Graue Haare: 3 Gründe, warum du sie nicht färben solltest

Graue Haare
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Graue Haare? Keine Panik! Du bist voll im Trend der neuen selbstbewussten Grauhaarigen. Du brauchst die grauen Haare nicht mit schädlichen Haarfarben verstecken. Hier sind 3 Gründe, warum du deine grauen Haare stolz zeigen solltest.

1. Graue Haare gehören zu dir – mach sie zu deinem Typ

Wer die ersten grauen Haare im Spiegel entdeckt, für den ist das erst einmal ein Schock. Viele haben Gedanken wie „das ist doch viel zu früh“ oder „so alt bin ich doch gar nicht“. Die grauen Strähnen passen plötzlich nicht mehr zu dem Selbstbild, das wir von uns haben. Dieses Bild ist, so wie jede andere Wahrnehmung auch, aber subjektiv. Es setzt sich aus den vielen Informationen zusammen, die wir von unseren Mitmenschen über uns erhalten.

Mit ihrem Film „Embrace – Du bist schön“ macht uns Taryn Brumfitt auf sehr eindringliche Weise klar, dass die Schönheit erst in unseren Köpfen entsteht: Nur wenn wir uns selbst schön finden, kommt diese  Ausstrahlung auch bei unseren Mitmenschen wiederum als Schönheit an.

Gerade Frauen lernen von klein auf, anderen zu gefallen und den aktuellen Schönheitsidealen nachzujagen. Das Tückische daran ist, dass es das eine Schönheitsideal nicht gibt. Es ändert sich fortlaufend mit der Mode – einmal sind Blondinen gefragt, dann wieder brünette Typen.

Besser, als ein Ideal zu imitieren:

  1. Nimm dich an,
  2. sei authentisch,
  3. finde deinen Typ,
  4. unterstreiche ihn.

Dazu gehören mit der Zeit auch die grauen Haare. Der Trick für schöne Haare ist gute Haarpflege – dann bist du auch mit grauen Haaren attraktiv.

2. Graue Haare sind der neue Trend

Einige bekommen früher graue Haare, andere später.
Einige bekommen früher graue Haare, andere später.
(Foto: Colourbox.de / #257659 )

Graue Haare bekommt jede:r, die einen früher und die anderen später. Das hängt hauptsächlich von den Genen ab. Durch Unfall, Krankheit oder starke seelische Belastung können graue Haare aber auch früher und sehr plötzlich kommen.

Graue Haare sind eigentlich eine Täuschung, denn entweder hat ein Haar Farbpigmente oder nicht. Durch die Vermischung von weißen und pigmentierten Haaren erscheinen die Strähnen grau. Bei dunklem Haare gibt es meist die „silbernen“ Strähnen, bei blonden oder rötlichem Haar verblasst die Haarfarbe zunehmend.

Während für Männer in der Werbeindustrie schon lange klar ist, dass graue Haare als attraktiv gelten, wird das jetzt auch für Frauen entdeckt:

  • Die Werbung setzt zunehmend auf ältere Models, die selbstbewusst zu ihren Falten und grauen Haaren stehen. Attraktive grauhaarige Models präsentieren jetzt alles von Kosmetik, Sportmode bis zur Haute Couture. Das entspricht dem aufkommenden Selbstverständnis der neuen „alten“ Generation. Dieses Selbstverständnis der wachsenden Zielgruppe soll sich auch in der Werbung ausdrücken. Heute möchten Frauen auch im Alter noch modisch sein und entsprechend wahrgenommen werden.
  • Den Trend setzten Model-Ikonen wie Lauren Hutton oder Carmen Dell’Orefice, die noch im Alter von über 70 Jahren in Werbekampagnen zu sehen sind oder auch auf dem Laufsteg für Fashionshows laufen. Diese Frauen setzen auf ihre natürliche Ausstrahlung, die eben nicht einem allgemeinen jungen Schönheitsideal entspricht, sondern ihrem eigenen Typ.

Der Trend geht zu mehr Selbstbewusstsein, bei dem Frauen es nicht nötig haben, vermeintliche Unzulänglichkeiten wie graue Haare zu verstecken. Schön ist eine selbstbewusste Frau, die keine Scheu hat, sich in ihrer Natürlichkeit zu zeigen.

https://utopia.de/ratgeber/body-positivity-5-schritte-zu-mehr-selbstliebe/

3. Gesunde graue Haare vs. kaputte gefärbte Haare

Konventionelle Haarfarben beinhalten viele Chemikalien.
Konventionelle Haarfarben beinhalten viele Chemikalien.
(Foto: CC0/pixabay/Matlachu)

Ganz gleich, warum du Haare färben möchtest – klassische Haarfarben und Haartönungen beinhalten eine Vielzahl an Chemikalien, die schädlich sein können.

  • Allen voran die chemischen Farbvorstufen wie Para-Phenylendiamin (PPD) oder 2,5-Toluylendiamin (PTD).  Das PPD ist eine sehr aggressive chemische Verbindung, die in Kosmetika verboten ist. Nur bei Haarfarbe gibt es eine Ausnahmeregelung. Doch dieser Stoff kann zu Kontaktallergien und Ekzemen führen. Nach einer Kontaktallergie ist der Körper sensibilisiert und kann schon bei den kleinsten Rückständen wieder allergisch reagieren, etwa bei Spuren von PPD in dunklen Kleidungsstücken. Wissenschaftler:innen vermuten auch eine Kreuzsensibiliserung unter beiden Stoffen: Wenn du auf PPD allergisch regierst, dann wirst du auch auf Rückstände von PTD regieren.
  • Resorcin oder Resorcinol ist ebenfalls eine in Haarfarben häufig enthaltene Farbvorstufe. Auf Resorcin kann die Haut stark allergisch reagieren. In Tests führt Resorcin zu Zellveränderungen und steht im Verdacht, Krebs zu begünstigen.
  • Wissenschaftliche Studien in den USA brachten Haarfarbe mit einem höheren Risiko für Blasenkrebs in Verbindung.
  • Weichmacher (PEG oder PEG-Derivate) weichen die Haarstruktur auf, damit diese die Farbpigmente besser aufnehmen kann. Die umstrittenen Weichmacher kommen notgedrungen auch mit der Kopfhaut in Kontakt. Auf diesem Wege gelangen sie tiefer in die Kopfhaut und können dort Allergien oder Hautschäden hervorrufen. Besonders kritisch bewertete Öko-Test die Verwendung in Haarfarbe oder Tönung, weil diese durch die Einwirkzeit länger Hautkontakt haben.
  • Ammoniak ist für den beißenden Geruch der Haarfarbe verantwortlich. Es ist stark alkalisch und quillt Haar und Kopfhaut auf. Dadurch ist es ein Wegbereiter für die anderen allergieauslösenden Stoffe.
  • Synthetische Duftstoffe sollen den Ammoniakgeruch überdecken. Doch auch diese synthetischen Duftstoffe dringen bei einer Färbung tiefer in die Haut ein und können dort Allergien auslösen.
  • Ammoniak und Wasserstoffperoxid sind der Grund, warum gefärbtes Haar mit der Zeit stumpf und ungesund aussieht. Sie greifen die Haarstruktur bis zu den Haarpapillen in der Haut an. Ist die Haarpapille geschädigt, erhält das Haar nicht mehr ausreichend Nährstoffe, so dass die Haare verkümmern und schließlich ausfallen.

Gute Pflege ist der Schlüssel zu Schönheit

Gute Haarpflege kann graue Haare hinauszögern
Gute Haarpflege kann graue Haare hinauszögern
(Foto: CC0 / Pixabay / jackmac34)

Drei Pflegetipps:

  1. Graue Haare wirken gepflegt, wenn sie gesund glänzen. Verwende deshalb nur natürliche Shampoos ohne Silikone. Denn Silikone legen sich um das Haar und lassen es mit der Zeit stumpf aussehen.
  2. Warum weiße Haare manchmal gelblich werden, ist noch nicht ganz geklärt. Auf jeden Fall hilft eine Silberspülung gegen den Gelbstich. Verwende die Silberspülung sehr sparsam und nur verdünnt, ansonsten sehen die Haare unnatürlich violett aus.
  3. Egal, ob du dich für einen Kurzhaarschnitt oder längere Haare entscheidest, der Schnitt sollte immer akkurat sein. Lass dir alle vier bis sechs Wochen die Haare nachschneiden, das verhindert auch Spliss. Oder du schneidest deine Haare selber.

Durch die grauen Haare kann sich dein ganzer Typ verändern: Farben, die du vorher (nicht) getragen hast, können jetzt ganz anders wirken. Wenn du willst, kannst du mit etwas natürlichem Make-up Frische und Lebendigkeit ins Gesicht bringen.

Wenn dir die grauen Haare doch zu früh kommen, kannst du auch mit Pflanzenfarbe auf Henna-Basis die Haare natürlich färben.

Kaufen**: Empfehlenswerte Naturhaarfarben, Bio-Haarfarben und Pflanzenhaarfarben findest du in Drogeriemärkten sowie online, unter anderem bei BioNaturel, Ecco Verde, PureNature oder Ebay.

Für Menschen mit blondem Haar gibt es hier eine schlechte und eine gute Nachricht:

  • Weiße Haare lassen sich mit natürlichen Pflanzenfarben nicht mehr blond färben.
  • Blondes Haar verliert meistens sehr langsam und allmählich die Farbe. Die grauen Strähnen sind dabei nicht ganz so auffällig.

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