Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Die 7 wichtigsten allergenen Lebensmittel

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Unwohlsein, Bauchkrämpfe oder Ausschlag nach dem Essen? Die Ursache können Lebensmittelunverträglichkeiten sein. Die Seite foodnav.de hat die wichtigsten Unverträglichkeiten für uns zusammengefasst und gibt hilfreiche Tipps. 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursachen unterschiedliche Beschwerden, die jedoch am häufigsten den Magen-Darm-Trakt betreffen. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe und Blähungen. Aber auch Schwellungen im Mund- und Rachenbereich, Hautausschlag, Juckreiz, Atemwegsprobleme und Depressionen können die Folge sein. In Extremfällen kann dies bis hin zu einem lebensbedrohlichen, anaphylaktischen Schock reichen.

Für die ärztliche Diagnose stehen verschiedene Tests (z. B. ein Pricktest, Atemtest, Stuhlprobe oder eine Blutuntersuchung) zur Verfügung. Außerdem ist es sehr hilfreich, ein detailliertes Ernährungstagebuch zu führen, welches auch die auftretenden Beschwerden erfasst. Unabhängig davon, um welche Lebensmittelintoleranz, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie es sich handelt, ist eine konsequente Vermeidung der allergenen Lebensmittel erforderlich.

Die häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten

1. Fructoseintoleranz / –malabsorption /unverträglichkeit

Intestinale Fructoseintoleranz
Durch ein eingeschränktes oder defektes Transportsystem im Dünndarm wird die Fructose (Fruchtzucker) nicht ausreichend aufgenommen.

Mögliche Symptome:
Die Symptome treten meist innerhalb von 24 (bis selten 48) Stunden nach dem Verzehr auf: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Völlegefühl

Was ich tun kann:
Meide Fructose und Saccharose (normaler Haushaltszucker), teste deine eigene Fructosegrenze aus. Fenchel-Kümmel-Anistee und eine Wärmflasche auf dem Bauch helfen gegen die Blähungen und Bauchschmerzen. Nach ärztlicher Absprache kann die Einnahme von Enzym Xylose-Isomerase (auch Glucose-Isomerase) helfen.

Hereditäre Fructoseintoleranz
Sehr seltene Erkrankung: Ein angeborener Enzym-Mangel, bei dem die Fructoseaufnahme im Darm funktioniert, aber der Abbau in der Leber gestört ist. Tritt bei Neugeborenen auf, sobald Milch durch Fruchtsäfte, Gemüse- und Früchtebrei (enthalten Fructose, Sorbit oder Haushaltszucker) ergänzt wird.

Mögliche Symptome:
Zu den Symptomen zählen Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Schweißausbrüche, Unterzuckerung, Krämpfe, Benommenheit bis zum Bewusstseinsverlust und Schock.

Was ich tun kann:
Die Aufnahme von Fructose muss sofort gestoppt und das Kind zur Untersuchung zum Arzt gebracht werden. Fructose- und saccharosehaltige Nahrungsmittel sollten strikt gemieden werden.

2. Glutenintoleranz / Zöliakie

Die Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Umwelteinflüssen wird für die Unverträglichkeit der Klebereiweiße verschiedener Getreidesorten – dem Gluten – vermutet.

Mögliche Symptome:
Chronischer Durchfall (Fettstuhl, klebriger Stuhl), Muskel- und Gelenkschmerzen, Blähungen, Vitamin- und Mineralsalzmangel, Blutarmut, Müdigkeit, Leistungsminderung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Juckreiz, Hautrötungen und Hautausschlag können Symptome der Zöliakie sein.

Was ich tun kann:
Strikter Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel.

Seitan – den Fleischersatz aus Weizen – sollten Menschen mit Zölliakie meiden.
Seitan – den Fleischersatz aus Weizen – sollten Menschen mit Zöliakie meiden. (Foto „homemade seitan“ von Stacy Spensley unter CC BY 2.0)

3. Histaminintoleranz

Ein Enzym-Mangel oder die eingeschränkte Funktionsweise von Enzymen führt zu einem Überangebot an Histamin.

Mögliche Symptome:
Die Symptome treten meist wenige Stunden nach einer histaminreichen Mahlzeit auf: plötzliche Hautrötungen im Gesicht/am Hals, Hautausschlag, Quaddeln, Schwellungen, Juckreiz, verstopfte oder laufende Nase, Übelkeit, Magen-Darm-Probleme, Durchfall, Schwindel, Kopfschmerzen (auch Migräne), Kreislaufprobleme und Herzrasen.

Was ich tun kann:
Iss möglichst frische Lebensmittel, da längere Lagerzeiten den Histamingehalt erhöhen. Verzichte auf lange gelagerte oder verarbeitete Nahrungsmittel – wie lang gereiften Hartkäse, Rohwurst (wie Salami), Fischerzeugnisse, Alkohol, Energydrinks, Kaffee, schwarzer und grüner Tee, fermentierte Getränke, fermentierte Sojaprodukte, Sojasauce, Hefeextrakte, Schokolade, Nüsse, Tomaten, Erdbeeren, Papaya, Zitrusfrüchte und Sauerkraut.

Alternativen zu histaminhaltigen Lebensmitteln:
Frisch-, Butter- und Hüttenkäse, Kochschinken, fangfrischer Weißfisch und andere Obstsorten, Vitamin C und B6 sollen sich positiv auf den Histaminabbau auswirken – sind jedoch genauso wie das Medikament Antihistamin nur mit ärztlichem Rat sinnvoll.

4. Laktoseintoleranz

Dem Körper fehlt das Enzym Laktase, deshalb kann Milchzucker (Laktose) nicht aufgespalten werden.

Mögliche Symptome:
Blähungen, Blähbauch, Bauchschmerzen, Übelkeit, wässrige Durchfälle und kalter Schweiß zählen zu den Symptomen der Laktoseintoleranz.

Was ich tun kann:
Iss laktosefreie Produkte – achte auch auf Laktose in Brot, Wurst und Fertiggerichten. Lactase-Tabletten (aus der Apotheke) können eine Alternative auf Reisen sein, wenn ein Verzicht auf Laktose nicht möglich ist.

5. Saccharoseintoleranz / Saccharase-Isomaltase-Mangel / Saccharose-Isomaltose-Malabsorption

Ein inaktives Enzym führt dazu, dass normaler Haushaltszucker (Saccharose) und Maltose (Malzzucker) schlecht bis gar nicht aufgenommen werden können

Mögliche Symptome:
Die Symptome können Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemwegserkrankungen sein.

Was kann ich tun:
Meide Haushaltszucker dazu zählen auch Kandiszucker, Puderzucker, Rohrzucker, Zuckerrübensirup und brauner Zucker.

Alternativen zum Haushaltzucker:
Statt Haushaltszucker kannst du Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) oder Milchzucker (Laktose) verwenden.

Saccharoseintoleranz kann zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemwegserkrankungen führen.
Saccharoseintoleranz kann beim Verzehr von Zucker zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemwegserkrankungen führen. (Foto: Colourbox.de)

6. Sorbitintoleranz / Sorbitunverträglichkeit

Durch ein eingeschränktes oder defektes Transportsystem im Dünndarm wird der Zuckeraustauschstoff Sorbit nicht ausreichend abtransportiert.

Mögliche Symptome:
Die Symptome der Sorbitintoleranz/-unverträglichkeit treten meist schon ein bis drei Stunden nach dem Verzehr auf: Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Magen-/Darmbeschwerden, (schaumiger) Durchfall, Fettstuhl, Verdauungsbeschwerden, Dauergähnen, Depressionen, Migräne und Müdigkeit.

Was ich tun kann:
Verzichte auf Sorbit E420 (E432, E433, E434, E435, E436 enthalten ebenfalls Sorbit), einige Obst- und Gemüsesorten wie Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Pfirsich, Weintraube, Aubergine, Brokkoli, grüne Bohne, Fenchel, Paprika, Rosenkohl, Weisskraut und die daraus hergestellten Säfte. Eine Besserung tritt oft schon nach ein bis zwei Wochen ein.

7. Weizenintoleranz / Weizenunverträglichkeit

Als Ursache für die Unverträglichkeit von Weizenmehl und seinen Bestandteilen werden verschiedene im Weizen enthaltene Zucker, eine durch die lange Züchtung vermehrt vorhandene Proteingruppe sowie das inzwischen sehr häufige Vorkommen des Weizens in allen möglichen Nahrungsmitteln vermutet. Im Unterschied zur Glutenunverträglichkeit beschränkt sich die Sensitivität auf Weizen. Dinkel und Roggen sind ursprünglichere, glutenhaltige Getreidesorten und werden oftmals vertragen.

Mögliche Symptome:
Innerhalb von Stunden, manchmal erst im Abstand von ein bis zwei Tagen treten die Symptome auf: Dazu zählen Schwellungen, Juckreiz im Mund-/Nase-/Augen- und Rachenbereich, Hautausschlag, Juckreiz auf der Haut, Atemnot, Asthma, Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall sowie Entzündungen im Darm oder der Speiseröhre.

Was ich tun kann:
Ernähre dich weizenfrei. Obwohl Dinkel, Kamut, Einkorn oder Emmer ursprünglichere Getreidesorten sind, werden auch sie in manchen Fällen nicht vertragen.

Alternativen zu Weizen:
Buchweizen, Roggen, Reis, Gerste, Hafer, Hirse, Teff, Mais, Tapioka, sowie die Mehle daraus und Kartoffelmehl, Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl oder Sojamehl.

Sind Allergien auch Lebensmittelunverträglichkeiten?

Daneben gibt es noch eine Reihe von Allergien, die z. B. von folgenden allergenen Nahrungsmitteln ausgelöst werden können: Fisch, Muscheln, Hühnereier, Kuhmilch, Karotten, Paprika, Sellerie, Äpfel, Bananen, Kiwis, Paprikapulver, Zimt, Weizen, Erdnüsse, Soja, Hasel- und Walnüsse.

Medizinisch gesehen besteht ein Unterschied zwischen Lebensmittelunverträglichkeiten (Enzym-Mangel oder Fehlfunktion bzw. gestörter Abtransport im Darm) und Allergien (Überreaktion des körpereigenen Immunsystems auf einen bestimmten Inhaltsstoff der Nahrung). Oftmals reagieren wir jedoch auf mehrere Inhaltsstoff empfindlich. Außerdem gibt es so genannte Kreuzallergien zwischen Gräser- oder Baumpollen und Nahrungsmitteln.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Was kann ich tun?

Nach der Diagnose stellt sich die Frage, welche Lebensmittel künftig nicht mehr im Einkaufswagen landen sollten. Das bedeutet in der Regel, das Kleingedruckte jeder Umverpackung genau zu studieren. In unserem Beitrag Anleitung: Lebensmittel-Zutatenliste richtig lesen findest du hilfreiche Tipps und Tricks. Wenn du keine Lust hast jedes Mal die Verpackung genau zu studieren, geht es allerdings auch bedeutend einfacher.

So bieten beispielsweise Apps für das Smartphone eine Scan-Möglichkeit für den Barcode der Lebensmittel, die in Kombination mit einem personalisierten Allergen-Filter sofort anzeigen, ob das Produkt geeignet ist oder nicht. Daneben bieten Webseiten wie foodnav.de eine gute Hilfe, mit Übersichten für glutenfreie Hersteller, glutenfreie Burgerlokale oder Freizeitparks/Zoo’s, die allergikerfreundliche Angebote haben.

foodnav.de
ist eine Webseite für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten.
Sie bietet schnelle und einfache Informationen für individuelle Ernährungsvorlieben und Nahrungsmittelunverträglichkeiten und findet passende Produkte, Hersteller, Ausgeh-Tipps und Rezepte.

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(2) Kommentare

  1. Ein schön aufgelisteter Artikel, der auch einen guten Überblick über die möglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt. Was mir aber doch fehlt, sind vermehrte Alternative Optionen, um solchen Unverträglichkeiten oder Allergien entgegenzuwirken. Meist wurden dann leider auch nur Medikamente genannt, die Nebenwirkungen haben und dem Körper zusätzlich schaden können. Das ist dann doch nicht Sinn und Zweck der Sache.
    Fakt ist, dass es verschiedene natürliche Möglichkeiten gibt, um seine Allergien in Schach halten zu können. Eine zum Beispiel wäre die Einnahme von Wachteleiern. Es gibt diverse Studien, die die positive Wirkung von Wachteleiern auf den Körper bestätigen. Diese wirken dann wie ein Antihistaminika auf den menschlichen Körper, aber sind kein medizinisches Produkt mit Nebenwirkungen. Da diese Eier jedoch roh mit Schale verzerrt werden müssen, empfiehlt sich nach Nahrungsmittelergänzungen aus Wachteleiern ausschau zu halten und diese vor und während der Allergiezeit zu nehmen. Ich selbst habe mich damals für Alleovite Immun entschieden und nehme sie jetzt besonders vor der Pollenzeit. Wichtig ist bei der Auswahl der Nahrungsmittelergänzungen darauf zu achten, dass sie aus biologischen Wachteleiern bestehen und nicht noch irgendwelchen Zusätzen.
    Dies ist nur ein Beispiel an Alternativen zur Vorbeugung oder Behandlung, die ich mir im Artikel gewünscht hätte zu lesen.

  2. Also die Sache mit der Histaminintoleranz stimmt ja hinten und vorne nicht. Die Histaminausschüttung erscheint nicht unbedingt Stunden, sondern auch Minuten nach Aufnahme des Produktes und hat viel mit Glutaminhaltigen Lebensmitteln zu tun. Da hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Kochschinken beispielsweise. Gerade dieser führt extrem häufig zu Flashs im Gesicht und ist strikt zu meiden. Hier aber empfohlen. Das Thema ist weit komplexer als es hier dargestellt wird und die Darstellung daher überhaupt nicht hilfreich.

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