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Öko-Test Kosmetiktücher: Punktabzug bei der Nachhaltigkeit

Befriedigende Testergebnisse bei Kosmetiktüchern
Fotos: Studio Light & Shade / stock.adobe.com; Ökotest

Kosmetiktücher sind echte Alleskönner: Die weichen und hauchdünnen Tücher eignen sich fürs Abschminken, Nase-Putzen oder Tränchen-Trocknen gleichermaßen. Dafür müssen sie vor allem reißfest sein und viel aufsaugen können. Und das tun sie auch. Nur nachhaltig sind sie leider eher nicht – so das Ergebnis von Öko-Test.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 21 verschiedene Kosmetiktücher getestet und dabei festgestellt, dass die meisten leider wenig nachhaltig sind. Der Grund: Die Fasern der Papiertücher sind häufig nicht recycelt, sondern bestehen aus frischem Zellstoff. Das geht nicht nur zusätzlich auf die Umweltbilanz des ohnehin nur einmal nützlichen Wegwerfprodukts. Frischfasern sind schlichtweg unnötig, da auch die recycelten Produkte wenig problematische Inhaltsstoffe aufweisen.

Im Labor wurden sechs Kosmetiktücher aus recyceltem Material und 15 Produkte aus Primärfasern hinsichtlich Inhaltsstoffen und Praxistauglichkeit getestet.

Kosmetiktücher im Test: Überwiegend „befriedigende“ Ergebnisse

Unter den 21 getesteten Produkten befanden sich lediglich sechs Kosmetiktücher, die aus Recyclingfasern hergestellt werden. Für die anderen Tücher wurden die Primärfasern aus Holz aus aller Welt gewonnen.

Das ist alles andere als nachhaltig, nicht nur wegen der langen und unnötigen Transportwege. Produkte aus frisch gewonnenen Fasern schneiden hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasser- und Energieverbrauch wesentlich schlechter ab als Kosmetiktücher aus recycelten Fasern.

Kosmetiktücher sind Wegwerfprodukte
Kosmetiktücher sind Wegwerfprodukte und sollten alleine deshalb nicht aus Primärfasern bestehen (Foto: CC0 / Pexels / Liza Summer)

Zudem handelt es sich bei Kosmetiktüchern ohnehin um ein reines Wegwerfprodukt, dessen Papier den Kreislauf nach nur einer einzigen Benutzung verlässt. „Schon alleine deshalb ist in die Verwendung von Primärfasern in solchen Wegwerfprodukten eine Umweltsünde“, schreibt Öko-Test und wir stimmen zu.

Nicht überraschend also, dass die Mehrheit der getesteten Produkte nur das Testurteil „befriedigend“ erhält. Darunter befinden sich unter anderem: Ebelin seidenweich, Kleenex, Gut & Günstig und Kokett. Allerdings musste Öko-Test nicht ein einziges Mal die Noten „ungenügend“ oder „mangelhaft“ vergeben.

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Alle Gewinner sind aus recycelten Fasern

Auch wenig überraschend, aber dennoch lobenswert: Alle vier Gewinner des Kosmetiktücher-Tests mit dem Gesamturteil „sehr gut“ sind Kosmetiktücher aus Altpapier.

Ein Testsieger ist diesmal Rossmann mit den Alouette Recycling Kosmetiktüchern. Das Produkt überzeugt nicht nur mit den Inhaltsstoffen, sondern liefert auch den besten Praxistest unter den Recyclingprodukten. Direkt dahinter, weil etwas weniger reißfest, kommen die Ebelin Kosmetiktücher Recycling von dm.

Ein einziges konventionelles Produkt aus frischem Zellstoff hat es in die Bewertung „gut“ geschafft: Die Daunasoft Beauty Kosmetiktücher von Norma waren in der Praxisprüfung (Reißfestigkeit und Festigkeit im Gebrauch) mit der Note 1,7 unschlagbar und schafften es daher trotz eines „befriedigend“ bei den Inhaltsstoffen zu einer guten Gesamtnote.

Wenig bedenkliche Inhaltsstoffe bei recycelten Fasern

Öko-Test hat im Kosmetiktücher-Test auf viele verschiedene umstrittene Inhaltsstoffe überprüft – mit einem positiven Ergebnis vor allem für die recycelten Materialien. Die Labore stellten bei sechs Produkten halogenorganische Verbindungen (AOX) fest: Alle bei Kosmetiktüchern aus frischen Fasern. Die Verbindungen können durch die Chlorbleiche als Rückstände in die Tücher gelangen.

„In den sechs Recyclingtüchern wurden lediglich geringe Spuren an AOX nachgewiesen. Ein Grund mehr, zu Kosmetiktüchern aus Recyclingfasern zu greifen.“ schreibt das Verbrauchermagazin.

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Praxistext: Festigkeit und Saugfähigkeit durchweg „gut“  

Und auch im Praxistest schnitten die Kosmetiktücher aus recycelten Fasern ebenso gut ab wie die konventionellen Produkte mit einer wesentlich schlechteren Umweltbilanz: 20 der 21 getesteten Produkte haben die Praxisprüfung mit „gut“ bestanden. Recyceltes Material ist also nachweislich ebenso reißfest und saugfähig wie frischer Zellstoff. Ein weiteres Argument gegen die Umweltsünder im Test.

Tipp: Bei der Wahl von Kosmetiktüchern solltest du unbedingt zu recyceltem Material greifen. Und du kannst das laut Öko-Test auch unbedenklich tun. Da es sich allerdings bei allen getesteten Marken um Wegwerfprodukte handelt, ist die Verwendung der Tücher nicht die nachhaltigste. Mehrfach verwendbare Alternativen wie waschbare Abschminkpads oder Stofftaschentücher sind hier die wirklich nachhaltige Wahl.

Alle Details und die vollständigen Ergebnisse zum Kosmetiktücher-Test findest du in Öko-Test 09/2021 sowie online auf www.ökotest.de.

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