Macauba: Eine ökologische Alternative zu Palmöl?

Foto: CC0 / Pixabay / samucajor

Macauba-Öl ist bislang noch ein weitgehend unbekannter Rohstoff. Als mögliche Palmöl-Alternative erregt es in Forscher*innen-Kreisen jedoch immer mehr Aufmerksamkeit. Was es genau mit dem Stoff auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Macauba?

Der Begriff Macauba beschreibt eine Palmenart, die in tropischen Gebieten wächst. So ist die Palme insbesondere in Mexiko, Brasilien, Argentinien, Bolivien, Paraguay und den westindischen Inseln beheimatet. Sie wird je nach Gebiet zwischen zehn und 18 Metern hoch.

Ureinwohner schätzen besonders die Samen der Macauba-Palme, die für sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel darstellen. Interessant sind zudem die Früchte, denn diese bestehen zu einem großen Teil aus Öl. Das Macauba-Öl ist in seiner Zusammensetzung dem beliebten, jedoch ökologisch fragwürdigem Palmöl sehr ähnlich.

Die Pflanze ist an sich relativ anspruchslos, benötigt weniger Wasser und hält Trockenheit besser Stand als die Afrikanische Ölpalme, aus der Palmöl gewonnen wird. Zudem wächst Macauba bereits natürlich in vielen verschiedenen Gebieten, ohne bewusst angebaut worden zu sein.

Macauba: Eine nachhaltige Palmöl-Alternative?

Palmölplantagen werden nach einigen Jahren zu trockenen, nährstofflosen Gebieten, auf denen auch kaum noch andere Pflanzen wachsen können.
Palmölplantagen werden nach einigen Jahren zu trockenen, nährstofflosen Gebieten, auf denen auch kaum noch andere Pflanzen wachsen können. (Foto: CC0 / Pixabay / zoosnow)

Derzeit laufen Untersuchungen und Projekte, in denen erforscht werden soll, inwieweit Macauba tatsächlich eine nachhaltigere Alternative zu Palmöl darstellt und in welchen Industriezweigen es dieses ersetzen könnte.

Dabei muss, wie auch bei der Afrikanischen Ölpalme, zwischen dem Öl aus dem Fruchtfleisch der Pflanze und dem Öl aus dem Kern unterschieden werden. Beide Öle könnten laut Untersuchungen Palmöl insbesondere in Lebensmitteln und Kosmetik ersetzen.

Zusätzlich zur Ölgewinnung kann die Macauba-Palme auch für weitere Zwecke verwendet werden: So können auch das Macauba-Fruchtfleisch und die Samen als Tierfutter sowie die Samenschalen als Rohstoff genutzt werden.

Was macht Palmöl so problematisch?

Für die Herstellung von Palmöl werden große Regendwaldflächen abgeholzt. Macauba könnte eine nachhaltigere Alternative darstellen.
Für die Herstellung von Palmöl werden große Regendwaldflächen abgeholzt. Macauba könnte eine nachhaltigere Alternative darstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / tristantan)

Die Nachfrage an Palmöl ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Während die Produktion in den Jahren 2012 und 2013 bereits bei circa 56 Millionen Tonnen lag, wird sie sich 2019 und 2020 in etwa auf 75 Millionen Tonnen belaufen.

Palmöl kommt in verschiedenen Bereichen zum Einsatz, so zum Beispiel in Lebensmitteln, Kosmetikprodukten, Farben und Lacken, Schmierstoffen, Biokraftstoffen, sowie Wasch- und Reinigungsmitteln. Das Öl ist deshalb so beliebt, da man man im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen wenig Anbaufläche benötigt, um relativ hohe Mengen zu produzieren.

Das Problem ist jedoch, dass die Nachfrage mittlerweile so hoch ist, dass große Flächen an Regenwald gerodet wurden und werden, um Platz für den Anbau der Ölpalmen zu schaffen. Dies raubt nicht nur Menschen und Tieren ihre Heimat, sondern trägt maßgeblich zur Klimakrise bei. Mehr Fakten zu diesem Thema findest du hier:

Macauba: Erste Projekte und Ansätze

Ein Unternehmen, welches sich bereits ausgiebig mit den Potenzialen der Macauba-Palme auseinandergesetzt hat, ist INOCAS. Diese Abkürzung steht für „Innovative Oil and Carbon Solutions“, also „Innovative Öl- und Kohlenstoff-Lösungen“. Im Rahmen eines Macauba-Projekts arbeiten sie mit dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) zusammen.

Ziel des Projektes ist es, auf möglichst nachhaltige Weise möglichst hohe Mengen an Pflanzenöl zu gewinnen. Dafür wollen die Projektleiter*innen zum einen Macauba-Palmen nutzen, die bereits wild auf Weideflächen in Brasilien wachsen. Zum anderen sollen systematisch weitere Palmen auf bereits bestehenden Weideflächen angebaut werden. Im Gegensatz zur Palmölgewinnung müssen dabei also keine Wälder gerodet werden. Diese und weitere Projekte müssen Wissenschaftler*innen jedoch zunächst noch erfolgreich umsetzen, bevor sich Macauba-Öl als gängiger Rohstoff etablieren kann.

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: