Titandioxid: Warum du den Stoff meiden solltest

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Mit bloßem Auge sind sie nicht erkennbar und dennoch stark verbreitet: Nanopartikel wie Titandioxid. Wir erklären dir, warum du den Stoff meiden solltest.

Titandioxid – ein weit verbreiteter Weißmacher

Titandioxid (auch: Titan(IV)-oxid) ist ein Farbpigment, das industriell hergestellte Lebensmittel und andere Produkte optisch aufwerten soll. Es ist eines der drei Titanoxide. Auf Lebensmittelverpackungen kannst du den Zusatzstoff unter der Nummer E 171 erkennen, in Kosmetika wird er unter der Bezeichnung CI 77891 gelistet. Allein im Jahr 2013 wurden rund 6,5 Millionen Tonnen des Zusatzstoffs produziert. Trotz des großflächigen Einsatzes ist Titandioxid gesundheitlich nicht immer unbedenklich.

In welchen Produkten steckt Titandioxid ?

Auch Kaugummis können E 171 enthalten.
Auch Kaugummis können E 171 enthalten.
(Foto: CC0 / Pixabay / davidgaigg)

Titandioxid ist in der Industrie weit verbreitet. Das chemisch hergestellte Pigment eignet sich gut, um Produkte aufzuhellen oder ihnen einen frischen Glanz zu verleihen. 

Du kannst Titandioxid als Zusatzstoff unter anderem in diesen Produkten finden:

  • Farbe und Lacke
  • Kunststoff
  • Klebstoff
  • Gummi
  • Gebleichtes Papier

Die Chemikalie wird aber auch zur „Verschönerung“ von Lebensmitteln und Kosmetika eingesetzt. Etwa in:

  • Mozzarella
  • Backmischungen & Fertigdesserts
  • Fertigsuppen
  • Kaugummi
  • Marshmallows
  • Fondant
  • Zahnpasta
  • Sonnencreme
  • Körper- und Haarpflegeprodukten

Außerdem wird Titandioxid zum Bleichen von Tabletten verwendet. 

Wieso du Titandioxid meiden solltest

Nanopartikel wie Titanoxid können Zellwände passieren
Nanopartikel wie Titanoxid können Zellwände passieren
(Foto: CC0 / Pixabay / qimono)

Mehrere Studien lassen Zweifel daran aufkommen, dass das Titanoxid ungefährlich ist. So etwa eine großangelegte Studie an der Universität Zürich aus dem Jahr 2017. Verdacht der Studie: Titandioxid könnte Darmentzündungen verstärken oder gar begünstigen. 

  • Das Problem: Titandioxid wird oft in Form winziger Partikel, sogenannter Nanopartikel beigemischt. Diese sind beispielsweise oft in Sonnencreme enthalten. Sind die Partikel unter 100 Nanometer groß, können sie laut dem Gastroenterologen Gerhard Rogler von der Universität Zürich in Zellen eindringen. Dort sollen sich die Stoffe laut der Studie auch anreichern und Entzündungen verursachen können. Die Forscher der Universität Zürich empfehlen insbesondere Darmerkrankten daher, Nahrungsmittel mit Titandioxid zu vermeiden.
  • Weiterhin wird befürchtet, dass das Einatmen von Titandioxid-Partikeln krebserregend sein kann. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die EU-Kommission beschlossen, Titandioxid als Gefahrstoff mit dem Hinweis „vermutlich krebserzeugend bei Inhalation“ einzustufen. Das Risiko betrifft vor allem kosmetische Sprays, Aerosole und Pulver und nicht Produkte, die den Weißmacher in fester Form enthalten.

Aufgrund der unsicheren Faktenlage hat Frankreich Anfang des Jahres als erstes europäisches Land ein Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln für 2020 durchgesetzt. Auch die Niederlande wollen folgen. In Deutschland gibt es ein solches Verbot bislang jedoch noch nicht. Die EU-Kommission plant allerdings, Hersteller europaweit zum aufdrucken von Warnhinweisen zu verpflichten, heißt es bei der Deutschen Apothekerzeitung.

Noch kein Verbot von Titandioxid in Deutschland

Frankreichs Verbot von Titandioxid basiert auf den Aussagen der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (ANSES): Diese kommt zu dem Schluss, dass es zu wenig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gibt, die belegen, dass der Stoff unbedenklich ist. So lange nicht eindeutig feststeht, dass von Titanoxid keine Gefahr ausgeht, wird es in unserem Nachbarland daher verboten.

Anders verhält es sich in Deutschland: Hierzulande hält man sich an das Urteil der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), sowie an die Empfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Beide lassen verlauten, der Verzehr von Titandioxid sei nicht gesundheitsschädlich. Auf der Website des BfR formuliert man allerdings vorsichtig und gibt zu, dass weiterer Forschungsbedarf vonnöten ist.

Übrigens: Dr. Oetker verzichtet seit April 2020 auf Titandioxid in seinen Produkten, nachdem foodwatch einen Protestaktion gestartet hatte, die rund 40.000 Personen unterschrieben.

Innerhalb der EU herrscht also Unschlüssigkeit. Alleine das macht ein ungutes Gefühl. So lange nicht eindeutig bewiesen ist, dass der Stoff unbedenklich ist, ist es wohl sicherer, ihn zu vermeiden. Das ist gar nicht so kompliziert: Beim Einkaufen einfach nach Titandioxid/Titanoxid oder den Nummern E 171 und CI 77891 Ausschau halten.

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