Haare färben: Natürliche Haarfarbe mit Henna, Kamille & Co.

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Haare färben ohne Zusätze, Chemie und Tierversuche: Natürliche Färbemittel wie Henna oder Hausmittel wie Kamille schonen nicht nur Kopfhaut und Haare.

Die Chemie in industriellen Haarfärbemittel bricht die Haarstruktur auf, damit die Farbe in das Haar eindringen kann. Wer jahrelang färbt, hat deshalb oft kaputte Haare und eine gereizte Kopfhaut. Hinzu kommt, dass die Wirkstoffe von herkömmlichen Mitteln großer Unternehmen nicht selten an Tieren getestet werden.

Wer bei seiner gekauften Haarefarbe sicher gehen möchte, dass diese ohne Tierversuche auskommt, achtet darauf, dass die Farbe vegan ist, dem BDHI-Standard entspricht oder Zertifizierungen wie NaTrue oder „cruelty free“ von Peta trägt. Noch besser: Natürliche Haarfärbemittel wie Henna, Schwarztee oder Kamille – die schaden weder der Gesundheit noch unserer Umwelt.

Haare mit Henna färben

Henna ist in der arabischen Welt schon seit dem Altertum als Färbemittel bekannt. Es wird aus den getrockneten und pulverisierten Blättern des Hennastrauchs gewonnen. Im Gegensatz zu chemischen Haarfarben legt sich Henna wie ein Film um die Haare, statt in die Haarstruktur einzudringen – und nicht nur das: Henna pflegt und lässt die Haare voller und glänzender wirken.

Das Färben mit Henna ist allerdings nicht ganz einfach. Das Farbergebnis hängt von der Menge des Hennas, der natürlichen Haarfarbe und der Haarstruktur ab. Deshalb ist es besser, es zuerst einmal nur mit einer Strähne zu probieren. Bei Henna gilt: Je länger die Einwirkzeit, umso intensiver die Farbe. Und wichtig: Unbedingt Handschuhe tragen! Wahlweise wird das Pulver mit heißem Wasser oder Milch angegossen und zu einem zähen Brei verrührt. Viele Rezepte empfehlen Eigelb, Olivenöl oder andere besondere Zutaten wie Rosenwasser.

Mit Henna lassen sich die Haare sowohl rot als auch dunkler färben. Es kommt darauf an, welches Henna Pulver du benutzt: Mit rotem Pulver werden mittelblonde oder hellbraune Haare hell rötlich, dunkelbraunes oder schwarzes Haar bekommt nur einen rötlichen Schimmer. Mit schwarzem Henna Pulver verdunkelt sich mittelblondes und hellbraunes Haar stark, dunkelbraunes und schwarzes wird kräftig schwarz mit leicht bläulichen Farbreflexen.

Pflanzenhaarfarben mit Henna

Wem das Färben mit reinem Henna Pulver zu riskant ist, der entscheidet sich für pflanzliche Haarfarben mit Henna, wie es sie zum Beispiel von Sante oder Khadi gibt. Dafür einfach die erforderliche Menge Pulver (nach Packungsangabe) mit warmem Wasser oder Schwarztee – dieser sorgt für eine bessere Haltbarkeit der Farbe – zu einer Paste verrühren.

Wichtig ist es, vor dem Färben keine Haarprodukte mit Silikonen zu verwenden, denn diese verhindern, dass dein Haar die Farbe aufnimmt. Auch bei Pflanzenhaarfarben gilt: Der neue Farbton wird von der natürlichen, ursprünglichen Haarfarbe mitbestimmt.

Aufhellen mit Kamille, Zitrone & Co

Wer ohne Chemie auskommen will, darf vor allem beim Aufhellen keine Wunder erwarten. Haare können auf natürliche Weise nicht heller gefärbt werden, es ist lediglich möglich sie etwas aufzuhellen. Bekannte Hausmittel hierfür sind: Kamillentee, frischer Zitronensaft, Honig, Zimt oder selbst gemachtes Salzwasser.

Für jedes dieser Hausmittel finden sich zahlreiche Rezepte. Hier ein Beispiel: Sechs Teebeutel Kamillentee in einem Liter Wasser aufkochen. Die Haare mit dem kalten Tee durchspülen. Einige Zeit, am besten über Nacht, einwirken lassen. Danach den Sud ausspülen und die Haare wie gewohnt waschen. Da es sich um natürliche Zutaten handelt, kannst du den Vorgang auch mehrere Male wiederholen – schaden wird es deinen Haaren nicht!

Dunkler färben mit Walnuss, Kastanie und Schwarztee

Wer seine Mähne etwas dunkler haben möchte oder nur wegen einem helleren Ansatz nicht ständig chemisch nachfärben möchte, der ist mit schwarzem Tee, Walnuss-Schalen und Kastanienblättern richtig beraten. Es gilt immer: Die Haare sollten gewaschen und bei der Anwendung noch feucht sein.

Das Rezept für Schwarztee lautet: Vier Beutel in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen, bis der Tee nur noch lauwarm ist. Dann den Schwarztee über das noch feuchte Haar gießen oder mithilfe einer Sprühflasche verteilen. Mit einem Handtuch um die Schultern etwa eine Stunde einwirken lassen und währenddessen immer wieder mit dem Tee besprühen. Danach die Haare auswaschen, bis keine Farbe mehr herauskommt.

Das Färben mit Walnuss-Schalen geht so: Walnuss-Schalen erst in einer Kaffeemühle mahlen, bis du acht Esslöffel des Pulvers hast. Diese mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgießen und zu einem Brei verrühren. Nun noch einen Esslöffel Olivenöl und einen Teelöffel frischen Zitronensaft dazugeben. Ab damit auf den Kopf und bis zu zwei Stunden einwirken lassen.

Kastanienblätter sollten dagegen erst einmal zwei Tage lang in destilliertem Wasser eingeweicht werden. Den Sud danach in einem Topf aufkochen, erkalten lassen und wahlweise Rosenwasser hinzugeben.

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(8) Kommentare

  1. Ich habe meine Haare ein ganzes Stück heller bekommen, durch das Färben mit einer Mischung aus Kamille, Zitrone und Rhababerwurzelpulver (bekommt man in der Apotheke). Hat wunderbar funktioniert.

  2. Hallo Petra, hallo Sy die Haare waren in den ersten 2-3 Tagen trockener als sonst, aber nach der nächsten Wäsche wurde es besser. Wenn du weitere Pflegemittel verwendest müsste es auch schneller gehen 🙂
    Ich hab vor Jahren diese Anleitung irgendwo im Internet gefunden und der bin ich gefolgt, nur hab ich die Haare einfach nur in einem alten Handtuch eingewickelt und danach das ganze mit einem Kamillesud ausgespült.

    „Rhabarberwurzelpulver (gibts in der Apotheke zu kaufen) macht einen schönen goldblondton, aber wenn deine Haare mittelbraun sind, würde ich Rhabarberwurzel mit (schön starker) Kamillenteelösung drauf machen. Also erst mal eine große Tasse Wasser mit 5 Beuteln Kamillentee aufkochen und über Nacht ziehen lassen und mit diesem Sud dann das Rhabarberwurzelpulver am nächsten Tag glatt rühren. Also 3-5 Esslöffel Rhabarberwurzelpulver (je nach Haarlänge) mit dem Saft einer halben Zitrone und 2-3 Esslöffeln Pflanzenöl, sowie der Hälfte des wieder zum kochen gebrachten Kamillenabsuds glatt rühren, zum abkühlen etwas stehen lassen, ggf. nochmal etwas Sud zufügen, wenn es nicht streichfähig ist und 1 halbe Stunde unter Alufolie und Frotteehandtuch einwirken lassen. Danach normal mit Shampoo und Spülung waschen.“

  3. Meine Frau hat durch haarefaerben nun schon zum dritten mal einen Allergie Schock. Was kann sie tun um ihre Haare ohne Probleme zu faerbemittel

  4. Habe ihr Rezept gelesen Haare färben mit Walnussschalen .Wenn ich mahlen dann geh och die Mühle kaputt, da die Schale doch hart ist.Oder lese ich da was falsches.Bitte um Antwort danke

  5. Vielleicht sind ja nicht die braunen Schalen gemeint, die unmittelbar um die Nuss drumherum sind, sondern die grünen Schalen, wenn die Walnuss frisch vom Baum kommt?

  6. Da sind die grünen bzw. braunen Außenhüllen gemeint.
    Ja pfuiteufel…das ist wirklich ein sehr penetranter Farbstoff…aber OK, schlimmer als Kunstfarbe sicher auch nicht.
    Auf jedenfall nur mit Handschuhen anwenden.
    Wer jemals Walnüsse ohne Handschuhe geerntet hat, weiß wovon ich rede.

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