Photovoltaik: Lohnt sich der Umstieg auf Solarenergie? 10 Antworten

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Viele Hauseigentümer setzen auf Photovoltaik, um mit Hilfe von Sonnenenergie ihren eigenen Strom zu produzieren. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern kann langfristig auch Kosten sparen.

Bei der Anschaffung, Installation und dem Betrieb einer Photovoltaikanlage ist einiges zu beachten. Welches Dach eignet sich? Ist eine Baugenehmigung nötig? Brauche ich eine Versicherung? Rentiert sich der Umstieg wirklich? Utopia gibt Antworten auf die 10 meistgestellten Fragen:

Photovoltaik #1: Welches Dach ist geeignet?

Hier kommt gleich die erste gute Nachricht: Photovoltaikanlagen können auf nahezu allen Dachflächen installiert werden. Wichtig ist dabei natürlich, dass eine entsprechende Sonneneinstrahlung gegeben ist. Sorgen Bäume oder Nachbarhäuser permanent für Schatten, ist die Installation einer Photovoltaikanlage nicht unbedingt sinnvoll. Auch Aufbauten wie Kamine sollten vermieden werden.

Mit dem SolardachCheck von co2online.de kannst du kostenlos prüfen, ob das Dach deines Hauses für eine Solarstromanlage in Frage kommt und ob sich der Einbau rentiert:

Zum  SolardachCheck von co2online

Photovoltaik #2: Kosten und Fördermittel

Installierte Leistung, Montage und Mehrwertsteuer ergeben zusammen den Preis der Photovoltaikanlage. Einen Pauschalbetrag zu nennen, ist hier nicht sinnvoll, da der Preis sich aus individuellen Faktoren wie Qualität, Auslegung und Größe der Anlage zusammensetzt. Es ist unbedingt empfehlenswert, dass du dir Kostenangebote von mehreren Herstellern einholst, da die Preise von Anbieter zu Anbieter stark variieren können. Ein unabhängiger Energieberater kann dir die günstigste Anlage für die jeweiligen Anforderungen empfehlen. Wo du diesen Berater findest, liest du unter Punkt 3.

Bei co2online.de findest du zudem eine Übersicht über Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen.

Photovoltaik #3: Unabhängige Beratung

Eine erste Möglichkeit für eine unabhängige Beratung ist der oben bereits erwähnte kostenlose SolardachCheck. Er berechnet dir individuell die Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage. Außerdem zeigt dir dieser Ratgeber, wie viel Kilogramm des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 durch die Erzeugung regenerativen Solarstroms vermieden werden können. Du kannst direkt am Bildschirm alle wesentlichen Merkmale ganz einfach selbst zusammentragen und dir damit einen ersten Überblick verschaffen.

Eine persönliche Beratung zu bezahlbaren Konditionen bietet der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. an. Termine können unter verbraucherzentrale-energieberatung.de vereinbart werden.

Du hast bereits eine Photovoltaikanlage und möchtest deren Erträge kontrollieren und dokumentieren? Mehr dazu findest du unter Photovoltaikanlage: Monitoring und Überwachung.

Photovoltaik #4: Welche Anlage eignet sich?

Ob sich eine Photovoltaikanlage für dein Haus eignet und welche Anlage infrage kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Die Art der verwendeten Solarzelle hat dabei einen wichtigen Einfluss auf den Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen.

Man unterscheidet zwischen:

  • Monokristallinen Solarzellen: Sie wurden ursprünglich für die Raumfahrttechnik und für Satelliten entwickelt. Heute nutzt man sie auch für Photovoltaikanlagen, denn sie sind für ihren hohen Wirkungsgrad bekannt. Monokristalline Module sind allerdings teurer als polykristalline Varianten.
  • Polykristalline Solarzellen haben einen nicht ganz so hohen Wirkungsgrad wie monokristalline Solarzellen, sind jedoch deutlich preiswerter. Sie sind deshalb die am häufigsten installierten Module bei Photovoltaikanlagen.
  • Dünnschichtmodule sind aufgrund ihrer extrem geringen Dicke leicht und preisgünstig herzustellen. Durch ihre Flexibilität und ihr geringes Gewicht lassen sich diese Solarzellen sehr vielseitig verwenden, von Taschenrechnern bis hin zu Photovoltaikanlagen. Dünnschichtmodule haben allerdings einen geringeren Wirkungsgrad als andere Solarzellen und benötigen deshalb mehr Fläche.

Auch hier hilft dir der kostenlose SolardachCheck weiter, wenn es darum geht, welche Art von Anlage und Solarzellen am besten zu deinem Haus passen.

Photovoltaik #5: Ist eine Baugenehmigung nötig?

Photovoltaikanlagen, die auf Dächern von Ein- oder Mehrfamilienhäusern errichtet oder integriert werden, bedürfen in den meisten Fällen keiner Genehmigung. Grenzen dieser Genehmigungsfreiheit sind in den Landesbauordnungen festgeschrieben und betreffen vor allem denkmalgeschützte Gebäude sowie Freiflächenanlagen oder Überkopfanlagen.

Photovoltaik #6: Wer installiert und wie lange?

Die Installation einer Photovoltaikanlage sollte durch fachkundige Handwerker vorgenommen werden. Im Internet findest du über das Handwerksregister oder Photovoltaiknetzwerke erste Anlaufstellen dazu. Die Montage einer Anlage für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus dauert in der Regel nicht länger als zwei bis drei Tage.

Photovoltaik #7: Wartung und Lebensdauer?

Da der photovoltaische Effekt ohne bewegliche Teile auskommt, sind Solarstromanlagen generell sehr wartungs- und störungsarm. Besonders praktisch: Die notwendige Reinigung erledigt bei uns der Regen. Modulhersteller geben eine Leistungsgarantie von 10, 20 oder 30 Jahren an. Die Garantie auf die Solarmodule selbst liegen je nach Hersteller bei bis zu 5 Jahren. Wenn du eine regelmäßige Wartung der Anlage vornehmen lässt, kannst du dir Garantieansprüche sichern.

Photovoltaik #8: Versicherung abschließen?

Obwohl Photovoltaikanlagen relativ robust sind, ist es dennoch sinnvoll, sie gegen Elementarschäden durch Hagel oder Sturm zu versichern. Nach Absprache mit der Versicherung sollten diese Schäden durch die Gebäudeversicherung gedeckt sein. Durch die Erhöhung des Gebäudewertes kann es allerdings zu einer Prämienerhöhung kommen.

Mehr dazu erfährst du unter Versicherungen für Photovoltaik.

Photovoltaik #9: Steuer und rechtliche Fragen

Um Solarstrom zu erzeugen, ist keine spezielle Rechtsform notwendig. Es gelten die üblichen Formalitäten des Wirtschaftslebens. Wollen mehreren Investoren eine Solaranlage errichten, kann es sinnvoll sein, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Genossenschaft zu gründen. Unter bestimmten Bedingungen können Gewerbesteuer, Umsatzsteuer oder Einkommenssteuer für den Betrieb einer Photovoltaikanlage relevant werden. Ausführliche Informationen zu rechtlichen und steuerlichen Angelegenheiten findest du bei co2online.de unter Steuern & Rechtsform.

Photovoltaik #10: Wie ist die Ökobilanz?

Man hört auch heute immer noch, dass Anschaffung und Installation einer Photovoltaikanlage aufwendiger sind, als der Nutzen, den sie letztendlich bringt.

Zahlreiche Ökobilanzen beweisen jedoch das Gegenteil: Eine Photovoltaikanlage hat je nach Qualität in 1,5 bis maximal 6 Jahren die Energiemenge erzeugt, die zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Gemessen an der von den Herstellern garantierten Mindestlebensdauer von 20 bis 30 Jahren wird damit die positive Energiebilanz deutlich.

Wenn du Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzt, verzichtest du außerdem auf konventionelle Energieträger wie Öl, Gas, Kohle und Uran und verminderst Umweltbelastungen durch CO2-Emissionen und andere Abgase. Zusätzlich entfallen bei der Solartechnik sowohl Kosten als auch Risiken von Transporten wie Öltanker, Pipelines oder Castor-Transporte.

Mit dem Einsatz einer Photovoltaikanlage leistest du also einen aktiven Beitrag zu Umweltschutz und Klimaschutz. Das Recycling von alten Solarmodulen wird derzeit erforscht und wird in der Zukunft eine größere Bedeutung gewinnen.Diese 10 Fragen und Antworten zum Thema Photovoltaik sowie viele weitere Informationen rund ums Energiesparen kannst du auch bei co2online.de lesen – unserem Partner für nachhaltiges Wohnen, Bauen und Leben.

 

 

 

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(7) Kommentare

  1. Na, das ist zum Teil sehr blauäugig gedacht…

    zu #7: Nein, Regen allein reicht zur Reinigung nicht. Zum einen enthält der Regen auch hierzulande Dreck (jeder Autofahrer kennt das und Hausfrauen putzen die Fenster auch nicht grundlos 😉 ) und zum anderen bilden sich Moose und Flechten. Alle paar Jahre muss man also seine Module reinigen lassen, wenn man dauerhaft etwas davon haben will. Auch die Hersteller empfehlen dieses.

    zu #10: Das heißt also, derzeit sind die Module Sondermüll, oder nicht? Ich muss da an die Energiesparlampen denken…schön, dass sie weniger Strom verbrauchten, aber dafür hatte man den Problemstoff Quecksilber am Hals. Ich werde nie begreifen, was daran „nachhaltig“ und „umweltfreundlich“ war. Es ist also mal wieder typisch: Da wird etwas als „ökologisch sinnvoll“ auf den Markt geworfen, aber wie es später mit der Entsorgung aussieht, wird mal eben „vergessen“. Ökologisch sinnvoll wäre es, wenn das Thema Entsorgung von vornherein eines wäre!

    Und wer sich eine Photovoltaikanlage auf’s Dach setzt sollte sich bewusst sein: Man holt sich natürlich mit der Anlage ein Risiko mehr ans Haus, dass es mal brennt. Und brennt das Haus, dann haben viele Wehren ein Problem. Die Anlage steht unter Strom, selbst wenn der Energieversorger den Hauptstrom abgestellt hat. Denn die Anlage produziert weiter Strom. Oft ist nicht klar, wo der Abschalter sitzt. Hier mit Wasser zu Werke zu gehen wäre lebensgefährlich! Im Zweifelsfall brennt also die Hütte kontrolliert ab. Und selbst wenn man die Anlage abschalten konnte: Sie lassen sich nicht vom Dach reißen. Oft wird aber über das Dach gelöscht, indem man die Ziegel entfernt. Geht bei den großen Modulen nicht, was dazu führen kann, dass nicht optimal gelöscht werden kann und damit die Gebäudeschäden sehr groß ausfallen. Das wird von den Solarmodul-Anbietern gern verschwiegen oder heruntergespielt. Für Hausbesitzer, für die das eigene Haus mehr als nur ein versicherter Wertgegenstand ist, kann das durchaus ein Argument sein sich gegen eine Photovoltaikanlage zu entscheiden.

  2. mich würde sehr sehr interessieren, wie es mit der Entsorgung der Solarzellen aussieht nach diesen besagten 20 – 30 Jahren. Irgendwo hieß es mal, dass die Entsorgung ähnlich dem Atommüll ist…. wäre dann wohl nicht sehr langfristig gedacht ?!?

  3. Der User „Hannilein“ hat auf Utopia in sämtlichen Fragen Antwort gewusst und pflegt auf seinen Webseiten sehr ausführliche FAQs, konkret:
    http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/netzgekoppelte-anlagen/index.php#6043659df40931503

    Für spezielle Fragen einfach ihn direkt kontaktieren.

    Entscheidend ist m.M. bei der Frage der Entsorgung: WAS für Module sind auf dem Dach bzw. welches Baujahr.

    Siehe z.B. die Übersicht:
    http://www.elektrogesetz.de/photovoltaik-pv/

    Deine Frage kann man demnach nur auf dieser Basis beantworten, sind es alte Module oder planst du erst die Montage von neuen Modulen, davon hängt es ab.

    Was in 30 Jahren sein wird? Ups, Glaskugel verloren, ich vermute mal, da wird sich der Gesetzgeber noch vieles einfallen lassen. Was in 30 Jahren sein wird OHNE regenerative Energieerzeugung? Da hätte ich so eine Ahnung.

  4. Photovoltaik auf dem Dach
    es gibt heute Steuerungssysteme z.B. von „Solaredge“ bei dem jedes einzelne Modul die max. Leistung in Wechselrichter von Solaredge einspeist. Bei vielen bisherigen Anlagen sind die Module in Reihe geschaltet und das schwächste Modul bestimmt/drosselt die Leistungen der anderen. Es gibt auch Systeme die je Modul 230V Wechselstrom erzeugen. zb. „greensolar “ o.ä.

  5. „Leistungsgarantie von 10, 20 oder 30 Jahren“ – also üblich sind schon mindestens 20 bis 25 Jahre, oder?

    Was ein bisschen fehlt, wenn es darum geht, ob sich der Umstieg lohnt: Wie hoch sind die Kosten, wie hoch der Ertrag? Kann man ganz schön sehen, wenn man EEG-Einspeisevergütung, Stromgestehungskosten und Kosten für Strom aus dem Netz in Beziehung setzt (z.B. hier: http://www.beegy.com/2017/01/lohnt-sich-photovoltaik-auch-in-deutschland/) … raus kommt: Ohne Eigenverbrauch wirds schwer. Aber macht ja nichts, Eigenverbrauch sollte es auch immer geben …

  6. Hier erscheint alles kompliziert und teuer ,
    aber in Wahrheit geht es auch anders:
    “ https://aae.at/ “
    Platz 1 im GREENPEACE Stromcheck,
    ausgezeichnet mit dem GREENBRAND,
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