Obst- und Gemüsebeutel selber nähen

Foto: © Utopia / Dennis Niedworok

Im Supermarkt liegen kleine Plastiktüten für Obst- und Gemüse bereit, das ist praktisch aber nicht umweltfreundlich. Besser ist es, einen wiederverwendbaren Beutel zu nutzen und darin Tomaten, Champignons oder Nüsse abzufüllen. Diese Beutel musst du nicht kaufen, sondern kannst sie ganz einfach selber machen.

Sicherlich bist du schon über die nützlichen kleinen Beutel gestolpert, welche Plastiktüten für Obst und Gemüse im Supermarkt überflüssig machen: Aus dünnem Material, klein, faltbar und waschbar sind sie eine tolle und vor allem nachhaltige Alternative zu den Plastiktütchen aus dem Supermarkt.

Solche wiederverwendbaren Beutel brauchst du nicht zu kaufen, hier erfährst du, wie du sie ganz einfach selbst nähen kannst: Aus Materialien, die du bestimmt schon zuhause hast! Ob mit oder ohne Nähmaschine – dein Beutel ist im Handumdrehen fertig. Näh doch gleich mehrere Obst- und Gemüsebeutel, entweder für den eigenen Großeinkauf oder zum Verschenken: Gemeinsam Verpackungsmüll vermeiden macht noch mehr Spaß.

Obstbeutel selber nähen: die Materialien

Alles, was du brauchst, ist in den meisten Haushalten schon vorhanden:

  • ein dickes Zugband, etwa 60 cm lang (z. B. ein ausgedienter Schnürsenkel, eine Kordel aus einem alten Kapuzenpullover, o. ä.)
  • möglichst durchscheinenden und leichten Stoff, ausreichend für ein Rechteck im Format A3 (Ich hatte zu Hause noch den Rest eines Moskitonetzes – möglich ist natürlich alles, was gefällt oder vorrätig ist. Ein altes Baumwolltuch, ein altes T-Shirt … Bedenke jedoch, dass der Stoff nicht so viel wiegen sollte, damit du an der Kasse wirklich nur dein Obst beziehungsweise Gemüse zahlen musst.)
  • wenn vorhanden: einen Kordelstopper (meinen habe ich, wie das Zugband auch, von einem alten Kapuzenpullover)
  • eine Schere, Garn, Stecknadeln, eine große Sicherheitsnadel (etwa 2 cm lang)
  • Nadel bzw. Nähmaschine
Obst- und Gemüsebeutel selber nähen: die Materialien
Für die Beutel brauchst du nicht einmal eine Nähmaschine. (Foto: © Utopia / Dennis Niedworok)

Ich habe mich in der Auswahl der Maße an den Plastiktüten aus dem Supermarkt orientiert, weil ich dieses Format sehr praktisch finde. Natürlich kannst du selbst entscheiden, wie groß dein Beutel werden soll. Je nach Vorliebe und auch wie viel Stoff dir zur Verfügung steht, kannst du alles dementsprechend anpassen. Du kannst auch unterschiedliche Größen nähen: einen kleinen für Beeren, Nüsse und Saaten, einen großen für Äpfel oder Kartoffeln. Hier sind dir keine Grenzen gesetzt.

Gemüsebeutel selber nähen: Anleitung

Nimm dein Stück Stoff und schneide es auf auf ein Rechteck im Format A3 zu. Jetzt wird der Tunnelzug für die Kordel genäht. Hierfür schlägst du die obere lange Kante nach innen um, die doppelte Stofflage sollte in etwa 3 cm breit sein. Stecke die Falte gründlich mit den Stecknadeln ab und nähe sie per Hand oder mit dem Geradstich der Nähmaschine fest.

In wenigen Schritten nähst du Obst- und Gemüsebeutel selbst, Hand näht
Alles fixiert? Dann kann es losgehen. (Foto: © Utopia / Dennis Niedworok)

Klappe nun das Rechteck „rechts auf rechts“ zusammen. Die Seite, auf der du eben genäht hast, soll außen liegen, der Tunnelzug oben. Du nähst nun ein „L“, beginnend direkt unter dem Tunnelzug, herunter, um die Kurve, bis zur äußeren gefalteten Kante. Bitte denke daran, die Naht am Anfang und am Ende gut zu verriegeln, damit sie nicht wieder aufgeht. Dein Beutel ist jetzt fast fertig: Wende ihn nur noch und ziehe mit Hilfe der Sicherheitsnadel die Kordel ein.

Zwei Verschlussvarianten

Wie du bei der Aufstellung der Materialien bereits erkennen konntest, beschreibe ich hier zwei Verschlussvarianten:

Schleife: Am einfachsten ist die Variante mit der Schleife, da du hierfür ausschließlich eine Kordel benötigst. Ziehe die Kordel ein und befestige sie mit zwei Stichen etwa mittig im Tunnel, damit sie dir nicht heraus rutscht.

Kordelstopper: Ich hatte zu Hause noch einen Kordelstopper liegen, welcher von einem alten Kapuzenpullover übrig geblieben ist. Vielleicht hast du ja auch einen, dann kannst du diesen in deinem Beutel verbasteln. Fädle die Enden der eingezogenen Kordel hierzu durch den Kordelstopper und verknote sie vor dem Stopper, damit sie nicht wieder herausrutschen können. Der Beutel lässt sich nun ganz leicht öffnen und schließen.

Du siehst: Dieser Beutel ist wirklich sehr schnell selbst gemacht. Ohne viel Zeit- und Materialeinsatz kannst du dir ein Produkt nähen, welches sich in deinem Alltag bewähren wird und dir vor allem hilft, einen Teil des täglichen Verpackungsmülls zu vermeiden. Sei ruhig mutig in der Auswahl der Materialien, ebenso wie in der Auswahl der Maße und fertige dir so deinen perfekten Einkaufsbegleiter!

Obst- und Gemüsebeutel selber nähen: der fertige Beutel mit Kordelzug und Obst
Immer wieder verwenden, statt wegschmeißen: der DIY Obst- und Gemüsebeutel (Foto: © Utopia / Dennis Niedworok)

Text und Anleitung: Nina Krake vom Kindermode-Label For Schur

Weiterlesen auf Utopia.de: Zero Waste Obst- und Gemüsebeutel selber nähen

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(9) Kommentare

  1. Die dünnen Plastikbeutel für Obst und Gemüse eignen sich sehr gut für den täglichen Restmüll. Ich verstärke sie mit vorhandenen Papiertüten o.ä., damit sie auf dem Weg zum Müllcontainer nicht undicht werden oder platzen.Sie werden also weiterverwertet und ich muss keine gekauften, also neue, Müllbeutel verwenden.
    (Für den Plastikbeutel für Restmüll weiß ich jedenfalls keine Alternative.)

  2. Das mache ich auch, ich habe damit angefangen weniger verpackte Sachen zu kaufen. Somit verringert sich der Restmüll immer mehr. Mein Ziel ist den Restmüll auf ein Minimum zu reduzieren, dann sind diese Plastikbeutel nicht mehr notwendig. Ich bin auch schon auf Stoffbeutel umgestiegen.

  3. Moskitonetz? Was da an toxischen Kunststoff-Additiven und sonstiger Müll drin sein kann, daran mag ich garnicht denken.

    Also: Lebensmittelecht sollte das textile Material schon sein. Ungefärbte Baumwolle oder Leinen aus Öko-Anbau ist Pflicht.

    Ungefärbt ist auch wichig,. In einem „Die Zeit“-Artikel las ich sinngemäß: „Von 1600 kommerziellen Farben sind nur 16 unbedenklich. Die übrigen: toxisch, fruchtschädigend, krebserregend, biologisch nicht abbaubar. Oder aber ihre Giftigkeit ist ungewiss.“ Und zum Thema „unbedenklich“ möchte ich hinzufügen: Nur so lange, bis es widerlegt ist.

  4. Na klar – immer drauf mit der großen Keule! Von wegen „Ungefärbte Baumwolle oder Leinen aus Öko-Anbau ist Pflicht.“ Genau durch solche 100%-Krakeeler werden anderen bereits die ersten Schritte verleidet.

    Ich würde echt gern wissen, auf welchem ökologisch unbedenklichen Bio-PC Du diesen Blogbeitrag geschrieben und was Du selber an Leichen im Keller hast …

  5. Sehr coole Idee und eine tolle Anleitung zum selber ausprobieren. Es ist sehr gut für die Umwelt, dass man nun sogar seine eigenen Beutel machen kann und nicht die Plastikbeutel aus dem Supermarkt verwenden muss.

  6. … und zu der Idee mit den Moskitonetz-Beuteln: Das gefällt mir super!

    Ich hatte mich mal vertan und weißes anstelle von anthrazitfarbenem gekauft. Zurückbringen ging nicht, da ich es von unterwegs mitgebracht hatte. Nun kann ich den Ladenhüter endlich einer nützlichen Verwendung zuführen. Danke.

  7. Man kann das Meiste auch ohne Beutel wiegen, sofern Waage noch vorhanden und dann erst in einen mitgebrachten Beutel geben und den Wiegeaufkleber gemeinsam mit den anderen auf dem Beutel befestigen.
    Als Beutel bevorzuge ich ein Baumwollnetz, das leicht und schnell selbst gehäkelt ist oder natürlich auch käuflich zu erwerben ist.

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