Brandrodung: Deshalb ist sie problematisch

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Brandrodung treibt das weltweite Waldsterben dramatisch voran. Die verheerenden und teils irreversiblen Folgen von Brandrodung auf Klima, Menschen, Tiere und Pflanzen erklären wir dir in diesem Artikel.

Brandrodung ist eine Technik, bei der Waldflächen bewusst und kontrolliert in Brand gesetzt werden. Ist das gewünschte Waldstück vollständig gerodet, wird das Feuer wieder gelöscht. Heutzutage wird Brandrodung in erster Linie eingesetzt, um Flächen für Plantagen oder Viehweiden zu gewinnen. Auch für die Erdölgewinnung und die Holzindustrie werden Wälder gerodet. Die Tradition der Brandrodung reicht weit zurück und wurde bereits in der Steinzeit entwickelt.

Heute stellt die rücksichtslose Rodung von Wäldern ein großes Problem dar: Circa 80 Prozent der ehemals vorhandenen Urwälder wurden durch Brandrodung beseitigt. Laut Greenpeace existieren heute nur noch sieben bedeutende und zusammenhängende Urwälder: Der Amazonas-Regenwald, die russischen und nordamerikanischen Urwälder, die Bergwälder in Chile, die Wälder Nordeuropas, sowie Regenwälder in Zentralafrika und Indonesien.

Trotzdem werden weltweit weiter große Waldflächen gerodet. Greenpeace zufolge verschwindet alle drei bis vier Sekunden eine Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes. Dahinter stecken lokale Großgrundbesitzer und Firmen – aber auch ausländische Unternehmen, die Flächen für Landwirtschaft oder Erdölbohrungen benötigen. Sie sind oft bereit, große Summen für die gerodeten Landflächen zu bezahlen. Besonders wirtschaftlich schwächere Länder wie Indonesien sind auf diese Einnahmequelle angewiesen.

Brandrodung: Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen

Brandrodung zerstört die Lebensgrundlage zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.
Brandrodung zerstört die Lebensgrundlage zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. (Foto: CC0 / Pixabay / WikiImages)

Besonders Regenwälder faszinieren durch ihre enorme Artenvielfalt. Durch Brandrodungen werden jedoch zahlreiche Pflanzen zerstört. Viele Tierarten verlieren ihre Heimat. So sind zahlreiche Tierarten, die typischerweise im Regenwald zu finden sind, vom Aussterben bedroht – etwa Orang-Utans, Tiger und Waldnashörner..

Die gerodeten Flächen bekommen durch den fehlenden Schatten der Bäume die direkte Sonneineinstrahlung ab. Dafür sind die Urwaldböden nicht ausgelegt. Da ihre Humusschicht sehr dünn ist, trocknen die Böden schnell aus und verkrusten. In regenreichen Gebieten wird der Boden nicht mehr durch ein dichtes Blätterdach geschützt. Der Regen führt dazu, dass wichtige Nährstoffe aus dem Boden ausgespült werden.

Zurück bleiben Flächen, die nicht nur für die Landwirtschaft unbrauchbar sind: Auch die meisten Tiere und Pflanzen können in diesem Umfeld nicht leben. So entwickeln sich unfruchtbare Wüsten.

Auch indigene Völker, deren Existenz vom Wald als Lebensraum abhängt, werden durch Brandrodungen gnadenlos vertrieben. Für sie ist der Wald oft mehr als nur ein Lebensraum. Er ist eine wesentliche Komponente ihrer Kultur und maßgeblich mit ihrer Religion, Sprache, Spiritualität, Lebensweise und täglichen Ritualen verknüpft. Brandrodungen nehmen ihnen nicht nur ihren Platz zum Leben, sondern auch ihre Kultur und Identität.

In Brasilien betrifft dies zum Beispiel viele indigene Völker, die im Regenwald leben, wie die Guarani und Yanomami. Durch großflächige Waldrodungen mussten sie ihre Heimat verlassen und leben heute in überfüllten Reservaten, Slums oder am Straßenrand. Diejenigen Volksgruppen, die noch im Regenwald leben, sind unter anderem Holzfällern und Drogendealern oft ein Dorn im Auge und werden deshalb regelmäßig Opfer von gewaltvollen Übergriffen, Morden und Brandstiftung. Da der Wald als ihr Rückzugsort schwindet, befinden sich Überlebende permanent auf der Flucht, ohne jegliche Zukunftsperspektive.

Auswirkungen von Brandrodungen auf Klima und Naturkatastrophen

Hochwasser sind nur einer der vielen Nebeneffekte von Brandrodungen und dem dadurch verusachten Waldsterben.
Hochwasser sind nur einer der vielen Nebeneffekte von Brandrodungen und dem dadurch verusachten Waldsterben. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Wälder sind eine wichtige Komponente im Kohlenstoffkreislauf: Sie nehmen Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und speichern es in Form von pflanzlicher Biomasse. Besonders Urwälder verfügen über eine enorm große Speicherkapazität. Werden die Flächen gerodet, wird das gespeicherte CO2 frei. Es gelangt in großen Mengen in die Atmosphäre und trägt damit zur Erderwärmung bei.

Bezüglich des Klimas erfüllen große Waldgebiete eine weitere wichtige Funktion: Rund die Hälfte der Energie, die die Bäume durch die Sonne aufnehmen, wird in Wasserdampf umgewandelt. Dieser wird an die Atmosphäre abgegeben und sorgt damit für einen kühlenden Effekt. Verschwinden die Urwälder, steigt die Temperatur weiter ungehindert an.

Wenn große Waldgebiete durch Brandrodung verschwinden, erhöht sich zudem die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen: Wälder können zum Beispiel vor Hochwasser schützen, da die Waldböden große Mengen an Regenwasser speichern. Ohne diesen Schutz fließt das Wasser deutlich schneller ab. In den Bergen können Rodungen Erdrutsche und Lawinen begünstigen.

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