Alte Möbel kaufen: So richtest du deine Wohnung nachhaltig ein

alte Möbel kaufen
Foto: Martina Naumann/utopia

Wenn du alte Möbel kaufst, kannst du deine Wohnung stilvoll und gleichzeitig nachhaltig einrichten. Was du außerdem beachten solltest, liest du hier.

Mit alten Möbeln schaffst du eine behagliche Atmosphäre.
Mit alten Möbeln schaffst du eine behagliche Atmosphäre. (Foto: Martina Naumann/utopia)

Mit alten Möbeln schaffst du eine gemütliche Atmosphäre und kannst in deiner Wohnung individuelle Akzente setzten. Die betagten Sessel, Schränke und Co. heben sich garantiert von der Massenware aus den Discountern ab.

Möbel, die aus den 1970’er Jahren stammen oder noch älter sind, wurden meist von Hand in heimischen Möbelmanufakturen gefertigt. Die Materialien sind oft von hoher Qualität und wurden gut verarbeitet.

Indem du alten Möbeln ein zweites Leben verleihst, schützt du gleichzeitig die Umwelt.

  • CO2-Emissionen: Weil du das Möbelstück weiterverwendest und nicht entsorgst, entsteht weniger Müll. Außerdem verringerst du deinen CO2-Abdruck: Denn um ein neues Möbelstück zu produzieren, werden sowohl Energie als auch Ressourcen benötigt.
  • Faire Arbeitsbedingungen: Alte Möbelstücke aus dem europäischen Raum wurden meist regional und fair gefertigt.
  • Du schonst Ressourcen: Das Holz für viele Discounter-Möbel stammt laut einer Dokumentation des ZDF aus Nordeuropa oder den Tropen. Die Doku berichtet von rücksichtslosen Abholzungen in den „letzten Urwäldern Europas“.

Alte Möbel kaufen: Das solltest du beachten

Einrichten mit alten Möbeln heißt immer auch improvisieren.
Einrichten mit alten Möbeln heißt immer auch improvisieren. (Foto: CC0/pixabay/Mrs__schu)

Von gebrauchten Sperrholzmöbeln sollst du vorsichtshalber die Finger lassen. Sie sind oft schlecht verarbeitet und können giftige Chemikalien wie Formaldehyd enthalten. Für den Schadstoff, der oft in Klebemitteln verwendet wird, wurde 1977 ein Richtwert eingeführt – seit 2011 gilt es in den USA als krebserzeugend. Das Umweltgift kann auch in Farben oder Lacken stecken.

Bei „jüngeren“ gebrauchten Möbeln sollst du daher auf  Umweltsiegel achten. Holzmöbel mit Siegeln wie dem eco-Institut-Label, FSC oder PEFC sind in der Regel unbedenklich. Polstermöbel können zusätzlich auch mit dem Blauen Engel oder dem Europäischen Umweltzeichen zertifiziert sein.

So verleihst du gekauften alten Möbeln neuen Glanz

Alte Möbel haben oft lange in Kellern gestanden.
Alte Möbel haben oft lange in Kellern gestanden. (Foto: Martina Naumann/utopia)

Mit natürlichen Pflegemitteln kannst du die „neu“ erstandenen Möbelstücke reinigen und schützen. So vertreibst du auch muffige Gerüche.

  • Hölzer reinigst du mit Schmierseife und einem feuchten Schwamm. Verwende immer milde Reinigungsmittel – Essigreiniger oder andere Säuren greifen den Lack von alten Möbeln an. Schmierseife findest du im Biomarkt oder online, zum Beispiel bei **Avocadostore.
  • Entferne Schimmel mit alkoholhaltigen Reinigungsmitteln oder einer fünfprozentigen Sodalösung aus der Apotheke. Allerdings lässt sich nur relativ neuer Schimmelbefall so leicht entfernen – prüfe gebrauchte Möbel deshalb sorgfältig, bevor du sie kaufst.
  • Möbeln, die vor den 1950’er Jahren hergestellt wurden, sind häufig mit Schellack lackiert. Dies ist ein natürlicher Lack ohne chemische Härter. Der Lack kann stumpf werden, wenn du aggressive Reinigungsmittel verwendest oder ihn zu nass abwischst. Schellack kannst du auch heute noch im Holzfachhandel oder Baumarkt kaufen und abgenutzte Stellen somit auffrischen.
  • Mit einer Holzpolitur aus Carnauba– oder Bienenwachs bringst du das Holz zum Glänzen und schützt es. Holzpolitur erhältst du im Bio-Drogeriemärkten oder online, zum Beispiel bei **Avocadostore.
  • Polsterbezüge oder Leder reinigst du am besten auch mit Schmierseife und einem feuchten Schwamm. Verwende nicht zu viel Wasser, da das Polstermaterial sonst nass wird und du es nur schlecht wieder trocknen kannst. Ökologische Polster- und Teppichreiniger findest du im Bio-Drogeriemarkt oder online, zum Beispiel bei **Avocadostore.
  • Flecken auf dem Polsterstoff kannst du mit Zitronenreiniger behandeln. Passe aber auf, dass die Säure nicht mit Holz in Berührung kommt – sie kann in die Fasern eindringen und sie stellenweise ausbleichen.
  • Leder pflegst du mit einer speziellen Ledermilch oder einem Balsam, welche beide vollständig in den Stoff einziehen. So hinterlässt du keine fettigen Flecken, wenn du dich auf das Leder setzt. Diese Lederpflegemittel erhältst du in gut sortierten Ledergeschäften oder online, zum Beispiel bei **Avocadostore.

Inspiziere alte Möbel, bevor du sie kaufst

Bevor du alte Möbel kaufst, solltest du sie gründlich untersuchen.
Bevor du alte Möbel kaufst, solltest du sie gründlich untersuchen. (Foto: CC0/pixabay/terimakasih0)

Alte Möbel haben fast immer Gebrauchsspuren, die ihnen einen eigenen Charme verleihen. Trotzdem solltest du sicherstellen, dass das Möbelstück intakt ist, bevor du es kaufst.

An diesen Stellen solltest du genauer hinschauen:

  • Die Rückseite von Schränken oder Kommoden: Auch bei alten Möbeln bestehen diese Stellen oft aus Pressplatten oder festem Karton. Diese Materialien sind anfällig für Feuchtigkeit. Rückwände können deshalb oft von Schimmel befallen oder eingerissen sein.
  • Wasserschäden: Das Holz, besonders an Türen oder Schubkästen, darf nicht gequollen oder verzogen sein – sie lassen sich sonst nicht mehr richtig öffnen. Oberflächliche Wasserflecken kannst du mit Holzwachs meist gut wegpolieren. Bei hartnäckigen Rändern kannst du mit einem Pflegemittel mit Farbauffrischung etwas nachhelfen.
  • Kleinere Risse oder Löcher:  Solche Macken kannst du mit spezieller Holzspachtelmasse aus dem Baumarkt schließen und anschließend auspolieren.
  • Schubkästen: Bei alten Kommoden kann der Leim innerhalb der Schubladen brüchig geworden sein. So lockern sich auch die Holzverbindungen an den Kanten. Mit etwas Holzleim kannst du hier leicht nacharbeiten. Ebenso kannst du lockere Stuhlbeine oder Lehnen wieder festkleben.
  • Risse in gebogenem Holz: Wenn zum Beispiel ein alter Bistrostuhl von kleinen Rissen durchzogen ist, kannst du diese mit Leim verkitten und das Holz mit Bienenwachs wieder geschmeidig pflegen. Bei längeren Rissen oder wenn die Sitzfläche betroffen ist, musst du dich an einen Möbelrestaurator wenden.
  • Polstermöbel: Untersuche, wenn möglich, in welchem Zustand das Füllmaterial von Polstermöbeln ist. Den Bezug auszubessern ist meist einfach. Doch wenn zum Beispiel der Schaumstoff durchgesessen oder schon bröselig ist, hilft oft nur noch ein Polsterer. Wenn die Füllung einmal nass geworden ist und auffällig riecht, sollst du das gesamte Polster erneuern.

Tipp: Alte Möbelstücke mit größeren Macken kannst du auch selber reparieren. Oder du baust sie nach deinen Vorstellungen um bzw. bemalst sie neu.

Alte Möbel kaufen: Hier findest du sie

Alte Möbel gibt es nicht nur auf dem Flohmarkt zu kaufen.
Alte Möbel gibt es nicht nur auf dem Flohmarkt zu kaufen. (Foto: Martina Naumann/utopia)

Anders als bei modernen Möbeln vom Möbelhaus kannst du selten eine ganze Einrichtung aus alten Möbeln kaufen. Stattdessen musst du dir dein Mobiliar nach und nach zusammenstellen.

Hier kannst du immer wieder nach neuen Lieblingsstücken stöbern:

  • Flohmarkt: Auch in deiner Nähe finden immer wieder Flohmärkte statt. Oft kannst du dort preiswerte Designerstücke aus den 1970’er bis 1980’er Jahren erstehen, zum Beispiel Tische oder Polstermöbel. Erkundige dich online beim Stadtportal oder halte nach entsprechenden Plakaten Ausschau. Hier findest du außerdem Flohmärkte in Hamburg, Köln, Berlin und Frankfurt.
  • Online-Flohmärkte und Kleinanzeigen: Stöbere einmal durch Ebay und die Internetseiten deiner lokalen Tageszeitung. Auch bei Etsy unter der Rubrik „Vintage“ findest du alte Möbel.
  • Händler: Design-Klassiker aus 1950’er Jahren findest du oft bei Händlern – mit etwas Glück kannst du sie noch günstig erstehen. In Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung „Mid Century“ für diese Möbel eingebürgert.
  • Gemeinnützige Organisationen: Oftmals verkaufen soziale Einrichtungen wie zum Beispiel Caritas Möbel an alle Interessierten. In den Läden arbeiten oft z.B. körperlich eingeschränkte Menschen, mit den Einnahmen finanziert die Organisation weitere soziale Projekte. Erkundige dich bei deiner Gemeinde oder kirchlichen Organisation, ob es so ein Möbelhaus in deiner Nähe gibt.
  • Second-Hand-Läden und –Onlineshops: Die besten Onlineshops für gebrauchtest findest du in unserer Utopia-Bestenliste.

So planst du den Transport

Nachdem du ein „neues“ altes Möbelstück gekauft hast, musst du es noch zu deiner Wohnung transportieren.

  • Gemeinnützige Möbelläden und Second-Hand-Läden liefern Möbel meist gegen einen geringen Aufpreis zu deiner Wohnung. Viele Anbieter helfen dir auch, dein neues Möbelstück aufzubauen.
  • Bei Ebay und Etsy gibt der Verkäufer in der Anzeige an, ob er die Transportkosten übernimmt. Einige Verkäufer versenden Möbelstücke mit Lieferdiensten. Das kann schnell ins Geld gehen, da diese Transportkosten häufig nach Volumen berechnen und nicht nach Gewicht. Rechne dir in jedem Fall alle anfallenden Versandkosten (auch deine) durch, bevor du auf „Kaufen“ klickst. Wenn sich der Verkäufer in deiner Nähe befindet, kannst du Möbel oft auch selbst abholen. Leihe dir zum Beispiel von einem Freund ein großes Auto, falls du selbst keines besitzt.
  • Flohmarkt-Einkäufe musst du am selben Tag mitnehmen. Mache dir also schon vor dem Kauf Gedanken, wie du ein Möbelstück am besten nach Hause transportierst.

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(2) Kommentare

  1. Ich habe fast nur alte Möbel – teils noch aus meinem Elternhaus, teils vom Sperrmüll und auch aus dem Gebrauchtmöbelmarkt. Sie sind individuell und haben Charakter, gerade durch die Gebrauchsspuren. Und sie bestehen aus Vollholz, meistens Kiefer. Billigmöbel aus Pressspänen kommen mir nicht ins Haus.

  2. Was sich auch lohnt:
    Mal im Umfeld umhören, ob und wo gerade ein Haus oder eine Wohnung entrümpelt wird. Oft gibt es da alte Möbel geschenkt, weil die Leute froh sind, sie nicht entsorgen zu müssen.
    Und was den Transport angeht:
    Möbel waren früher oft zerlegbar, so daß man sie auf Anhänger- oder Transporter-Format – in manchen Fällen sogar auf Kofferraum-Format – auseinander genommen bekommt.
    Und wenn man keinen eigenen Transporter oder Anhänger hat – irgend ein Verwandter oder Bekannter hat sowas garantiert.

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