Natron als Hausmittel: Vielseitig und ökologisch

Natron: Vielseitiges Hausmittel
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Natron gehört zu den Hausmitteln mit den meisten Anwendungsmöglichkeiten. Es ist zudem günstig, leicht zu bekommen und meist in Papier statt Plastik verpackt. Wer versucht, ökologisch zu putzen, sollte daher auf jeden Fall Natronpulver im Schrank stehen haben. Denn es kann industrielle Allzweckreiniger, Spülmittel, Backofensprays und viele weitere chemische Putzmittel einfach ersetzen und auf diese Weise viel Gift und Müll sparen.

Nicht verwechseln sollte man Natron mit Soda. Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist nämlich auch bekannt als Speisesoda oder Backsoda. Im Handel erhältlich ist es zudem als Kaiser Natron, Bullrich-Salz oder Natriumbicarbonat. Natriumhydrogencarbonat ist übrigens auch ein Bestandteil von Backpulver. Soda (Natriumcarbonat) dagegen wird meistens unter dem Namen Waschsoda oder Reine Soda verkauft.

Natron als Allzweckreiniger

Kaiser Natron
Natronpulver ist im Handel als Kaiser Natron, Bullrich-Salz oder Natriumbicarbonat erhältlich. (Foto: © Utopia)

Aus Natron und nur wenigen weiteren Zutaten lässt sich schnell ein effektiver Allzweckreiniger selber machen: 2 Teelöffel Natronpulver, 2 Teelöffel fein geraspelte Kernseife, etwa 500 Milliliter warmes Wasser und ein Spritzer Zitronensaft ergeben zusammen etwa einen halben Liter Universalreiniger. Erst die Kernseife im warmen Wasser auflösen, dann Natronpulver und Zitrone dazugeben, abkühlen lassen, fertig. Nach Wunsch kannst du für den Duft noch ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzufügen.

Mit fast denselben Zutaten kannst du auch Geschirrspülmittel selber machen: Ca. 10 Gramm Kernseife fein raspeln und in etwa 100 Millilitern warmem Wasser auflösen, einen Teelöffel Natronpulver dazugeben und nach Wunsch einige Tropfen ätherisches Öl. In eine leere Spüli-Flasche füllen, mit Wasser auffüllen, schütteln, fertig.

Polstermöbel, Teppiche und Autositze kannst du mit Natron ebenfalls ganz leicht reinigen und vor allem von Gerüchen befreien. Die einfachste Variante: feinkörniges Natronpulver auf das Möbelstück streuen, über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag absaugen.

Ein Hausmittel zum Putzen

Natron ersetzt aggressive, chemische Backofenreiniger: Das Pulver 1:1 mit Wasser mischen und die Paste auf die Verschmutzungen im Backofen geben. Einige Stunden einwirken lassen, dann mit dem Schwamm abschrubben und mit klarem Wasser nachwischen. Klappt genauso mit eingebrannten Töpfen, Pfannen oder Backblechen.

Verstopfte Abflüsse reinigen geht mit Natron und Essig fast genauso gut wie mit Soda und Essig: zwei Esslöffel Pulver direkt in den Abfluss geben, eine halbe Tasse Essig hinterhergeben, einwirken lassen, mit viel Wasser nachspülen. Hier findest du weitere natürliche Hausmittel gegen verstopfte Ausflüsse.

Auch zum Fugen reinigen im Bad eignet sich das Hausmittel. (Achtung: Nicht für Silikonfugen verwenden!) Drei Esslöffel Natronpulver mit einem Esslöffel Wasser und einem Teelöffel Essigessenz mischen, dann die Paste mit einer alten Zahnbürste in den Fugen verteilen. Ein paar Stunden einwirken lassen, dann mit der Zahnbürste abschrubben und feucht nachwischen.

Übrigens: Auch Deo ohne Aluminium kann man mithilfe von Natron ganz einfach selber machen. Im Prinzip braucht man dazu nur Natronpulver und Wasser, ein paar Tropfen ätherisches Öl fügen dem selbstgemachten Deo zudem etwas Duft hinzu. Tipps und Anleitungen gibt es in unserem Beitrag Deo ohne Aluminium – ganz einfach selber machen.

Natronpulver in Supermarkt und Drogerie

Natronpulver bekommst du in fast jedem Supermarkt in der Backabteilung – allerdings meist nur in kleinen Packungen. In Drogeriemärkten findest du etwas größere Packungen, meist stehen sie als Kaiser Natron (ca. 1,50 / 250 Gramm) oder Bullrich-Salz (ca. 2,50 / 200 Gramm) bei den Nahrungsergänzungsmitteln oder den Reinigungsmitteln. In Apotheken erhältst du Natron auch in größeren Mengen (bis etwa fünf Kilo). Natron kaufen geht natürlich auch online (z.B. bei Rossmann, MyTime.de), auch hier findest du oft größere Mengen.

Hausmittel statt Putzmittel: Soda, Natron, Essig, Zitronensäure, Kernseife
Hausmittel statt Putzmittel: Soda, Natron, Essig, Zitronensäure, Kernseife (Foto: © Utopia)

Neben Natron gibt es noch weitere Hausmittel, die in keinem Haushalt fehlen sollten: zum Beispiel Essig bzw. Essigessenz, Zitronensäure und Soda. Auch Kernseife ist vielseitig verwendbar. Gemeinsam können diese Hausmittel fast alle herkömmlichen Putz- und Waschmittel ersetzen und sind dabei viel umweltfreundlicher, schonen deine Gesundheit, sparen Müll und Geld.

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(6) Kommentare

  1. Wie steht es denn um die Herstellung von Natron? Ich hatte dazu schonmal recherchiert und bin nicht recht schlau geworden. Ist sie gut umweltverträglich? Wo wird es produziert? Welche Stoffe fallen an? usw.

  2. Warum wird bei allem ätherisches Öl angepriesen? Da können die Leute ja gleich Fertigreiniger kaufen. Mir gefällt es als MCS Kranke überhaupt nicht, dass der allgemeine Kontext pro Duftstoffkonsum ist, denn unsere Flüsse, Seen und Meere werden massiv mit umweltschädigenden Duftstoffen belastet, Fischsterben und Hormonveränderungen bei Tieren sind Alltag. Wir nehmen die Duftstoffe über unser Trinkwasser und Nahrung wieder auf, zusätzlich zu der massiven Zwangskontamination durch Menschen, die pro Tag 3 bis 20 beduftete Produkte verwenden, stellt das eine lebenensbedrohliche Situation dar, wenn man bereits an MCS erkrankt ist. Wir Betroffene werden rasant mehr und wir haben durch Duftstoffkonsumenten/Verbreiter wie Läden (Duftstoffmarketing) keinerlei Lebensraum mehr, der uns Luft zum atmen bietet. Aus jeder Wohnung, jeder Arztpraxis, jedem Krankenhaus, Supermarkt, ja sogar Bioladen quillt es raus und ist unbenutzbar für uns. Ich DARF nicht mehr zum Arzt, wegen Parfümierten und Rauchern, weil sie giftige Stoffe ausgasen. Jede Stadt ist eine permanent rumwabernde Dunstsuppe, kein Atemzug ist mehr möglich ohne Duftstoffe aufzunehmen. Die WICHTIGSTE Säule der MCS „Behandlung“ ist die 100%ige Vermeidung von Giftstoffen, aber Konsumenten rauben uns jede Chance dazu. 🙁

    Sprechen wir öffentlich dieses Thema an, erfolgt bestenfalls Ignoranz, aber meist eher Shitstorm und Mobbing. Parfümierte schließen sich zusammen und schießen auf den armen Menschen los, der ausschließlich wegen menschlichem Konsumfehlverhalten krank ist. Man sagte mir schon „ich solle an Parfümwolken verrecken, was grausam ist, vor allem weil mein Leben ein einziges Verrecken wegen Duftstoffen darstellt. Man schrieb mir auf Facebook, dass man jetzt extra viel Parfüm nehmen werde, weil man jetzt weiß wie stark Menschen wie ich leiden.

    Wenn Utopia und sämtliche Naturkosmetikfirmen den Einsatz von ätherischen Ölen verbreiten, sogar lobpreisen und als wunderbar bezeichnen, dann ist das für MCS Kranke die größte Behindertendiskriminierung überhaupt, denn wir erleiden durch fremde Menschen etwa 45 schwerste chronische Symptome und sterben ab einem gewissen Schweregrad permanent vor uns hin, weil sie sich weigern auf duftfrei umzustellen. Jeder der parfümierte Produkte kauft und verwendet, auch zuhause, der verursacht MCS, JEDER! Leider kann man das nicht schön reden, es ist grausam. Ätherische Öle sind stark konzentriert, neurotoxisch und lebertoxisch, sie verursachen MCS, Asthma und Allergien.

  3. Macht das für Dich einen Unterschied, ob es synthetische Öle sind oder natürliche ätherische Öle?
    Parfümwolken finde ich auch grausam.
    Da geht man in den Bergen wandert und freut sich über die reine Luft.
    Dann kommt eine Wandergruppe und ausnahmslos alle (Frauen und Männer) haben sich parfümiert, vermutlich aus Angst vor Schweißgeruch….
    Natürliche ätherische Öle rieche ich gerne, aber ich kann verstehen, daß es bei Überempfindlichkeit nervt.

  4. Hallo,

    habe erst jetzt die Frage gelesen, entschuldige. Nein, es macht keinen Unterschied wie ein ätherisches Öl hergestellt wird, es bleiben stark konzentrierte Mittel und man darf sie weder bei Kindern, noch bei Asthmatikern, MCS Kranken oder Schwangeren anwenden, weil sie auf das Kind übergehen und wie in meinem Fall eine MCS bereits im Mutterleib auslösen können. Ich habe MCS nicht durch die Duftöle, sondern aufgrund der gesamten Lebensbedingungen meiner Mutter und dem Wehenhemmer. Es ist aber bei MCS extrem grausam, dass auch wenn wir selber alle Auslöser meiden, wir durch die Bevölkerung insgesamt schwerste Symptome durchleiden und keinen Lebensraum mehr finden. Weil andere parfümiert in 50 m von uns entfernt laufen, bekommen wir Erkrankte Symptome. Weil andere in ihren Wohnungen parfümierte Produkte verwenden, zieht es aus deren in unsere Wohnungen und somit wird unsere letzte Zuflucht unbewohnbar-》was ein immenses Problem darstellt, denn es gibt keinen vor Parfümierten und Rauchern geschützten Ort, wo wir hinziehen können, wir können auch nicht aufs Land wegen Pestiziden oder an die Küste ziehen, die Parfümierten und Raucher sind überall, zumal müssen unsere Partner ja auch irgendwo arbeiten und uns versorgen, der Staat tut das nämlich nicht.

    Es ist also wichtig für Menschen mit MCS, dass in Artikeln- wie diesem von Utopia- mal darauf hingewiesen wird, dass wenn schon die grandiose Idee zum Umstieg auf natürliche Reiniger etc. angeprisen wird, der Satz mit den zuzufügenden Duftölen weggelassen wird. Jede Aufforderung und jeder Hinweis zur Beduftung, trifft irgendwo in eurer Nachbarschaft, auf einen oder mehrere MCS Kranken mit schwersten Krankheitssymptomen, nur durch eure Beduftung von Kopf bis Fuß, bis Haushalt.

    Es tut weh, wenn sämtliche Plattformen wie auch Utopia, den grenzenlosen Einsatz von Duftstoffen in Naturkosmetik usw promoten, von angenehmen Düften schwärmen, während es von MCS Betroffenen die Lebensgefahr Nr.1 darstellt und wegen Hilflosigkeit ein häufiger Suizidgrund ist, wie man an der RIP Website über MCS Kranke lesen kann. Wer will, der kann mich danach fragen. Leider interessiert es aber fast niemanden, MCS fällt unter den Tisch und wir bleiben im Parfümnebel zurück.

  5. Hallöchen Nidi, ich les durch dich des erste ma was von MCS und bin allein von dem was du schreibst (und des is recht unspezifisch) entsetzt. Möchte mehr erfahren, dir mehr Raum/Gehör geben und im besten Fall den ich grad sehe mit meinem „“Wissenstand““ dir bzw. MCS öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. …von einer Änderung meines Konsumverhaltens ma abgesehen… Fühl Dich unparfümiert gedrückt von mir.

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