Schwefeldioxid (E220): Warum du das Konservierungsmittel meiden solltest

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Schwefeldioxid steckt als Konservierungsstoff in vielen Lebensmitteln und muss auf der Verpackung deklariert werden. Als E220 geben Hersteller den Stoff oft in der Zutatenliste an. Hier erfährst du, warum das Konservierungsmittel problematisch ist.

Schwefeldioxid ist ein farbloses Gas, das auch in der Natur vorkommt. Es kann in Wasser gelöst werden und heißt dann „Schweflige Säure“ oder als Salze der Schwefligen Säure (E221 bis E228) vorliegen:

  • E220: Schwefeldioxid
  • E221: Natriumsulfit
  • E222: Natriumhydrogensulfit
  • E223: Natriummetabisulfit
  • E224: Kaliummetabisulfit
  • E226: Kalziumsulfit
  • E227: Kalziumbisulfit
  • E228: Kaliumbisulfit

Egal, welchen dieser Stoffe die Hersteller einsetzen – in jedem Fall müssen sie ihn auf der Verpackung deklarieren. So wissen Verbraucher genau, dass Schwefeldioxid enthalten ist.

Das Problem: Der Stoff kann zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen und zerstört das Vitamin B1. Deshalb darf Schwefeldioxid nicht in Grundnahrungsmitteln eingesetzt werden, die reich an Vitamin B1 sind.

Schwefeldioxid in Lebensmitteln

Schwefeldioxid ist oft in Wein enthalten.
Schwefeldioxid ist oft in Wein enthalten. (Foto: CC0 / Pixabay / JillWellington)

Schwefeldioxid ist bei Herstellern beliebt, weil es sich vielfältig einsetzen lässt:

  • Schwefeldioxid blockiert das Wachstum von Pilz- und Bakterienkulturen und ist daher ein guter Konservierungsstoff für Lebensmittel.
  • Farbstoffe, Vitamine und Aromen werden bei Kontakt mit Sauerstoff langsam abgebaut. Schwefeldioxid kann dies verhindern bzw. den Prozess deutlich verlangsamen. Produkte bleiben daher länger frisch und verfärben sich nicht bräunlich, erklärt das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Besonders häufig kommt Schwefeldioxid oder die Salze in folgenden Lebensmitteln vor:

  • Kartoffel-Chips
  • gesalzener Trockenfisch
  • Graupen
  • getrocknete Tomaten
  • Trockenfrüchte
  • Fleisch- und Fischersatzprodukte
  • Fertigprodukte
  • Wein

Sehr oft kommt Schwefeldioxid bei der Weinherstellung vor. Süße Weine enthalten mehr Schwefeldioxid als trockene Weine, erklärt Codecheck. Dazu kommt, dass viele Weinfässer mit Schwefelverbindungen gereinigt werden und Rückstände davon in den Wein gelangen. Bereits zwei Gläser süßer Wein können die empfohlene Höchstdosis von 0,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht überschreiten. Ab 10 Milligramm Schwefeldioxid im Wein besteht Kennzeichnungspflicht. Auch für viele andere Produkte gibt es einen Grenzwert für Schwefeldioxid (Liste).

Wie gefährlich ist Schwefeldioxid für die Gesundheit?

Schwefeldioxid befindet sich oft in Chips und anderen Kartoffel-Snacks
Schwefeldioxid befindet sich oft in Chips und anderen Kartoffel-Snacks (Foto: CC0 / Pixabay / Counselling)
  • Manche Menschen reagieren empfindlich auf Schwefeldioxid: Bei Allergikern können asthmatische Reaktionen nach dem Essen von schwefelhaltigen Lebensmitteln auftreten, so das LGL. Asthmaanfälle und allergische Reaktionen zählen beispielsweise dazu.
  • Normalerweise sorgt das Enzym Sulfitoxidase dafür, dass der Körper Schwefeldioxid abbaut. Allerdings haben manche Menschen nur wenig von diesem Enzym. Dann können nach dem Verzehr schwefelhaltiger Lebensmittel Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen folgen.
  • Es gab auch schon anaphylaktische Schocks mit Kreislaufzusammenbruch. Nachdem in Kanada ein Restaurant-Gast nach dem Essen gestorben ist, wurden dort schwefelhaltige Zusätze in Restaurants verboten.
  • Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Darmschleimhaut geschädigt wird.

In kleineren Mengen geht von Lebensmitteln mit Schwefeldioxid keine gesundheitliche Gefahr aus, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung. Auch nicht für Schwangere und Babys. Lediglich Allergiker sollten vorsichtig sein und prüfen, ob sie eine allergische Reaktion feststellen. Wir raten aber allen davon ab, Produkte mit Schwefeldioxid zu essen. Denn der Konservierungsstoff zerstört das Vitamin B1, das für den Stoffwechsel wichtig ist und nur durch die Nahrung aufgenommen werden kann. Die meisten Produkte gibt es auch ungeschwefelt, getrocknete Aprikosen zum Beispiel.

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