Pikieren: So verziehst du deine Pflänzchen richtig

Sämlinge nach dem Pikieren.
Foto: CC0 / Pixabay / jill111

Jetzt ist die perfekte Zeit, um Kräuter und Pflanzen auszusäen. Damit sich die Sämlinge gut entwickeln, ist es wichtig, dass du sie pikierst. Wir zeigen dir, wie es geht.

Was bedeutet pikieren?

Das Wort „pikieren“ stammt aus dem Französischen und lässt sich mit „stechen“ oder „piksen“ übersetzen. Gemeint ist im Bezug auf Pflanzen das vorsichtige Herausnehmen eines Pfänzchens oder Sämlings aus einem Anzuchtkasten o.ä. Dazu brauchst du einen spitzen Pikierstab.

Pikieren ist besonders bei jungen Pflänzchen wichtig. Es dient dazu den heranwachsenden Pflanzen ein optimales Wachstum zu ermöglichen. Um zu verhindern, dass die Pflänzchen in den Anzuchtkästen miteinander um Sonne, Wasser und Nährstoffe konkurrieren, müssen sie frühzeitig voneinander getrennt werden. In der Wachstumsphase benötigen die kleinen Pflanzen besonders viel Platz und Energie. Deshalb ist es ratsam, sie in eigene kleine Töpfe umzusiedeln, sobald sie erste Blätter und Wurzeln gebildet haben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So pikierst du richtig

Keimlinge vor dem Pikieren.
Keimlinge vor dem Pikieren. (Foto: CC0 / Pixabay / _Alicja_)

Das Pikieren ist zwar aufwendig und braucht viel Zeit, aber für das richtige Wachstum der jungen Pflanzen ist es unerlässlich. So gehst du am besten vor:

  1. Als erstes füllst du torffreie Anzucht- oder Aussaaterde in einen Topf und drückst sie leicht an. Beachte, dass die Oberfläche eben sein muss, damit kein Nässestau entsteht.
  2. Nun bohrst du mit einem Pikierstab ein tiefes, schmales Loch in die Erde, das groß genug für den Sämling ist, den du umsiedeln möchtest. Alternativ kannst du zum Pikieren auch einen Löffelstiel oder Holzspatel verwenden.
  3. Als nächstes vorsichtig mit dem Pikierstab ein Pfänzchen aus der Anzuchtschale hebeln. Pass auf, dass du die gesamte Wurzel mit heraus hebst und sie nicht verletzst.
  4. Jetzt musst du das Ende der Wurzel mit dem Pikierstab in die Erde drücken, bis sich die Blätter auf gleicher Höhe mit der restlichen Erde befinden.
  5. Nun die Pflanze leicht andrücken, sie ringsum mit Erde verschließen und die Oberfläche erneut glätten.
  6. Zum Schluss mit etwas Wasser angießen.

Gehe am besten Pflanze für Pflanze vor und lass deine Sämlinge nicht zu lange an der Luft liegen, da die Wurzeln sonst eintrocknen. Achte außerdem darauf, die Pflänzchen nicht zu früh an die frische Luft zu stellen, vor allem wenn es noch Nächte gibt, in denen es frieren könnte. Der ideale Zeitpunkt für den Umzug nach draußen ist in der Regel Mitte bis Ende Mai. Bis dahin fühlen sie sich auch bei Zimmertemperatur wohl.

Nachdem du die Pflanzen pikiert und umgepflanzt hast, kannst du sie je nach Bedarf noch einmal düngen. Um deinen eigenen Dünger herzustellen brauchst du lediglich etwas Gartenerde, Sand und Kompost oder du verwendest stattdessen Kaffeesatz.

Welche Pflanzen müssen pikiert werden?

Pikieren ist nicht unbedingt bei allen Pflanzen notwendig, manche reagieren sogar empfindlich auf das Umpflanzen. Sinnvoll ist es dagegen bei Saatgut mit geringer Keimquote oder Pflanzen mit sehr kleinen Samen, wie zum Beispiel:

  • Chili
  • Paprika
  • Salate
  • Sommerblumen
  • Möhren
  • Tomaten

Zucchini, Radieschen und Spinat müssen nicht unbedingt pikiert werden. Hier genügt es, wenn du sie in Reihen aussähst und darauf achtest, dass die Pflanzen nicht zu nah beieinander stehen. Ein Abstand von 10-20 Zentimetern sollte eingehalten werden.

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