Stromspar-Check: So funktioniert die kostenlose Beratung

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Der Stromspar-Check kann viel Geld sparen: Fachleute kommen in die eigene Wohnung und spüren Stromschlucker auf. Vieles können sie auch direkt austauschen.

Der Stromspar-Check ist ein Angebot vom Deutschen Caritasverband (DCV) und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) e.V., das sich an Sozialleistungsempfänger:innen und Menschen mit niedrigem Einkommen richtet. Fachleute helfen dabei, in der eigenen Wohnung besonders energieintensive Geräte und Verbrauchsquellen ausfindig zu machen. Ob Kühlschrank, Glühlampen oder auch Duschkopf – es gibt viele Energiefresser, die auf Dauer teuer sind. Daher will die Caritas besonders den Menschen mit ihrem Angebot helfen, die ohnehin wenig Geld zum Leben haben.

Stromspar-Check: Was wird überprüft?

Stromspar-Check: Ist der Kühlschrank energieeffizient?
Stromspar-Check: Ist der Kühlschrank energieeffizient?
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Hilfe zur Selbsthilfe – so lautet das Motto des Stromspar-Checks. Die beiden Organisationen arbeiten zusammen, wobei der DCV die Standortbetreuung vor Ort übernimmt und der eaD die energiefachliche Ausbildung und Begleitung der Standorte und der dort tätigen Berater:innen verantwortet.

Die Expert:innen schauen sich vor Ort beim ersten Besuch an, wo unnötig viel Strom und Wasser verschwendet wird. Mit einem kostenlosen Starter-Set unterstützt die Caritas dann beim zweiten Besuch einkommensschwache Haushalte durch:

  • Energiesparlampen und LED-Leuchten,
  • Thermo- und Hygrometer,
  • Wasserperlatoren,
  • Wassersparduschköpfe,
  • WC-Stoppgewichte
  • TV-Standby-Abschalter,
  • Zeitschaltuhren oder
  • schaltbare Steckdosenleisten.

Bereits dadurch lassen sich laut Caritas bis zu 15 Prozent der Energiekosten einsparen. Nach eigenen Angaben konnten die Haushalte durch die Maßnahmen im Durchschnitt mehr als 170 Euro im Jahr sparen. Expert:innen geben auch Tipps, zum Beispiel zum Stromschlucker Standby, und viele Ratschläge, wie Haushalte noch mehr Ressourcen sparen können – ganz ohne Verzicht. Ein sogenannter „Stromspar-Fahrplan“ mit individuellen Tipps soll den Haushalten dabei helfen.

Das Kühlschrank-Problem beim Stromspar-Check

Der richtige Duschkopf spart Warmwasser und damit auch Strom.
Der richtige Duschkopf spart Warmwasser und damit auch Strom.
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Der Kühlschrank und die Kühl-Gefrier-Kombi gehören zu den größten Stromfressern: Bildet sich Eis und wird das Gerät nicht abgetaut, steigt der Stromverbrauch deutlich. Auch alte Geräte mit einer niedrigen Energieeffizienzklasse treiben den Stromverbrauch schnell in die Höhe (Tipp: Die sparsamsten Kühlschränke mit Gefrierfach).

Die Caritas bezuschusst deshalb den Kauf eines A+++-Kühlschranks oder einer Kühl-Gefrier-Kombi im Rahmen des Stromspar-Checks. Voraussetzungen dafür sind, dass das alte Gerät älter als zehn Jahre ist und das neue Gerät mehr als 200 kWh pro Jahr einspart. Durch den Kühlschranktausch lasse sich die Stromrechnung jedes Jahr um mehr als 100 Euro reduzieren, so die Caritas.

Stromspar-Check: Ein doppelt soziales Projekt

Die Caritas und der eaD haben mit dem Stromspar-Check ein Projekt umgesetzt, das gleich in zweifacher Weise sozial ist: Zum einen richtet es sich an einkommensschwache Haushalte, denen durch die Einsparungen mehr Geld bleibt. Zum anderen bildet das Projekt Langzeitarbeitslose zu Stromspar-Expert:innen aus, die so einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können. 100 Stunden umfasst die Qualifizierung, hinzu kommt die tägliche Arbeitspraxis. Gleichzeitig stärke diese Weiterbildung laut Caritas ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt: „Rund 20 Prozent der Stromsparhelfer finden im Anschluss an das Projekt eine Arbeitsstelle“, erklärt die Caritas.

Hinzu kommt noch der Vorteil für die Umwelt: Nach eigenen Angaben konnten durch den Stromspar-Check bereits mehr als 1.325 Gigawattstunden Strom und 538.000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart werden. Aufgrund der Umweltfaktors wird der Stromspar-Check auch über die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert.

Für den Stromspar-Check anmelden

Wer sich für den kostenlosen Stromspar-Check anmelden möchte, findet über diese Karte einen Ansprechpartner in der Nähe. Das Angebot richtet sich an Personen in Deutschland, die Arbeitslosengeld II, ergänzende Leistungen (Aufstockung), Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen. Aber auch Menschen, die nur eine geringe Rente oder den Kinderzuschlag erhalten oder deren Einkommen unter dem Pfändungsfreibetrag liegen, können den kostenlosen Stromspar-Check in Anspruch nehmen.

Die Tipps gehen aber über Strom und Wasser hinaus: Die Fachleute zeigen auch, wie Haushalte Verpackungsmüll vermeiden können, wie der Müll richtig getrennt wird, wie und wo gelagerte Lebensmittel länger halten und dass man Leitungswasser bedenkenlos trinken kann. Auch hier gibt es kostenlose Soforthilfen in Form von Gemüsenetzen und Wasserkaraffen.

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