Kühlschrank-Test: Diese Kühl-Kombis kosten dich am wenigsten Strom

Kühlschrank-Test: Beim Kühlschrank kommt es nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf den Energieverbrauch.
Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Max Vakhtbovych

Ein neuer Kühlschrank kann sich rechnen – für die Umwelt und den Geldbeutel. Wir stellen dir die Testsieger aus dem Kühlschrank-Test der Stiftung Warentest vor und haben von allen Modellen diejenigen ausgewählt, die am stromsparendsten und nachhaltigsten sind.

Kühlschränke samt Gefriertruhe machen rund zehn Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt aus – da lässt sich mit einem sparsamen Kühlschrank einiges an Strom einsparen. Wir geben Kauftipps und zeigen die energiesparenden Geräte, die im Test besonders gut abgeschnitten haben.

Kühlschrank-Test 2022: „Side-by-Side“ oder klassische Kühl-Gefrierkombi?

Die Stiftung Warentest hat im September 2022 erneut Kühl-Gefrierkombinationen getestet: 12 Geräte zum Einbau und 1 Modell freistehend. Im Mai 2022 waren ebenfalls Kühl-Gefrierkombinationen getestet worden, zusammen mit Side-by-Side Kühlschränken. Bei letzteren handelt es sich um sehr breite Geräte mit zwei nebeneinanderliegenden Türen, die aus dem US-amerikanischen Raum bekannt sind und mehr und mehr auch in Deutschland zum Trend werden. Wie sich bei Stiftung Warentest zeigte, ist das tatsächliche Nutzvolumen dieser großen Doppeltür-Modelle aber oft nicht viel größer als bei einer klassischen Kühl-Gefrierkombi – zumindest dann nicht, wenn ein Eiswürfel-Zubereiter verbaut ist. Dieser nimmt nämlich fast den gesamten Platz hinter seiner Tür ein.

Auch bei der Energieeffizienz können die Doppeltür-Modelle bisher nicht wirklich punkten: Die getesteten Side-by-Side-Kühlschränke verbrauchen selbst bei teils unwesentlich höherem Nutzvolumen aktuell deutlich mehr Strom. Manche Modelle verbrauchen sogar rund doppelt so viele Kilowattstunden pro Jahr. Die aktuellen klassischen Kühl-Gefrierkombis bieten jedoch oftmals bereits um die 200 Liter Kühlraum, was z.B. auch für eine Familie mit zwei großen Kindern ausreichen sollte. Daher sind sie für die meisten Haushalte eine gute Lösung, die auf ein separates Gefriergerät verzichten können. Um die Auswahl auf die aus unserer Sicht ökologisch sinnvollsten Alternativen zu beschränken, bleiben die Side-by-Side-Geräte in diesem Artikel somit zunächst außen vor.

Neues Energielabel für Kühlschränke degradiert A+++ zu C

Seit März 2021 hat die EU das Energieeffizienzlabel für Kühlschränke geändert und verschärft. Statt der früheren Plus-Klassen gibt es nun nur noch A bis G. Alle Kühlschränke, die vor 2021 ein A+++ trugen, sind laut Verbraucherzentrale nun in die Kategorie C gerückt. So gibt es wieder Luft nach oben und einen Anreiz für die Hersteller, die Effizienz weiter zu verbessern.

Bis vor kurzem schaffte noch kein Kühlschrank am Markt die neue Kategorie A. Vorreiter sind nun Haier und Samsung: Mit der neuen Produktreihe 7 erreicht Haier jetzt die Energieklasse A. (Und nennt sich daher selbst „Klassenerster“ und „Klassenbester“). Auch Samsung hat bereits bei den zwei neu getesteten Kühl-Gefrierkombinationen die Energieklasse A erreicht.

Alle anderen Modelle in den Kühlschrank-Tests 2022 und 2021 der Stiftung Warentest sind bei den Kühl-Gefrierkombinationen in die Energieeffizienzklassen C, D und E und bei den Side-by-Side-Kühlschränken in die Klassen E und F eingestuft.

Alle Kühlschränke im Test mit umweltfreundlichen Kältemittel ausgestattet

Die Energieeffizienzklasse ist jedoch nicht das einzige Merkmal, an dem du einen nachhaltigeren Kühlschrank erkennst. Die Tester:innen der Stiftung Warentest haben zudem überprüft, welche Kältemittel die Kühlschränke aus dem Test verwenden. Die erfreuliche Nachricht: Alle verwenden R600a (Isobutan). Dieses Mittel ist nicht ozonschädigend wie das früher verwendete FCKW und hat einen GWP-Wert (potenziellen Treibhauseffekt) von 20. R134a. FCKW, das bis in die 90er Jahre verwendet wurde, hat im Gegensatz dazu einen GWP-Wert von 1.430. Da das Kältemittel R600a trotzdem giftig ist, müssen Kühlschränke fachgerecht entsorgt werden.

Freistehende Kühlschranke: die Testsieger der Stiftung Warentest

Energiespartipp: Haier H3R-330WNA

Testsieger im Kühlschrank-Test: HAIER H3R-330WNA
Der Kühlschrank Haier H3R-330WNA hat die neue Energieeffizienzklasse A. (Foto: Haier)

Dass die neuen Energieeffizienzklassen die Hersteller antreiben, zeigt die Produktreihe 7 von Haier. Der Kühlschrank H3R-330WNA verbraucht im Jahr nur 59 kWh und wurde somit mit der Energieeffizienzklasse A ausgezeichnet. Von den Tester:innen erhielt er ein „sehr gut“ in der Gesamtnote. Als Besonderheit bietet der Kühlschrank „Tri-Zonen“, das heißt, es lassen sich in drei Teilbereichen unterschiedliche Temperaturen einstellen.

Mit 191 cm Höhe, 59,5 cm Breite und 70 cm Tiefe ist der Kühlschrank sehr groß. Die 330 Liter Rauminhalt reichen locker für sechs Personen.

Preis: ca. 940 Euro

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Allgemeiner Testsieger: Bauknecht KR 17G4 WS 2

BAUKNECHT Kühlschrank KR 17G4 WS 2
Der Kühlschrank von Bauknecht ist laut Stiftung Warentest „sehr gut“. (Foto: Bauknecht)

Der aktuell beste Kühlschrank (ohne Gefrierfach) ist laut Stiftung Warentest der Bauknecht KR 17G4 WS 2. Dieser konnte mit einem „sehr gut“ in fast allen Testkriterien punkten. Die Kühlung wird stabil gehalten – laut dem Anbieter sogar bis zu einer Umgebungstemperatur von 43 Grad. Der freistehende Kühlschrank ist 169 cm hoch, 60 cm breit und 68 cm tief und hat ein Nutzvolumen von rund 230 Litern. Dies entspricht einer großzügigen Größe für einen 4-Personen-Haushalt.

Der Stromverbrauch ist mit 97 kWh (Energieklasse E) deutlich niedriger als bei den Kühl-Gefrierkombinationen, die je nach Modell mehr als das Doppelte aus der Steckdose ziehen. Falls du eine Gefriertruhe benutzt, solltest du demnach wirklich darauf achten, dass im Kühlschrank kein zusätzliches Eisfach verbaut ist.

Preis: derzeit ca. 490 Euro

Kaufen: derzeit ausverkauft (Stand September 2022)

Freistehende Kühl-Gefrierkombinationen: die Testsieger der Stiftung Warentest

Energiespartipp: Samsung RB38A7B6AS9

Im Kühlschrank-Test 5/2022 wurden von der Stiftung Warentest zwei freistehende Kühl-Gefrierkombinationen mit „sehr gut“ bewertet. Beide stammen von Samsung und erreichen die aktuell beste Energieeffizienzklasse A.

Samsung RB38A7B6AS9
Samsung RB38A7B6AS9 (© Samsung)

Das hier abgebildete Modell RB38A7B6AS9 hat mit 203 x 60 x 67 cm die gleichen Maße wie der Testsieger Samsung RL38A776ASR (siehe nächster Abschnitt). Es liegt in der Gesamtnote „sehr gut“ (1,5) zudem nur einen Punkt hinter dem Testsieger (1,4).

Der Energieverbrauch ist mit nur 122 kWh (gegenüber 153 kWh) im Jahr allerdings noch einmal deutlich geringer, daher ist dieses Modell unser Energiespartipp. Den Stromverbrauch innerhalb von zehn Jahren beziffert die Stiftung Warentest beim RB38A7B6AS9 mit 622 Euro (im Gegensatz zu 781 beim Testsieger). Somit holst du den etwas teureren Anschaffungspreis durch die Stromrechnung voraussichtlich wieder rein.

Preis: ca. 1.700 Euro

Kaufen: Online bei Samsung

Allgemeiner Testsieger: Samsung RL38A776ASR

Die Kühl-Gefrierkombi von Samsung überzeugte im Test.
Gesamtsieger Kühl-Gefrierkombis: Samsung RL38A776ASR (Foto: Samsung)

Beim Gesamtsieger RL38A776ASR beträgt der Stromverbrauch 153 kWh pro Jahr. Der Kühlschrankteil hat ein Nutzvolumen von 199 Litern und das Gefrierfach bietet Platz für 73 Liter. Besonders überzeugen kann das Modell mit einer äußerst niedrigen Lautstärke von nur 35 dB. Hier erreichen die anderen Geräte als Bestwert 38 dB.

Preis: ca. 1650 Euro

Kaufen: Online bei Samsung, Otto oder Amazon.

Preis-Leistungs-Tipp: Bosch KGE36AWCA

Bosch KGE36AWCA
Bosch KGE36AWCA (© Bosch)

Der Bosch Kühlschrank wurde bereits im September 2021 von der Stiftung Warentest getestet und nun erneut in die Liste der besten Kühlschränke aufgenommen. Er ist mit der Energieeffizienzklasse C eingestuft und verbraucht laut Stiftung Warentest nur ca. 147 kWh pro Jahr. Das Modell Bosch KGE36AWCA bietet allerdings keine Möglichkeit zum Schnellgefrieren (wichtig etwa für manche Gärtner:innen, die regelmäßig frisches Gemüse einfrieren). Beim Prüfpunkt “Einfrieren” ist er nur “befriedigend” bewertet, erhielt aber die Gesamtnote “gut”. Wenn du nicht einfrieren, sondern nur länger frisch halten möchtest, gibt es ein großes Kaltlagerfach. Solch ein Kaltlagerfach ist besonders kalt (- 2 bis + 3 Grad) und kann so empfindliche Lebensmittel bis zu dreimal länger frisch halten. Oft heißen solche Fächer auch “VitaFresh”, “BioFresh”, “Null-Grad-Fach” oder ähnlich.

Preis: ca. 770 Euro

Kaufen: Online bei Otto oder Amazon

Kühl-Gefrierkombinationen zum Einbau: Die Testsieger der Stiftung Warentest

Im September 2022 hat die Stiftung Warentest ihre Test-Datenbank um 12 neue Kühl-Gefrierkombinationen zum Einbau erweitert. Der Energieverbrauch ist hierbei interessanterweise oft höher als bei den freistehenden Geräten. Kein Gerät hat ein besseres Energielabel als C. Insgesamt fiel das Testurteil bei den neuen Modellen gemischt aus: 3 x “gut”, 3 x “befriedigend”, 2 x “ausreichend” und 3 x “mangelhaft”. Die schlechtesten Kühlschränke im Test zeigten Probleme bei den wichtigsten Funktionen Kühlen und/ oder Frieren.

Energiespartipp: AEG SCE818C5TC

AEG SCE818C5TC
AEG SCE818C5TC (© AEG)

Dieses AEG-Modell, auch “Umwelttipp” der Stiftung Warentest, wurde bereits 2021 getestet. Die sparsame Kühl-Gefrierkombination zum Einbau hat einen jährlichen Verbrauch von nur 121 kWh. Die Energieeffizienzklasse beträgt C und die Gesamtnote “gut” (2,2). Allerdings ist der Anschaffungspreis recht hoch, sodass man von dem niedrigen Verbrauch monetär über die Lebensdauer des Kühlschranks wohl kaum profitieren wird.

Preis: ca. 1.750 Euro

Kaufen: Online bei Amazon

Allgemeiner Testsieger: Siemens iQ500 KI86SADD0

Siemens KI86SADD0
Siemens KI86SADD0 (© BSH Group)

Auch der Testsieger iQ500 KI86SADD0 von Siemens wurde eigentlich bereits im Vorjahr getestet, steht mit der Gesamtnote 1,9 “gut” aber immer noch besser da als die beste der 2022 getesteten Einbaukombis (Samsung BRB26715DW W mit Gesamtnote 2,3 ).

Der Siemens iQ500 ist “leiser und effizienter als viele andere” schreibt das Magazin über den Testsieger. Die Lautstärke beträgt 38 dB und der Energieverbrauch beträgt 160 kWh pro Jahr.

Preis: ca. 1.200 Euro

Kaufen: Online bei Saturn, Otto oder Amazon

Stromkosten-Vergleich: Ist es ökologisch, einen neuen Kühlschrank zu kaufen?

Ein neuer Kühlschrank lohnt sich laut der Verbraucherzentrale dann, wenn das Neugerät wesentlich weniger Strom verbraucht. Hierfür nutzt du am besten ein Strommessgerät. Dieses schaltest du zwischen Kühlschrank und Steckdose und lässt es sieben Tage laufen – dann rechnest du den Verbrauch auf ein Jahr hoch und vergleichst ihn mit dem Stromverbrauch neuer Modelle.

Bei der Kühl-Gefrierkombination Bosch KGE398IBP wurde z.B. mit 118 kWh pro Jahr ein sehr niedriger Verbrauch von Stiftung Warentest gemessen. Ein vergleichbarer Kühlschrank aus dem Jahr 2012 durfte in der damaligen Energieeffizienzklasse A+ aber sogar noch 323 kWh pro Jahr verbrauchen. Hast du so ein Gerät vor zehn Jahren gekauft, kannst du mit einem neuen Modell rund die Hälfte der Stromkosten (und der damit verbundenen Emissionen) einsparen!

Energiesparen mit dem Kühlschrank: Wichtige Tipps vor dem Kauf

  • Bei der Größe des Kühlschranks gilt: Je kleiner, desto sparsamer, desto besser!
  • Wichtiger Bestandteil: Ein akustisches oder visuelles Warnsignal bei zu hoher Innentemperatur oder geöffneter Kühlschranktür.
  • Überleg dir, ob dein Kühlschrank ein Gefrierfach braucht. Modelle mit Gefrierfach verbrauchen rund ein Drittel mehr Energie als Geräte gleicher Größe ohne.
  • Die Low-Frost oder die No-Frost-Technik sorgt im Gefrierfach dafür, dass sich Eis kaum oder deutlich geringer bildet – das erspart das Abtauen. Nachteil: Geräte mit der Funktion verbrauchen mehr Strom.

Und wenn dein neuer Kühlschrank erst mal in Betrieb ist, lässt sich nochmal einiges an Strom sparen. Hier zeigen wir dir 7 Tipps, die dir helfen, beim Kühlschrank Energie zu sparen.

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