocado Store). Das sehr haltbare Material eignet sich auch für Reisetaschen und Rucksäcke (ebenfalls bei** Avocado Store). Wegen seiner Haltbarkeit und eingebauten Schutzbarriere verkauft Dupont auch Tyvek-Schutzanzüge, die sogar für den Umgang mit Blei oder Asbestsanierung geeignet sind.

Ramie (Nessel)

Schon die alten Ägypter verarbeiteten vor 7.000 Jahren die Ramie – auch Chinagras genannt – zu seidig-leichten Fasern. Sie gehört zur Familie der Nesselgewächse und ähnelt dem Leinen, ist dabei aber fest, behält die Form und reißt nicht leicht. Zuerst nachgewiesen ist die Ramie in ägyptischen Mumienbinden.

Ramie gilt als Alternative zu Leinen, da sie deutlich günstiger herzustellen ist. Angebaut in Asien, Südamerika und vereinzelt auch in Europa, sind die Pflanzen sehr ergiebig: Bis zu sechs Mal im Jahr können sie geerntet werden, jeweils unmittelbar nach der Blüte. Eine Pflanze liefert zwanzig Jahre lang Fasern. Damit die Fasern möglichst lange halten, werden sie oft mit Baumwolle oder Wolle gemischt, weil sie durch häufiges Falten spröde werden können.

Kleidung mit Ramie findet sich bei nachhaltigen und konventionellen Herstellern, unter anderem Tops von Gudrun Sjöden, einem Kleid von Max Mara oder einem Kaftan der Luxus-Marke SU Paris.

Kork

Jacke aus Kork von bleed

Leder aus Kork ist frei von Tierleid und giftigen Chemikalien, und im Gegensatz zu Tierhäuten und auch Kunstleder lässt sich Kork relativ nachhaltig gewinnen. Kork stammt aus der Rinde von Korkeichen und ist damit ein prinzipiell nachwachsender, natürlicher Rohstoff. Das Eco-Label Bleed importiert seinen Kork aus der portugiesischen Montado-Region. Es ist strapazierfähig, atmungsaktiv, spritzwasserdicht, leicht und hält warm – und ist, anders als man vermutet, ganz elastisch.

Aus Kork gibt es bei Bleed, Ono oder Korkallee Gürtel, Taschen, Portemonnaies und Korklederjacken. Weitere Anbieter wie das portugiesische Label Grigi produzieren sogar Strick-Kork und Adidas hat einen Kork-Sneaker auf den Markt gebracht. Auch Babys müssen nicht mehr auf Kork verzichten: Ono hat sogar Babyschuhe im Angebot. Details im Beitrag: Vegane Kleidung – Kork statt Leder.

Cellulosefasern – Lyocell und Tencel

Eine umweltschonende, wenn auch bereits etablierte Alternative stellen die Cellulosefasern auf Basis von Zellstoff dar. Doch die Holzfaser der ersten Generation, Viskose, gilt aufgrund des hohen Chemikalieneinsatzes längst nicht mehr als ökologisch. Als bessere Alternative setzt sich auch im konventionellen Markt mehr und mehr Modal durch. Diese angenehm kühle Faser ist nicht nur qualitativ besser, weil sie fester ist, sondern auch ökologisch: bei der Umwandlung vom Zellstoff ins Endprodukt Garn werden ungiftige Lösungsmittel und keine Natronlauge eingesetzt.

Die dritte Generation ist die vielfach prämierte Lyocell-Faser (oder Tencel) von der Firma Lenzing, die dafür ein neues sogenanntes Direktlösungsverfahren entwickelt hat: Dabei sind die eingesetzten Stoffe und Chemikalien biologisch abbaubar und werden in einem Kreislaufsystem rückgewonnen. Das Verfahren braucht kaum fossile Energien. Das Eukalyptus- oder Buchenholz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft und der Wasserverbrauch ist viel geringer als bei Baumwolle.

Zu kaufen gibt es Kleidung aus Lyocell/Tencel fast überall: Kleider, Hosen, Röcke, Tops für Männer, Frauen und Kinder – von H&M über Esprit bis Armedangels oder Lanius.

Armedangels hat mit einem schwarzen Kleid** außerdem die jüngste Lenzing-Innovation im Angebot: EcoVero ist, so die Firma, die umweltfreundlichste Viskosefaser. Gewonnen aus nachhaltigen europäischen Hölzern, vor Ort in Österreich bei Lenzing produziert, verbraucht es nur halb so viel Wasser und Emissionen wie jede andere Viskose.

Bambus

Bambus ist eine umstrittene Faserpflanze. Als nachhaltig gilt Bambus vor allem, weil die Pflanze sehr schnell und oft auch ohne Pestizideinsatz wächst. Bis zu einem Meter pro Tag schießt Bambus in die Höhe und produziert viermal mehr verwertbares Holz als zum Beispiel Eiche. Kritisch wird die Pflanze deswegen gesehen, weil die meisten Bambus-Textilien aus Viskose bestehen, also einer aus Bambuszellulose gewonnenen Chemiefaser. Um diese herzustellen, braucht es viel Energie und giftige Chemie – genau wie bei jeder anderen konventionellen Viskose. Denn das relativ spröde Naturmaterial eignet sich in seiner reinen Form nur bedingt als Faser.

Kleidung aus Bambus-Viskose gibt es querbeet durch alle konventionellen Hersteller. Umweltschonende Bambusfasern verarbeiten Ecofashion-Hersteller, erhältlich unter anderem bei** Avocado Store.

Neuerdings ist mit „Monocel“ allerdings auch eine grüne Variante auf dem Markt. Die fühlt sich fast genauso an wie Viskose, ist aber eine Lyocell-Faser. Diese wird mithilfe eines nicht-toxischen Lösungsmittels aus der Zellulose gewonnen. Die Prozesschemie wird vollständig zurück gewonnen. Und bei Lyocell stimmt auch der Rohstoff: Er wächst ohne Pestizid- und Mineraldünger auf Berghängen in China, die für die Lebensmittelproduktion ungeeignet sind.

Plastikschrott, Geisternetze und PET-Flaschen

Jumpsuit aus Reycling-Kunststoff von Jan ’n June
Jumpsuit aus Reycling-Kunststoff von Jan ’n June (Foto: jannjune.com)

Von den riesigen Müllteppichen auf den Ozeanen hat mittlerweile fast jeder was gehört das junge Label Jan ’n June war eins der ersten, die etwas dagegen tun: Es produziert herrlich fließende Kleider in dunkelblau und sonnengelb mit geschnittenen Kanten. Zu 65 Prozent bestehen sie aus recyceltem Polyamid.

Jan ’n June schmilzt Geisternetze und Plastikschrott ein, verspinnt sie zu neuen Fäden und mischt sie mit 35 Prozent Elasthan. Das Material hat einen entscheidenden Vorteil: es reppelt nicht. Damit kann man es einfach schneiden, was den Kleidern ihren typischen minimalistischen Look verleiht. Kaufen** kann man die Kleidung von Jan ’n June etwa im Avocado Store.

Auch Adidas verkauft seit ein paar Jahren Sneaker und Sportbekleidung, die aus recyceltem Plastikschrott aus den Ozeanen bestehen. Das Öko-Label Tu&Tu aus Italien nimmt zehn alte PET-Flaschen als Grundstoff für seidig-glänzende Stretch-Kleider, bedruckt sie bunt – und verkauft sie als Luxuskleider über die Grenzen des Landes hinaus.

Viele weitere Hersteller, darunter H&M, verkaufen inzwischen Kleidung aus recycelten PET-Flaschen oder anderem Plastikmüll. Der einzige Nachteil: Was genau an Schadstoffen in solchem consumer waste drin steckt, weiß keiner.

Soja

Auch aus Soja werden vermehrt Fasern produziert. Die protein-basierten, butterweichen Fasern können sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und werden aus dem Abfallprodukt der Tofu-, Sojamilch- oder Sojaöl-Herstellung produziert. So weit, so sauber. Soja hat allerdings zwei gravierende Probleme: Es ist fast immer gentechnisch verändert – und der Regenwald fällt den riesigen Soja-Anbauflächen zum Opfer. Wenn man also Kleidung aus Sojafasern kauft, sollte man unbedingt auf nachhaltige Quellen achten. Mode aus dem Abfallprodukt der Sojabohne gibt es unter anderem beim Fair-Fashion-Label Thought (ehemals Braintree). Zu kaufen zum Beispiel bei** Avocado Store

Zunderschwamm

Ein Neuling auf dem Fasermarkt ist gleichzeitig ein alter Hut: Zunderschwamm. Seit 2017 stellt die Firma Zvnder aus diesem Baumpilz veganes Leder her. Daraus entstehen Ledercaps, Uhrenarmbänder oder Portemonnaies, die aussehen, als wären sie aus einem alten Cowboysattel gefertigt. Das Material ist aber samtig-weich.

Seit jeher wird Zunder zum Feuer machen verwendet – schon bei Ötzi fand man ein Stück dieses Materials. Später wurde es auch als Wundauflage genutzt, heute lindert es Hautreizungen (als Armband) und Fußpilz (als Einlegesohle). Die Zunderpilze werden in den Wäldern Transsilvaniens umweltschonend geerntet und von alten Handwerksbetrieben zu Leder verarbeitet. In Berlin entstehen dann die Produkte daraus.

Hanf

Hanf ist eine extrem produktive und einfach anzubauende Pflanze, braucht keine Pflanzenschutzmittel und wenig Wasser. Schon die alten Ägypter nutzten die Faser für Textilien. Hanf kann mehr als ein Drittel seines Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen – deutlich mehr als Baumwolle. Und bleibt daher sehr lange dicht, reißfest ist es außerdem. Zeit, dieser umweltfreundlichen Faser als Baumwollalternative wieder mehr Beachtung zu schenken: Die Ecofashion-Firmen Hempage, Lanius und Thought etwa fertigen Shirts, Kleider oder Pullover daraus. Kaufen** kann man die Kleidung zum Beispiel im Avocado Store.

Bananenschalen, Mais, Spinnenseide und Krabbenschalen

Aus all diesen pflanzlichen und tierischen Rohstoffen kann man inzwischen Fasern gewinnen – mit oft hervorragenden Eigenschaften. Spinnenseide etwa ist zugfester als Stahl, flexibler als Elasthan. Aus Mais entstehen Fasern für die Outdoor- und Sportausrüster, und auch Bananenstauden und Krabbenschalen lassen sich zu tragbaren Textilien verarbeiten. Die neue Viskose sozusagen, hergestellt aus den Abfällen der Nahrungsmittelindustrie, mit allerdings teils aufwändigen Verfahren. Wie sehr sie sich allerdings am Markt durchsetzen, bleibt abzuwarten.

Fasern der Zukunft?

Welche dieser Fasern sich durchsetzen werden, ist noch nicht abzusehen. Zu kurz sind viele der Ideen auf dem Markt, zu klein und unbekannt oft die Öko-Labels. Der Trend für nachhaltige Mode geht allerdings in die richtige Richtung: So wachsen die Umsätze der Mitgliederfirmen des Internationalen Verbands Textilwirtschaft seit 15 Jahren um jährlich durchschnittlich fünf Prozent, trotz seines besonders strengen Öko-Siegels. Gleichzeitig setzte die konventionelle Textilwirtschaft im gleichen Zeitraum durchschnittlich zwei Prozent weniger um.

Wer sich orientieren will, welche Fasern und Textilien bereits auf dem Markt etabliert sind und ökologisch Sinn ergeben, dem hilft das Ranking „Made-By“ Environmental Benchmark for Fibres weiter. Dessen Aussage ist klar: Die Fasern von morgen sind zum einen Recycling-Fasern, also recycelte Baumwolle, Wolle, Nylon und Polyester.  Zum anderen sind es die Fasern von gestern, also Hanf und Leinen (auch Flachs genannt) – aber nur in Bio-Qualität.

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(3) Kommentare

  1. Milch und Lachshaut dürften genauso nachhaltig sein wie „Bio“diesel.
    Tierquälerische Milchkuhausbeutung und ebenso tierquälerische Lachszucht.
    Solche Grundstoffe sollten tabu sein zur Herstellung von in der Regel Lifestyle-Produkten.

  2. Ergänzung:
    Biogas hat auch mal so angefangen, nur Abfälle sollten verwendet werden.
    Inzwischen haben wir riesige Maismonokulturen.
    Das Einzige was hilft, ist erstens weniger von allem und wenn es irgend möglich ist, recyceln.

  3. Sehr geehrte Frau Wahnbaeck,

    leider wiederholten Sie in diesem Artikel die alten Märchen über Baumwolle.
    Baumwolle ist eine Wüstenpflanze, das bedeutet: Sie kann nun mal eben auch in ariden und semiariden Gegenden wachsen. Sie benötigt nicht viel Wasser, denn mit sinnvoll eingesetzten modernen landwirtschaftlichen Erkenntnissen sind gute Erträge zu erwirtschaften. Es wird zudem an Baumwollsaat geforscht, die extrem wenig Wasser benötigt und dennoch gute Erträge bringt.

    Zudem hat sich die Anbaufläche für Baumwolle in den letzten 70 Jahren nicht vergrößert.
    Mit Sicherheit werden in den nächsten 100 Jahren mehr Rohstoffe für wesentlich mehr Menschen benötigt. aber bitte berücksichtigen Sie auch die Forschung im Bereich der „alten“ Fasern und der Landwirtschaft.

    Zudem: es leben über 250 Millionen Menschen vom Baumwollanbau.

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